Zurück in der Politik: Dieter Althaus kehrt aus Reha zurück (Foto: Reuters)
Ministerpräsident Dieter Althaus kehrt nach seiner rund zwei Monate dauernden Behandlung in einer Klinik am Bodensee am Mittwoch nach Thüringen zurück. Die stationäre Behandlung seiner schweren Hirnverletzung sei erfolgreich abgeschlossen, sagte sein behandelnder Arzt Joachim Liepert.
Die stationäre Behandlung seiner bei einem Skiumfall erlittenen schweren Hirnverletzung sei erfolgreich abgeschlossen. Althaus werde nach seiner Ankunft eine ambulante Nachbehandlung in seiner Heimatstadt Heiligenstadt antreten.
"Die Analysefähigkeit ist klar, scharf und präzise"
Er könne sich vorstellen, dass Althaus Anfang Mai wieder in die Politik einsteigen und etwa zwei bis drei Termine am Tag absolvieren könne, sagte der Neurologe. Wie schnell er dabei ermüde, könne man nur durch Ausprobieren herausbekommen. Er sei aber zuversichtlich, dass der Ministerpräsident die Aufgaben bewältigen könne, sagte der Arzt. Einen Rückfall oder Spätkomplikationen halte er für sehr unwahrscheinlich. "Die Analysefähigkeit ist klar, scharf und präzise", beschrieb Liepert den Zustand seines Patienten. Nur bei der Aufmerksamkeit und der Dauerbelastung gebe es zwar noch gewisse Defizite, die aber behoben werden könnten.
Spitzenkandidat zur Landtagswahl
Die CDU hatte Althaus am Wochenende mit 96,4 Prozent der Delegiertenstimmen zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Thüringen im August erklärt. Das schwere Skiunglück werde für ihn im Wahlkampf kein Tabuthema sein, erklärte der Ministerpräsident gegenüber der Zeitung "Bild".
"Ich bin nachdenklicher geworden"
Auf die Frage, ob er überhaupt unbefangen in den Wahlkampf starten könne, antwortete Althaus: "Ich glaube, dieser Unfall wird mich für den Rest meines Lebens prägen. Aber an meiner Entscheidung, als Ministerpräsident und Spitzenkandidat zurückzukehren, ändert das nichts." Er sei nachdenklicher und ruhiger geworden. "Die Thüringer können sicher sein: Wenn ich zurückkehre, bin ich voll und ganz in der Lage, meine Aufgaben zu erfüllen", betonte er.
"Ein tragischer Unfall"
"Natürlich muss ich mit dem Unfall offen umgehen und mich den Menschen gegenüber erklären, die danach fragen", sagte der CDU-Politiker. "Es war ein tragischer Skiunfall. Die Opposition hat angekündigt, den Unfall nicht im Wahlkampf zu thematisieren."
Wegen fahrlässiger Tötung verurteilt
Der CDU-Politiker hatte am Neujahrstag bei einem Skiunfall in Österreich ein schweres Schädel-Hirn-Traum erlitten. Bei dem Unfall war eine Skifahrerin getötet worden. Anschließend musste sich Althaus wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten und wurde zu 33.000 Euro Strafe verurteilt. Zusätzlich musste er 5000 Euro Schmerzensgeld an den Witwer der verunglückten Beata C. zahlen.