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Althaus übernimmt Verantwortung für tödlichen Skiunfall
03.03.2009, 07:16 Uhr
Dieter Althaus wurde bei dem Unfall schwer verletzt (Quelle: ddp)
Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus wird im Zusammenhang mit seinem schweren Skiunfall wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Wie die Staatsanwaltschaft Leoben mitteilte, wurde der entsprechende Strafantrag dem zuständigen Bezirksgericht Irdning übermittelt. In einer schriftlichen Stellungnahme übernahm Althaus die Verantwortung für den Unfall.
Der CDU-Politiker war am Neujahrstag in der Steiermark beim Skilaufen mit einer 41 Jahre alten Frau zusammengestoßen. Die Frau starb bei dem Unfall, Althaus erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.
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Foto-SerieTödlicher Unfall auf der Skipiste
Falsch abgebogen
Laut Staatsanwaltschaft war der Politiker an der Kreuzung von der Piste "Die Sonnige" gegen die Fahrtrichtung in die "Panoramapiste" eingebogen und nach zwölf bis 14 Metern mit der talwärts fahrenden Beata C. kollidiert. Die Frau erlitt bei dem Zusammenprall tödliche Schädelverletzungen.
Keine Erinnerung an den Unfall
Althaus, der sich weiter in einer Reha-Klinik am Bodensee aufhält, verzichtete auf das Recht, persönlich vernommen zu werden und gab eine schriftliche Stellungnahme ab. "Darin erklärte er nachvollziehbar, keine Erinnerung an den Unfallsablauf zu haben, keine sachdienlichen Angaben dazu machen zu können, jedoch die Ergebnisse der Sachverständigengutachten zur Kenntnis zu nehmen und die Verantwortung für den Tod von Beata C. zu übernehmen", heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft.
Prozess findet auf jeden Fall statt
Nach Angaben von Walter Plöbst, dem Sprecher der Justizbehörde, kommt es nach österreichischem Recht auf jeden Fall zu einem Prozess. Dort muss eine Anklage nicht wie in Deutschland erst zur Hauptverhandlung zugelassen werden. Im Februar hatte der Sprecher erklärt, eine Strafe unter der Schwelle, die zu einem Eintrag ins Vorstrafenregister führe, sei nicht ausgeschlossen. Der Politiker
müsse nicht unbedingt persönlich an dem Verfahren teilnehmen. Nach österreichischem Recht könne er sich durch einen sogenannten Machthaber vertreten lassen.
CDU reagiert gelassen
Die Thüringer CDU reagierte nach außen gelassen auf die Anklage. "Althaus bleibt weiterhin unser Spitzenkandidat", hieß es einstimmig aus dem Kabinett und der Parteiführung in Erfurt. Die Union hofft jetzt auf ein schnelles Verfahren, das möglichst noch vor der heißen Phase des Wahlkampfs im Sommer beendet ist. Im Freistaat wird am 30. August ein neuer Landtag gewählt. Bis zum CDU-Landesparteitag am 14. März muss Althaus erklären, ob er wieder antritt.
"Ein tragischer Unfall"
Die Partei rechnet fest damit, dass der Prozess für Althaus ein glimpfliches Ende nimmt. "Das war ein tragischer Unfall, da war ja kein böser Wille dabei", sagte Staatskanzleiminister Klaus Zeh und erinnerte daran, dass Althaus ein guter und besonnener Skifahrer sei.
Seelische Folgen des Unfalls nicht absehbar
Die rechtliche Frage wird in den Gängen des Parlaments auch kaum diskutiert. Sowohl Parteifreunde als auch politische Gegner machen sich vielmehr Gedanken über die moralischen und seelischen Folgen für Althaus: Wie er es verkraftet, für den Tod einer Frau und Mutter verantwortlich zu sein. Althaus müsse jetzt "sein Gewissen befragen, ob er sein Amt als Ministerpräsident unter den gegebenen Voraussetzungen weiterführen kann", sagte SPD-Landeschef Christoph Matschie. "Diese Entscheidung kann ihm niemand abnehmen."
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Quelle: AFP
, dpa
, dapd