19.02.2010, 12:20 Uhr
Lafontaine greift Bartsch scharf an (Foto: ddp)Der scheidende Chef der Linkspartei, Oskar Lafontaine, hat in einem Gespräch mit der Tageszeitung "Neues Deutschland" erstmals öffentlich seinen Konflikt mit Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch konkretisiert. Bislang hatte Lafontaine lediglich auf Fraktionschef Gregor Gysi und seinen Stellvertreter Klaus Ernst verwiesen, die "das Nötige dazu gesagt" hätten.
Gegenüber dem Blatt erhob Lafontaine jetzt schwere Vorwürfe gegen Bartsch. So habe dieser der Landespartei in Nordrhein-Westfalen fehlenden Pragmatismus vorgeworfen und sich gegen eine mögliche Regierungsbeteiligung nach der Landtagswahl im Mai ausgesprochen.
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Der Vorwurf bezieht sich nach Angaben des Blattes auf ein am 13. November 2009 in der "Bild"-Zeitung erschienenes Interview, in dem Bartsch sagte: "Nach Möglichkeit sollte man nicht gleich beim ersten Einzug in den Landtag nach Regierungsverantwortung streben". Die Boulevard-Zeitung hatte dieses Interview unter der Überschrift "Bundesgeschäftsführer Bartsch: NRW-Linke nicht regierungsfähig" publiziert.
Lafontaine warf Bartsch außerdem vor, "Interna aus der engsten Führung" ausgeplaudert und bestritten zu haben, dass es einen Zusammenhang zwischen Lafontaines Verzicht auf den Fraktionsvorsitz und seiner Krebserkrankung gebe. Den Verzicht auf den Vorsitz hatte Lafontaine zwar Anfang Oktober auf einer Fraktionsklausur zunächst damit begründet, sich auf den Parteivorsitz konzentrieren zu wollen. Mitte November machte er dann aber seine Erkrankung öffentlich, nachdem der "Spiegel" ihm wegen des Rückzugs vom Fraktionsvorsitz "Wählertäuschung" vorgeworfen hatte.
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Lafontaine und Lothar Bisky ziehen sich beim Parteitag in Rostock im Mai aus der Parteispitze zurück. Ihre Nachfolger sollen der parteiintern umstrittene Klaus Ernst und Gesine Lötzsch werden. Zudem hatte Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch nach parteiinternem Streit seinen Rückzug angekündigt.
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Quelle: dpa , t-online.de
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