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Die iranische Drohkulisse: Gruppentherapie

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Die iranische Drohkulisse

06.08.2010, 11:52 Uhr | Volker Perthes

Irans Präsident Ahmadinedschad will mit den Amerikanern ins Geschäft kommen (Foto: Reuters)

Irans Präsident Ahmadinedschad will mit den Amerikanern ins Geschäft kommen (Foto: Reuters)

Im Nahen Osten gibt es viele Länder, die vermuten, dass hinter dem iranischenAtomprogramm mehr als nur der Wunsch nach ziviler Nutzung steckt. Wie weit der Iran jedoch gehen würde, darüber herrscht, ähnlich wie unter westlichen Geheimdiensten, Uneinigkeit. Die Mehrheit jedoch vermutet, dass das Regime in Teheran zumindest die Möglichkeit eines militärischen Nutzens erlangen will – die Bombe selbst müsste dazu aber nicht gebaut werden.

Ein ähnliches Vorgehen wie Nordkorea, also Bau und Test einer Atombombe, würde gegen den Nichtverbreitungspakt verstoßen, der Iran würde sich damit international ins Unrecht setzen. Auf diese Weise profitiert das Land von der Situation, weil der Westen und insbesondere der Sicherheitsrat die Rechte Teherans einzuschränken sucht.

Der Iran baut ein Drohpotenzial auf

Für Israel ist ein solch taktisches Vorgehen jedoch nicht weniger bedrohlich. Denn: Im Zweifelsfall könnte der letzte Schritt, die tatsächliche Montage einer Bombe, innerhalb weniger Wochen erfolgen. Der Iran baut auf diese Weise ein Drohpotenzial auf, das alle seine Nachbarländer sorgt. Mit diesem Wissen in der Hinterhand kann der Iran weiter die Hisbollah im Libanon mit Raketen versorgen oder Druck auf die Politik von Kuwait oder Bahrain ausüben. Die iranische Politik sagt ganz eindeutig: Wenn es ernst wird, können wir mit Pakistan oder Israel gleichziehen.

Doch es gibt Auswege aus dieser verfahrenen Situation. Sanktionen allein bewirken nur wenig, wenn es nicht gleichzeitig einen Dialog gibt – zur Lösung bedarf es also mehr als einer Partei. Die Entscheidung des Sicherheitsrats, wieder Gespräche zu führen, ist der richtige Weg. Interessant ist, dass die verhängten Sanktionen die iranische Seite nicht zu einem Abbruch des Dialogs bewogen haben, sondern im Gegenteil ein Festhalten an der bestehenden Kommunikation bewirkten. Der Iran will auch weiterhin mit der Türkei und Brasilien über einen Forschungsreaktor verhandeln und an den Gesprächen der Sechsergruppe teilnehmen.

Ahmadinedschad will irgendwie mit den Amerikanern ins Geschäft kommen

Einen großen Beitrag zu dieser Entwicklung lieferte die Geschlossenheit des UN-Sicherheitsrates, in dem sich auch China den Sanktionen gegen Teheran anschloss. Die Furcht vor internationaler Isolation hat auch in der iranischen Gesellschaft ihre Spuren hinterlassen und die Regierung starken Zwängen ausgesetzt. Der erzkonservative Präsident Ahmadinedschad will irgendwie mit den Amerikanern ins Geschäft kommen, weil er weiß, wie viel innenpolitische Zustimmung ihm dies brächte.

Dieser Wunsch nach einem Verbleib in der internationalen Staatengemeinschaft kann der Schlüssel zur Lösung des Konflikts sein. Die Iraner wollen lieber eine Regierung, die Brücken baut, als eine, die sie nur einreißt. Wenn man hier ansetzt, können neben dem Atomprogramm auch Probleme wie der Drogenhandel aus Afghanistan oder Piraterie im Golf von Aden oder im Indischen Ozean auf einmal angesprochen werden. Es gibt genügend gemeinsame Interessen, darüber muss nun verhandelt werden.

Professor Volker Perthes ist Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Politik und Sicherheit und geschäftsführender Vorsitzender der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Davor war er Leiter der Forschungsgruppe Naher Osten und Afrika. Sein Buch "Iran - Eine politische Herausforderung: Die prekäre Balance von Vertrauen und Sicherheit" erschien 2008 im Suhrkamp Verlag.


Volker Perthes  

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Kommentare (13)

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Thema: "Die iranische Drohkulisse: Gruppentherapie"

Kern schrieb: am 6. August 2010 um 18:06:44
(0) (0) dann lieber die Amis
Und wer verteidigt uns vorm Islam? Ich mag die USA nicht und auch Israel nicht aber die üüberschwemmen uns wenigstens
nicht mit ihren nichtsnutzigen Einwohnern um uns hier ihre Religion aufzuzwingen. Habt ihr jetzt erst die Bilder von dem mädchen aus Afghanistan gesehn, welches keine Nase mehr hatte und keine Ohren? Das blüht uns wenn wir dem Islam hier Tür und Tor öffnen.
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Kern schrieb: am 6. August 2010 um 18:00:50
(0) (0) ... Geld um jeden Preis? nee muß ich nicht haben
Mit dem unrechtsregime des Irans Geschäfte machen? Mit einem Land Geschäfte machen in dem
Menschen gesteinigt werden und es verboten ist Rock Musik zu hören? Macht was ihr wollt aber ich will Islamisten nichts zu tun haben und auch nicht mit deren Regime.
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Bürger schrieb: am 6. August 2010 um 17:52:52
(0) (0) Iran
Man muss Ahmadinedschad nicht mögen. Aber der Mann verteidigt sein Land gegen die völkerrechtswidrigen Angriffe der USA und der EU,
die auf Befehl Israels dem Iran mit Militärschlägen drohen und den Irans Wirtschaft boykottieren. Merkel schadet damit der deutschen Wirtschaft ungemein. Wir könnten Waren (Baumaschinen, Fertighäuser ect.) im zweistelligen Millardenwert an den Iran liefern u.im Gegenzug günstiges Gas/Öl auf Euro-Basis beziehen. Doch verhindern die USA um den Dollar zu retten.
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