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Deutschlands neuer Super-Knast

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Deutschlands neuer Super-Knast

30.05.2011, 08:43 Uhr | Von Frank Christiansen

Der Knast von oben: Das gewaltige Haftgebäude mit der Form eines H ist gut zu erkennen (Foto: imago) (Quelle: imago)

Der Knast von oben: Das gewaltige Haftgebäude mit der Form eines H ist gut zu erkennen (Foto: imago) (Quelle: imago)

Die teure Glasfassade des Eingangsgebäudes täuscht Offenheit nur vor: Sie ist aus explosionsfestem Spezialglas. Das Eingangstor hält einem Panzer stand. Am Stadtrand von Düsseldorf ist in den vergangenen zwei Jahren die größte Investition in den nordrhein-westfälischen Strafvollzug seit mehr als 50 Jahren verbaut worden.

Das neue Groß-Gefängnis wird drei Haftanstalten ersetzen: Die Ulmer Höh' in Düsseldorf sowie Anstalten in Duisburg und Oberhausen. 180 Millionen Euro kostet der neue Super-Knast, der Vorbild für eine neue Generation von Gefängnissen werden soll.

210.000 Euro Kosten pro Haftplatz

Aus der Luft ist das gewaltige Haftgebäude mit der Form eines H gut zu erkennen. Das 17 Fußballfelder große Gelände liegt unmittelbar an der Autobahn 44 und nahe des Düsseldorfer Flughafens. 180 Millionen Euro Kosten - das sind 210.000 Euro pro Haftplatz.

Hinter der gut fünf Meter hohen Außenmauer versteckt sich ein ebenso hoher Drahtzaun mit Stacheldraht. Wer sich ihm auf zwei Meter nähert, löst Alarm aus und wird von Kameras ins Visier genommen. Die Sicherheitszentrale ist außerhalb des Zauns, damit das Gefängnis auch im Fall eines Aufstands unter Kontrolle bleibt.

Liebeszellen für Langzeitbesucher

Besucher müssen nach der Leibesvisitation durch einen unterirdischen Gang, um jeden Kontakt zu den Gefangenen zu vermeiden. Trotzdem ist das neue Gefängnis dank diverser Aufzüge "barrierefrei", also behindertengerecht. Das gilt für Gefangene und Besucher.

Im Besucherbereich sind auch die "Liebeszellen" für Langzeitbesuche von Ehefrauen und Freundinnen. Die neue JVA Düsseldorf wird ein reiner Männer-Knast. Auf 850 Gefangene kommen 350 bis 380 Bedienstete. Die Devise lautet: So wenig Personal wie möglich, aber nicht zu wenig, "sonst fliegt einem die Anstalt um die Ohren", raunt ein Vollzugs-Verantwortlicher. Der Gefangenen-Aufstand vor 21 Jahren in der JVA Rheinbach ist nicht vergessen. Drei Tage dauerte es, bis die Meuterei niedergeschlagen war.

Viel Tageslicht für geringe Energiekosten

400 Bauarbeiter haben das neue Stahlbeton-Domizil hochgezogen. Sie mussten ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen: "Wir wollten nicht, dass hier jemand an seiner eigenen Zelle baut", sagt der Beamte. Die Fenster der Zellen sind zweifach vergittert: Auf die massiven Gitterstäbe aus Mangan-Hartstahl kommt noch ein kleinmaschiges Netzgitter, damit nicht, wie in den alten Gefängnissen, Verbotenes ungehindert von Zelle zu Zelle wandert.

Die Zellenwände sind blassgelb, die Zellentüren in lindgrün gehalten. Möglichst viel Tageslicht soll die Energiekosten gering und Gefangene sowie Justizvollzugsbeamte bei Laune halten. In den düstergrauen Gefängnissen der 1970er Jahre ist der Krankenstand der Bediensteten enorm hoch, das soll in Ratingen nicht passieren.

Einzelduschen und separates WC

Jede der 10,5 Quadratmeter großen Zellen hat eine winzige Sanitärzelle mit WC und Waschbecken. Die Einzelduschen sind auf dem Flur und kein Ausdruck von Luxus, versichern die Verantwortlichen. Gemeinschaftsduschen hält man inzwischen für zu gefährlich. Weil die Gefangenen aus rechtlichen Gründen beim Duschen nicht beobachtet werden dürfen, konzentrieren sich dort brutale Übergriffe und andere Straftaten.

Handy-Detektoren und die Abschirmung der Funknetze sollen verhindern, dass aus dem neuen Knast heraus unkontrolliert kommuniziert wird. Besonders zugeknöpft zeigen sich die Verantwortlichen beim Knast im Knast: Herrscht schon für das Gelände Fotografierverbot, dürfen Besucher in die "Sonderhaftabteilung", den Hochsicherheitstrakt, nicht einmal einen neugierigen Blick werfen.


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Quelle: dpa

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Kommentare (17)

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Thema: "Deutschlands neuer Super-Knast"

Ein dummer Steuerzahler schrieb: am 29. Mai 2011 um 18:35:49
(0) (0) Fünf-Sterne-Edelknast
Ja wo leben wir denn ? Sehen so die Erbschaften der ach so erfolgreichen CDU-Regierung Rüttgers aus? Danke bestens
Herr Ministerpräsident a.D. Rüttgers. Der NRW-Steuerzahler und Frau Kraft werden es schon auslöffeln .
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Bodo Ffm. schrieb: am 29. Mai 2011 um 17:44:49
(0) (0) Super-Knast
Allein schon der Name.sagt aus,mehr Hotel als Zuchthaus!Ich schätze mit integriertem Puff,jeden Tag Freigang,Fitnesscenter mit
gemischter Sauna u.Sch wimmbad u.Massage ist doch selbstverständlich!Jeder kann auf seine Zelle,eh sein Zimmer zurückgehen,wann er will,so in etwa nachts um 3 Uhr nach der Skatrunde!Ich kann mir gut vorstellen,daß da keiner mehr freiwillig auszieht,ja die müssen rausgeklagt werden!Und das alles auf Kosten der Steuerzahler!
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Bernd aus W schrieb: am 29. Mai 2011 um 17:21:18
(0) (0) @Knacki
Ach ja, selbstverständlich sind alle Insassen unschuldig im Knast. Ich kenne niemanden der Unschuldig einsitzt. Wenn ihnen unser
(Un)rechtsstaat ihnen nicht passt, wandern Sie nach China oder Südamerika aus, wo der humane Strafvollzug lustige Urständ feiert.
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