19.03.2010, 08:23 Uhr | AFP, dpa
Deutschland baut den Anteil erneuerbarer Energien stetig weiter aus (Foto: imago)
Deutschland wird ein wichtiges Klimaziel der Europäischen Union voraussichtlich übererfüllen. Vermutlich dürfte der Anteil von erneuerbaren Energien am Energiemix nicht wie geplant bis 2020 auf 18 Prozent, sondern auf 18,7 Prozent steigen. Deutschland könnte sogar einen Teil seines Überschusses beispielsweise an Italien verkaufen.
Im Schnitt soll ein Fünftel der Energie aus Biomasse, Wind- oder Solarkraft bezogen werden. 27 Mitgliedstaaten der EU übertreffen dieses Klimaziel. Nach den Schätzungen werden vermutlich 20,3 Prozent aus erneuerbaren Energien erzielt. Die Experten der EU wiesen aber darauf hin, dass es sich um vorläufige Angaben aus den Hauptstädten handelte, die noch geprüft würden.
Mit Belgien, Dänemark, Italien, Luxemburg und Malta erreichen fünf EU-Länder das Klimaziel nicht und müssen Energie aus erneuerbaren Rohstoffen dazukaufen. Die EU hat sich mehrere Klimaziele gesetzt, die sie bis 2020 erreichen will. Das wichtigste ist das Vorhaben, den CO2-Ausstoß um ein Fünftel zu verringern. Die Kommission schätzt, dass mit den Klimaschutzgesetzen 2,8 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Trotz dieser kleinen Erfolge hat die Bundesregierung wenig Hoffnung auf den großen Durchbruch beim weltweiten Klimaschutz: Beim nächsten UN-Klimagipfel im mexikanischen Cancún werde es keinen Durchbruch auf Vertragsebene geben, sagte die parlamentarische Staatssekretärin Katherina Reiche. "Ich rechne nicht damit, dass wir einen kompletten Vertrag haben (werden), aber die Schritte dahin müssen deutlich definiert werden", sagte Reiche. Beim Klimagipfel in Kopenhagen sei deutlich geworden, dass Zeit gebraucht werde, um besonders mit den Entwicklungsländern "Allianzen zu schmieden, die halten". Darum werde es auch im Mai bei einer Minister-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn gehen.
Unterdessen hat der mexikanische Umweltminister Juan Rafael Elvira Quesada die Industriestaaten aufgerufen, endlich die versprochene Anschubfinanzierung für die Entwicklungsländer freizugeben. Die armen Länder warteten auf ein "klares Signal", sagte er. Die EU will den Entwicklungsländern zwischen diesem Jahr und 2012 jährlich 2,4 Milliarden Euro zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels bereitstellen. Deutschland hat 420 Millionen Euro jährlich zugesagt.
AFP, dpa
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