29.03.2010, 09:13 Uhr | t-online.de
Deutschland prüft die Aufnahme von Guantanamo-Häftlingen (Foto: dpa)
Deutschland wird voraussichtlich doch Häftlinge aus dem Gefangenenlager Guantanamo aufnehmen. Das berichtet zumindest das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Vergangene Woche führte demnach eine deutsche Delegation in dem US-Militärgefängnis mehrere Gespräche mit Insassen, die für eine Aufnahme in Frage kommen. Dem Bundesinnenministerium liegt dem Magazin zufolge eine Liste aus Washington vor, die der US-Sondergesandte Daniel Fried Ende vergangenen Jahres in Berlin übergeben hatte.
In monatelangen Geheimgesprächen sollen Fried und das Berliner Innenministerium über die Modalitäten verhandelt haben. Von den ursprünglich neun Namen, die die US-Regierung anbot, seien mehrere Gefangene bereits in anderen Ländern untergekommen.
Noch offen sei der Verbleib einer Handvoll weiterer Häftlinge. Die Delegation aus Berlin, der Beamte des Innenministeriums, des Bundeskriminalamts und des Bundesamts für Migration angehörten, wollte sich in persönlichen Treffen ein Bild der Persönlichkeiten machen und eine Risikoprognose vornehmen.
Auf dieser Grundlage will Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) entscheiden. Das Vorgehen ist in der Bundesregierung mit Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und dem Kanzleramt abgestimmt. Zu den möglichen Kandidaten gehören ein Palästinenser aus dem Westjordanland, der der konservativen Predigervereinigung Tabligh-i-Jamaat angehört und in Pakistan festgenommen wurde, ein Jordanier, der im Sommer 2001 nach Afghanistan gereist war, sowie ein Syrer, der Ende 2001 in einem Krankenhaus in Kabul behandelt wurde und kurz danach festgenommen worden war. Alle Gefangenen sind von der US-Regierung zur Freilassung vorgesehen.
t-online.de
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video