10.05.2010, 08:52 Uhr
Ein Boot, das von somalischen Piraten genutzt wird (Foto: dpa)
Ein deutscher Tanker ist vor der Küste von Oman von Piraten entführt worden. Das unter der Flagge der Marshall-Inseln fahrende Schiff "Marida Marguerite" einer deutschen Reederei sei 120 Seemeilen (222 Kilometer) südlich von Salalah gekidnappt worden, teilte die EU-Mission "Atalanta" in Brüssel mit.
Die "Marida Marguerite" war auf dem Weg von Indien nach Belgien. Die Piraten auf dem Schiff hätten mit automatischen Waffen und Panzerfäusten geschossen.
Auf dem 13.000 Tonnen-Tanker befindet sich demnach eine 22-köpfige Crew. Unter ihnen sind 19 Inder, ein Ukrainer und zwei Männer aus Bangladesch. Vermutlich hätten sich nicht alle Seeleute in einem Schutzraum in Sicherheit bringen können, deshalb sei ein militärisches Eingreifen zunächst nicht geplant, erklärte ein Sprecher der EU-Mission.
Ein vorbeifahrendes Schiff habe versucht, Funkkontakt aufzunehmen, so der Sprecher. Sie hätten von der Schiffsbrücke aber die Antwort bekommen, fernzubleiben. Das Einsatzführungskommando in Potsdam bestätigte den Vorfall.
Erst Mitte März war ein deutsches Containerschiff im Indischen Ozean einem Piratenangriff entkommen. Die unter liberianischer Flagge fahrende "MV Lübeck" sei auf dem Weg nach Oman gewesen, als Seeräuber sie gut 800 Kilometer nordöstlich der Seychellen beschossen hätten.
Die Europäische Union geht mit der Mission "Atalanta" im Seegebiet vor Somalia gegen Piraten vor. An dieser Mission beteiligt sich die Bundeswehr derzeit mit rund 230 Soldaten und einer Fregatte.
Quelle: dapd , dpa , AFP
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