
10.03.2006, 10:56 Uhr
Vor dem ersten Langzeitaufenthalt eines Westeuropäers auf der Internationalen Raumstation (ISS) hat die Europäische Raumfahrtagetur Esa die Mission auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Am 10. Mai soll der deutsche Astronaut Thomas Reiter mit der US-Raumfähre Discovery starten. Er soll drei ESA-Einrichtungen und insgesamt acht Tonnen Nutzlast mit ins All nehmen. Bis November wird er auf der ISS bleiben.
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Ausbau der ISS
"Am Ende zählt man die Stunden"
Seit Oktober 2004 bereitet sich Reiter intensiv auf seine Mission vor. Er pendelte zwischen den Ausbildungszentren in Euston, Köln und Moskau hin und her. Vor dem letzten Intensiv-Training, sagt er, freut er sich auf ein paar Tage Ruhe mit seiner Familie. "Man hat so lange auf die Mission hingearbeitet, dass einem am Anfang an Bord erstmal gar nichts fehlt", sagte Reiter. "Aber das ändert sich mit der Zeit. Man vermisst seine Familie, seine Freunde, sein Lieblingsessen. Und dann fängt man an die Wochen und Tage zu zählen."
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Wo Salz und Pfeffer fließen
Kein Fußball in der Raumstation
Die Fußball-Weltmeisterschaft wird der Deutsche im All wohl verpassen. Zwar gibt es Möglichkeiten der Datenübertragung, diese würden aber für wichtigere Zwecke gebraucht, meint Reiter. Trotzdem hat er die Hoffnung, dass einzelne Spiele vielleicht als Video-Datei zur ISS geschickt werden, die die Besatzung dann auf dem Computer ansehen kann.
Erfahrungen sammeln für Columbus
Reiter sagte zu den Zielen der Mission, es gehe darum, sich auf den Einsatz des europäischen Labor-Moduls Columbus vorzubereiten. Man müsse an Bord der Raumstation Erfahrungen sammeln, "wie ein so komplexes System funktioniert, das aus so vielen verschiedenen Elementen verschiedener Hersteller besteht." Im Rahmen der Mission sind außerdem 19 Experimente aus den Bereichen Humanmedizin, Strahlenforschung, Physik und Biologie geplant. Reiter wird auch mehrere von der Esa entwickelte Experimentaleinrichtungen mit in Betrieb setzen. Dazu zählen das Lungenfunktionssystems der europäischen Pflanzenzuchtvorrichtung für Schwerelosigkeitsforschung und die Gefriereinrichtung Melfi, die minus 80 Grad erreicht.
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ISS
Drei neue Besatzungsmitglieder
Mit seiner Ankunft wird erstmals seit dem Columbia-Unglück vom Februar 2003 wieder ein dreiköpfiges Teams auf der Station arbeiten. Die beiden anderen Mitglieder der Expedition 13, Kommandant Pawel Winogradow (Roskosmos) und Flugingenieur Jeffrey Williams (Nasa), kommen bereits am 1. April auf der ISS an.
Oberpfaffenhofen übernimmt die Kontrolle
Nicht nur im All, sondern auch bei der Kontrolle läutet die Expedition eine neue Ära in Europas Beteiligung an der ISS ein. So wird mit dem Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen bei München erstmals eine europäische Bodenkontrolle für eine bemannte Langzeitmission eingesetzt. Es wird Reiters Tätigkeiten überwachen und die Abstimmung mit den Missionskontrollzentren in Houston und Moskau sowie dem Europäischen Astronautenzentrum in Köln koordinieren.
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Quelle: dpa , t-online.de
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