
24.02.2006, 18:26 Uhr
Der Esa-Astronaut Thomas Reiter wird im Mai als erster Deutscher mit einem amerikanischen Space-Shuttle zur Internationalen Raumstation starten. Es ist die erste Langzeitmission eines Europäers an Bord der ISS. Als zweiter Flugingenieur übernimmt er während seines sechs bis sieben Monate langen Aufenthalts zahlreiche wichtige Aufgaben. Ende Mai schreibt Reiter mit dem ersten Außenbordeinsatz eines Europäers Weltraumgeschichte.
Forschung im All
Mit seiner Ankunft wird erstmals seit dem Columbia-Unglück vom Februar 2003 wieder ein dreiköpfiges Teams auf der Station arbeiten. Die beiden anderen Mitglieder der Expedition 13, Kommandant Pawel Winogradow (Roskosmos) und Flugingenieur Jeffrey Williams (Nasa), kommen bereits am 1. April auf der ISS an. Für Reiters Mission wurde eigens ein europäisches wissenschaftliches Programm zusammengestellt. Es erstreckt sich auf die Bereiche Humanphysiologie, komplexe Plasmaphysik und Strahlungsdosimetrie.
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Überblick
Experimente in der Schwerelosigkeit
Reiter wird auch mehrere von der Esa entwickelte Experimenteinrichtungen mit in Betrieb setzen. Dazu zählen das Lungenfunktionssystems der europäischen Pflanzenzuchtvorrichtung für Schwerelosigkeitsforschung und der Gefriereinrichtung Melfi, die minus 80 Grad erreicht.
Oberpfaffenhofen übernimmt die Kontrolle
Nicht nur im All, sondern auch bei der Kontrolle läutet die Expedition eine neue Ära in Europas Beteiligung an der ISS ein. So wird mit dem Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen bei München erstmals eine europäische Bodenkontrolle für eine bemannte Langzeitmission eingesetzt. Es wird Reiters Tätigkeiten überwachen und die Abstimmung mit den Missionskontrollzentren in Houston und Moskau, dem Europäischen Astronautenzentrum in Köln koordinieren.
Länger als ein Jahr im All
Reiter bereitet sich mit einem umfassenden Trainingsprogramm in den ISS-Ausbildungseinrichtungen in Houston, Moskau und Köln auf seine Mission vor. Als Esa-Astronaut war er an der 179-tägigen Mission Euromir 95 auf der Vorgängerin der ISS, der russischen Raumstation Mir, beteiligt. Am Ende seiner Expedition im Dezember wird Reiter zum exklusiven Kreis der Astronauten gehören, die länger als ein Jahr im All waren.
Quelle: t-online.de
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