10.05.2011, 19:40 Uhr
Neuer Gesundheitsminister im schwarz-gelben Kabinett: Daniel Bahr (Foto: dapd) (Quelle: dapd)
Der 34-jährige Daniel Bahr wird oft als smart, besonnen und rhetorisch talentiert beschrieben. In den Talkshows von Frank Plasberg bis Anne Will gibt er eine gute Figur ab. Jetzt macht der bisherige Parlamentarische Staatssekretär auf dem wild rotierenden FDP-Personalkarussell in Berlin Karriere: als Gesundheitsminister im schwarz-gelben Bundeskabinett.
"Der kleine Rösler", wie die "Rheinische Post" einst über ihn schrieb, ist dann allein zuständig für künftige Gesundheitsreformen. Über den Zurückhaltenden aus der Riege der jungen Spitzenliberalen schrieb die "FAZ" vieldeutig, er gleiche "weniger einem Kometen als einem leuchtenden Mond".
Berufspolitiker ist Bahr trotz seiner jungen Jahre schon länger: Von 1999 bis 2004 war der studierte Volkswirt Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen. Bereits seit 2002 sitzt der künftige Minister im Bundestag. Kritiker geißeln ihn als Ideologen, der das Ende der gesetzlichen Krankenversicherung im Schilde führe. Bahr sieht sich als Kämpfer für mehr Wettbewerb. Ärzteschaft und Kassen lobten seine Beförderung ins Ministeramt bereits.
In die Schlagzeilen kam Bahr erstmals im Sommer 2010 nach einem heftigen Wortgefecht mit der CSU im Streit über die Kopfpauschale. Die Christsozialen seien als "Wildsau" aufgetreten, hatte der Gesundheitsspezialist in einem Zeitungsinterview kritisiert. Derart deftig formuliert Bahr ziemlich selten.
Seit dem vergangenen November ist Bahr Chef des größten FDP-Landesverbands Nordrhein-Westfalen. In Düsseldorf machte sich Bahr bisher rar. Als Bundesminister wird er wohl noch weniger Zeit für die Niederungen der Landespolitik haben.
Im aktuellen FDP-Machtkampf stellte sich der 34-Jährige nicht direkt gegen den gescheiterten Bundeschef und NRW-Parteikollegen Guido Westerwelle, unterstützte ihn aber auch nicht. Bahr forderte eine Führungsdebatte mit "Ruhe und Anstand", verwies aber zugleich mehrfach auf die "ernste Lage" der Liberalen.
Daniel Bahr ist verheiratet. In seiner Freizeit läuft der gelernte Bankkaufmann Marathon und wandert im Gebirge.
Auch Humor wird Bahr nachgesagt. 1998, damals war Bahr noch Pressesprecher der Jungen Liberalen, zitierte der "Spiegel" seinen Anrufbeantworter-Spruch: "Ciao, ragazzi, hier ist der Salvatore, der persönliche Anrufbeantworter von Daniel Bahr. Er ist mal wieder nicht da, macht irgendwelche Mafia-Geschäfte wahrscheinlich."
Quelle: dapd
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