12.12.2011, 13:38 Uhr
Waldimir Putin hat auf die Demonstrationen gelassen reagiert - auch wenn sie massiv sein Image ankratzen (Quelle: dpa)
Es war die größte Demonstration in Moskau seit dem Untergang der Sowjetunion vor 20 Jahren - und sie hat dem Image Wladimir Putins als starker Mann Russlands tiefe Kratzer zugefügt. Luftaufnahmen der Kundgebung am Samstag in Moskau scheinen eher die Angaben der Organisatoren von 100.000 Teilnehmern als die der Polizei von 30.000 zu unterstützen. Ein kleines Wunder war, dass sie überhaupt genehmigt wurde, die Polizei ungewohnte Zurückhaltung übte und das staatliche Fernsehen ausführlich berichtete.
Nicht nur in Moskau, auch in St. Petersburg und 60 weiteren Städten gingen Menschen auf die Straße, um Putin und seiner Partei "Einiges Russland" Betrug bei der Parlamentswahl vor einer Woche vorzuwerfen. "Einiges Russland" verlor zwar deutlich und damit seine Zweidrittelmehrheit im Parlament, kann aber gerade noch alleine weiter regieren. Ohne Fälschung und Manipulationen, erklärte am Samstag die unabhängige russische Wahlbeobachterorganisation Golos, hätte es nicht zur absoluten Mehrheit gereicht.
Mit den Demonstrationen gegen mutmaßlichen Wahlbetrug nahm aber vor allem das Ansehen Putins Schaden, der von 2000 bis 2008 Präsident war und sich im kommenden März wieder in das Amt des mächtigsten Mannes Russlands wählen lassen will. Putin "hat aufgehört, der nationale Führer zu sein - in den Augen seines Teams, der herrschenden politischen Klasse und Gesellschaft", analysierte Alexej Malatschenko vom Moskauer Carnegie-Zentrum in seinem Blog. Putin hat bislang zurückhaltend auf die Massenproteste reagiert.
Putins Sprecher Dmitri Peskow räumte ein, dass viele Bürger bei den Demonstrationen ihrer Unzufriedenheit mit der Wahl Luft gemacht hätten. "Wir respektieren die Ansicht der Demonstranten, wir hören, was gesagt wird, und wir werden ihnen weiter zuhören", hieß es in einer Erklärung Peskows. "Die Bürger Russlands haben ein Recht darauf, ihre Meinung auszudrücken, als Protest und Unterstützung, und diese Rechte werden weiter gesichert sein, solange sie alle Seiten in einer rechtmäßigen und friedlichen Art ausüben."
Bei Demonstrationen im ganzen Land forderten die Menschen eine Annulierung der Wahlen vom vergangenen Wochenende und die Freilassung von Gefangenen. zum Video
Die Frage nach dem eindrucksvollen Massenprotest war nun, ob die Staatsmacht sich nur in der Hoffnung zurückhielt, dass der Ärger der Leute mit der Zeit wieder verfliegen wird. Die nächste Großkundgebung in Moskau soll es erst am 24. Dezember geben. Einige Organisatoren fragen sich bereits, ob bis dahin die sozialen Netzwerke - sie spielten bei der Koordination der Aktionen am Samstag eine wichtige Rolle - noch funktionieren werden.
"Nichts wird sich ändern, wenn es bei einer einzigen Demonstration bleibt", sagte einer der Organisatoren, Sergej Parchomenko. "Es muss die erste einer Protestserie sein", fügte der Herausgeber der Monatsschrift "Wokrug Sweta" hinzu.
Das Besondere an der Moskauer Kundgebung war die Teilnahme des gesamten oppositionellen Spektrums - von Liberalen über Kommunisten bis zu Ultranationalisten. "'Einiges Russland' hat ein Wunder vollbracht: Sie haben uns dazu gebracht, sich gegen sie zu vereinigen", sagte der nationalistische Führer Konstantin Krylow auf der Moskauer Kundgebung. Die Menge rief: "Russland wird frei sein", "Russland ohne Putin" und "Einiges Russland ist eine Partei von Betrügern und Dieben".
Der Leiter der Menschenrechtsgruppe Memorial, Oleg Orlow, sagte, der Massenprotest habe eine neue Seite in der russischen Geschichte aufgeschlagen. "Wir ändern nun die Geschichte des Landes zum Besseren", sagte er. "Wir werden die Regierung zu der Erkenntnis zwingen, dass sie für die Fälschung der Wahl einen Preis zu zahlen hat - und der Preis ist ihre Legitimität." Abgerechnet solle bei der Präsidentenwahl im März werden: "Wir können dieser Herrschaft der Diebe einen Schlag versetzen und dem 'nationalen Führer' den wahren Preis präsentieren."
Quelle: dapd , dpa
zweifler schrieb:
am 11. Dezember 2011 um 19:24:57
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putin
So ein vielvölker staat kannste normalerweise nur mit einer ,nicht gerade sanften art, führen.Ich finde Putin mit seiner teilweise
arroganten art auch nicht gerade sympathisch,aber seit er direkt oder indirekt russland vertritt,kann man mit dem Land verträge abschliessen die auch eingehalten werden.
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robert schrieb:
am 11. Dezember 2011 um 19:17:53
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putin
Putin wird mal allen zeigen wie einfach man mit Gewalt Manipulation und Wahlbetrug regieren kann. Mein Beileid den baldigen Witwen und
Müttern ermordeter Söhne. Und das am Heiligabend.
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bernie schrieb:
am 11. Dezember 2011 um 18:56:25
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Putin
Weg mit diesem Verbrecher-"Ein lupenreiner Demokrat", so sagte eins Schröder sei Putin. Na ja, bei der Kohle die er bei
Gasprom absahnt hätte ich das auch gesagt. Aber Putin schei..ßt auf die Demokratie. Er besimmt im Land, was Sache ist. Und da mit Geheimdienstmedoden. Hoffentlich bleiben die Russen hart bis dieser geistig gestörte weg ist. Ein Neuanfang geht nur ohne Putin und seinen Speichelleckern und Arschkriechern.
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