15.12.2007, 16:40 Uhr
Ein massives Polizeiaufgebot begleitete den Protestzug. (Quelle: dpa)Eine Demonstration von rund 3000 Menschen in Hamburg gegen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft in der linken Szene hat sich am Samstag vorzeitig aufgelöst. Die Veranstalter erklärten den Zug am Nachmittag für beendet, nachdem die Gruppe nur einige hundert Meter vorangekommen und von der Polizei immer wieder gestoppt worden war. Einzelne Teilnehmergruppen drangen in die Innenstadt vor, wo es zu Straftaten kam. Nach Polizeiangaben brannte ein Auto, in einer Einkaufsstraße wurden Böller gezündet. Die Polizei setzte starke Kräfte ein, um Geschäfte, Einkaufszentren und Weihnachtsmärkte zu schützen. Bis zum frühen Abend gab es den Angaben zufolge keine Verletzten, jedoch etwa zehn Festnahmen.#
Der "Schwarze Block"Ein Ex-Autonomer erzählt
"Politischer Skandal"
Der Organisator der Demonstration, Andreas Blechschmidt, sprach nach dem Ende des Aufzugs von einem "politischen Skandal". Es habe offensichtlich politische Vorgaben gegeben, die Demonstration von der Innenstadt fernzuhalten. Die Polizei wies die Vorwürfe zurück. Die Demonstration stand unter dem Motto "Gegen Sicherheitswahn und Überwachungsstaat" und sollte eigentlich um die Innenstadt herum zu einer Abschlusskundgebung führen. Die Teilnehmer kritisieren vor allem den "Terrorismus-Paragrafen" 129a des Strafgesetzbuches, mit dem mehrere bundesweite Durchsuchungen begründet worden waren.#
"Contra Überwachungsstaat": rund 3000 Demonstranten waren in Hamburg unterwegs. (Quelle: dpa)Rentner sorgten für Deeskalation
Unter der Teilnehmern befand sich auch eine Gruppe von Rentnern, die nach Ausschreitungen bei ähnlichen Demonstrationen in Hamburg in diesem Jahr als «Sicherheitspuffer» zwischen Polizei und "Schwarzem Block" marschierte. Sie hatten sich Pappschilder umgehängt mit der Aufschrift: "Senioren für Deeskalation." "Ich finde es unmöglich, dass Leute kriminalisiert werden, die oppositionelle Gedanken haben", sagte die 73 Jahre alte Helgrid Hinze.#
Quelle: dpa
Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video