Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts starten das Sonnenobservatorium "Sunrise" (Foto:dpa)
Das Sonnen-Observatorium "Sunrise" ist mit einem riesigen Helium-Ballon in die Höhe geschwebt. Neben weiteren Instrumenten enthalte es das größte Sonnenteleskop, berichtete das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS).
Das Observatorium startete von der europäischen Weltraumbasis "Esrange" im nordschwedischen Kiruna zu einer fünftägigen Flugreise um den Nordpol. Nach MPS-Angaben soll es aus einer Höhe von 37 Kilometern Daten der Sonne und ihres Magnetfeldes liefern.
Quiz Wie gut kennen Sie unser Sonnensystem?
Beobachtungen aus 37 Kilometern Höhe
Der Heliumballon, der einen Durchmesser von 130 Metern und ein Fassungsvermögen von etwa einer Million Kubikmetern besitzt, soll das Observatorium bis in eine Höhe von 37 Kilometern in die Stratosphäre (zehn bis 50 Kilometer Höhe) tragen. Dort habe es die für die Sehschärfe des Teleskops störende Erdatmosphäre zu 99 Prozent unter sich gelassen, sagte eine MPS-Sprecherin. Bisher deute alles darauf hin, dass die Systeme an Bord zuverlässig funktionieren. Die Vorbereitungen für die Mission haben rund sechs Jahre gedauert.
Das Observatorium soll von den Polarwinden nun über den Nordatlantik, Grönland und Nordkanada getragen werden. Da dort um diese Jahreszeit die Sonne nicht untergeht, können die Forscher das Teleskop ununterbrochen auf die Sonne richten. Er erwarte, dass "Sunrise" die Oberfläche der Sonne und die Verteilung der Magnetfelder mit einer Auflösung von bis zu 35 Kilometern sichtbar machen werde, sagte Sami K. Solanki, Leiter der Mission. Außer dem MPS sind zahlreiche weitere wissenschaftliche Einrichtungen aus mehreren Staaten an "Sunrise" beteiligt.