08.09.2010, 17:50 Uhr | Joachim Baier, dpa
Ein Angeklagter im Mammutprozess gegen einen Kinderporno-Ring betritt in Darmstadt den Gerichtssaal (Foto: AP) (Quelle: AP)
Die neun Angeklagten würdigen einander vor dem Landgericht Darmstadt kaum eines Blickes. Zu Beginn eines der bundesweit größten Prozesse um Kinderpornografie im Internet mit mehr als 100.000 sichergestellten Sex-Dateien versteckt ein Hauptangeklagter sein Gesicht hinter einer Zeitung. Ein anderer Mann erscheint mit einer in die Stirn gezogenen Pudelmütze. Die Anklageschrift ist mehr als 160 Seiten lang.
Die Männer im Alter zwischen 30 und 58 Jahren sollen sich "nach und nach zusammengefunden" und als Drahtzieher zwischen 2006 und 2009 streng geheime Treffpunkte im Internet organisiert haben, wie Oberstaatsanwalt Rainer Franosch zu Beginn des Mammutprozesses sagte. Ziel: "Möglichst viele und aktuelle Bilder und Videos." Um Geld sei es nicht gegangen.
In diesen "chats" und "boards" genannten Netzwerken sollen diese Dateien massenweise ausgetauscht worden sein - sogar Vergewaltigungen, Fessel- und Folterszenen. Bis Mitte Dezember sind fast zwei Dutzend Verhandlungstage geplant. Für den dritten Tag am kommenden Dienstag (14. September) werden Aussagen der Männer erwartet.
"Das waren keine harmlosen Nacktbildchen", sagte Franosch. Die Opfer: Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Ein Teil des Materials stamme aus Deutschland, sagte der Jurist. Die Aufnahmen hätten für ihn als Ermittler schon "eine erhebliche Belastung" bedeutet.
Rund 500 Nutzer sollen beteiligt gewesen sein, etwa 140 von ihnen wurden ermittelt. Gegen sie laufen gesonderte Verfahren. Die Frage nach einem möglichen Strafmaß wollte die Staatsanwaltschaft nicht beantworten. Die Strafkammer habe aber "eine Strafgewalt von bis zu 15 Jahren", hieß es.
Die Angeklagten kommen aus mehreren Bundesländern. Sechs von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Das Verlesen der Anklage dauerte knapp drei Stunden.
Ein Hauptangeklagter muss sich zudem wegen des mehr als 20-fachen mitunter schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten - vor den Augen eines seiner Opfer, das im Gerichtssaal saß. Die heute junge Frau ist eine Nebenklägerin.
Im Internet habe sich die Bande "abgeschottet vom polizeilichen Zugriff" zu bewegen versucht, sagte Franosch weiter. Die Männer seien "teilweise sehr konspirativ" vorgegangen. "Die Treffpunkte konnten selbst mit Suchmaschinen wie Google nicht gefunden werden."
Für die "streng hierarchisch aufgebauten" Treffs seien Bezeichnungen wie "Zauberwald" und "Sonneninsel" gewählt worden. Teilnehmer hätten sich mit Spitznamen wie "Waldmeister" und "Lumpi" getarnt.
Wer dazugehören wollte, habe erst einmal eine Art Aufnahmeprüfung bestehen müssen - "eine Keuschheitsprobe ablegen", nannte dies ein Ermittler. Je mehr pornografisches Material herbeigeschafft wurde, umso höher sei ein Nutzer in der Hierarchie geklettert. "Aber wer gegen Sicherheitsrichtlinien verstieß, wurde bestraft oder gelöscht", schilderte Franosch. Erst nach einem anonymen Hinweis war die Bande bei einer Razzia vor einem Jahr aufgeflogen.
Quelle: dpa
Roland schrieb:
am 8. September 2010 um 18:57:44
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Pädophile + Kinderpornos
Was diese Typen den Kindern antun, ist sicher nicht zu beschreiben.
Was für ein kriminelles Umfeld sich im
Internet damit breit gemacht hat.
Eigentlich kann es nicht schwer sein, die Seiten zu sperren und den
Anbietern den Zugang zum Netz unmöglich machen.
Die Politiker haben mal davon geredet, das war´s.
Was sind dies für Politiker die nicht im Interesse unserer Kinder agieren.
Bei diesen Pädophilen gehört nach der Verurteilung die Kastration angeordnet
und weggesperrt für immer.
Das war´s-
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KONDI schrieb:
am 8. September 2010 um 18:54:24
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Mammutprozess
Diese perversen Hirne findet man in allen Kreisen.Also auch in höchsten Gefilden von Politik, Wirtschaft und Kirche.Das ist
eben das eigentliche Problem.Die ganz oben werden dadurch nämlich verschont von der Justiz.Wie immer: die Kleinen fängt man,die Großen läßt man laufen.Vertrauen in die Justiz hat wohl kaum noch jemand.Also kann man eigentlich schon sagen wie dieser Prozess ausgeht.Für die Polizei muß es auch frustrierend sein zu sehen wie man die größten Gangster wieder laufen läßt.
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Birgit schrieb:
am 8. September 2010 um 18:18:20
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Kinder
Wer sich an Kindern vergeht oder sie auch "nur" so missbraucht, zwecks Videos etc hat keine Gnade verdient. Lebenslänglich,
anschliessend wegsperen. Kinder sind unschuldig, und HABEN das RECHT, sich sicher fühlen zu dürfen und von Erwachsenen beschützt zu werden. Das ist auch unsere Pflicht als Erwachsene.
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