21.02.2012, 08:26 Uhr
First Lady im Schloss Bellevue? Mit dieser Herausforderung hatte Daniela Schadt wohl nicht gerechnet. Seit zwölf Jahren ist sie die Lebensgefährtin von Joachim Gauck. Mit dessen bevorstehender Wahl zum Bundespräsidenten rückt die zurückhaltende, kluge Frau plötzlich ins Rampenlicht der deutschen Öffentlichkeit.
Die 52-jährige Journalistin arbeitet schon seit einem Vierteljahrhundert bei der "Nürnberger Zeitung", sie leitet dort das Ressort Innenpolitik. Dass das innenpolitisch wichtigste Thema des Sonntags sie persönlich betreffen würde, überraschte sie genau wie ihren Partner. Die beiden hatten den Sonntag in Wien verbracht. Während er von dort nach Berlin flog, setzte sie sich in den Zug in Richtung Nürnberg - eine Kollegin rief sie während der Fahrt an und erzählte ihr am Telefon, dass im zweiten Anlauf nun doch Gauck Bundespräsident werden soll.
69 Prozent sprechen sich bei der Forschungsgruppe Wahlen für ihn als neuen Bundespräsidenten aus. zum Video
Schadt hatte sich schon bei der ersten Kandidatur im Jahr 2010 für Gauck engagiert. Die 52-Jährige nahm sich extra Urlaub. Und sie zeigte sich geradezu begeistert von den gesellschaftlichen Debatten, die der frühere DDR-Bürgerrechtler auslöste. Dass Gauck dann im dritten Wahlgang scheiterte, nahm die leidenschaftliche Radlerin lächelnd und fast ein bisschen erleichtert auf.
Seit nunmehr zwölf Jahren sind die beiden ein Paar - ohne Trauschein und pendelnd zwischen Berlin und Nürnberg. Gauck, der sich nach dem Mauerfall von seiner Frau und der Mutter seiner vier Kinder trennte, ist nicht geschieden. Schon 2010 hatte Gauck über eine Hochzeit nachgedacht - falls er Staatsoberhaupt wird. Aus der Fernbeziehung könnte eine Nahbeziehung werden, sagte er damals. Nun ist alles wieder auf Anfang.
Derzeit ist die 52-Jährige mit den graugrünen Augen abgetaucht. In ihrer Redaktion herrscht eine Mischung aus Stolz und Bedauern, eine kompetente und angenehme Kollegin zu verlieren. Ihre sprachlich durchgestylten Kommentare haben eine große Leser-Fangemeinde, ihre Texte seien pfiffig und analytisch, heißt es in der Redaktion. Ihr wird hintersinniger Humor bescheinigt und die Fähigkeit, herzlich zu lachen.
Als "sehr gelungene Ost-West-Verbindung" beschrieb Schadt ihre Beziehung zu Gauck in einem Gespräch. Die geborene Hessin aus Hanau hatte Gauck bei einem Vortrag in Nürnberg kennengelernt, wo sie als Journalistin im Einsatz war. "Das war so interessant, da musste nochmal drüber diskutiert werden", beschrieb die studierte Germanistin die Anfänge.
Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler, auf den sich die Regierungs- und Oppositionsparteien geeinigt haben, im Porträt. zum Video
An ihrem Partner schätzt Schadt vor allem seinen Mut und seine Begeisterungsfähigkeit. "Herz und Verstand sind in einer Balance, ohne dass der Verstand zu kurz kommt." Sie bedauert, dass sie "den Gauck" zu Ostzeiten nicht ein einziges Mal als Pfarrer von der Kanzel erlebt hat.
Schadt sagt von sich, sie sei bodenständig und könne gut Fisch in Weißweinsoße mit Zwiebeln und Tomaten zubereiten. Mit Gauck teile sie die Fußballleidenschaft, verriet die sportbegeisterte frühere Volleyballerin.
Wie wird eine solch vielseitige und eigenständige Frau ihre Rolle als First Lady ausfüllen? Dass sie an der Seite des 72-jährigen Gauck künftig lediglich als Schirmherrin von Stiftungen auftritt, können sich viele aus ihrem Umfeld nicht so recht vorstellen.
In der zur Etikette einer First Lady zählenden vornehmen Zurückhaltung hat sie sich immerhin in den vergangenen Wochen geübt. Schadt verzichtete konsequent in der Skandalserie von Christian Wulff darauf, selbst Kommentare darüber zu schreiben - niemand sollte ihr als Partnerin des 2010 unterlegenen Gauck Böses nachsagen können.
Quelle: AFP , dpa
La schrieb:
am 20. Februar 2012 um 21:15:37
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Gauck
Es wird immer schlimmer! Frau, Lebensgemeinschaft, Alter des BP und mal sehen was sie bei dem wieder ausgraben!
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piet schrieb:
am 20. Februar 2012 um 21:15:00
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(678)
BP Gauck
Meine Güte, jetzt ist Wulff endlich weg, Gauck noch nicht einmal gewählt und schon wird wieder rumgemeckert. Wen hättet ihr denn
gewollt, etwa Frau v.d.L? Gauck wird auf jeden Fall ein Aushängeschild für die Bundesrepublik werden. Ein Mann der Charissma hat und ehrlich ist, würdevoll und volksverbunden. Ein ganz anderes Kaliber als seine letzten beiden Vorgänger. Ich wünsche ihm und seinen Angehörigen viel Glück, und ein dickes Fell für die zweifellos aufkommenden Presseberichte.
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Jo schrieb:
am 20. Februar 2012 um 21:02:36
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Gauck
Es ist doch egal, ob Gauck verheiratet ist oder in einer Beziehung lebt.
Wichtig ist, dass er ein guter BP ist.
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