01.09.2010, 15:22 Uhr | Von Thomas Borchert, dpa
Dänen wollen eine selbstgebastelte "Discount-Rakete" abschießen (Foto: dpa)
Billige selbstgebastelte Raketen für die bemannte Raumfahrt erfordern mutige Astronauten, haben aber vielleicht auch ihre Vorteile. "Die Aussicht bei uns ist viel besser als in den meisten anderen Raumfahrzeugen", schwärmte der Däne Peter Madsen in der Zeitung "Jyllands-Posten", einen Tag vor dem mit Spannung erwarteten Teststart auf der Ostseeinsel Bornholm. Wenn es das Wetter zulässt, soll die neun Meter hohe "Tycho Brahe" in bis zu 30 Kilometer Höhe geschossen werden und am Ende an Fallschirmen wieder auf die Ostsee niedergleiten.
In der Kapsel ist allerdings doch erstmal nur eine 70 Kilogramm schwere Astronauten-Puppe fest gespannt. Madsen und sein Partner Kristian von Bengtson, immerhin studierter Raumfahrtexperte und schon als Designer für die US-Profis von der NASA im Einsatz, sind zwar von ihrem Projekt als Pioniere bei der ganz privaten Raumfahrt überzeugt. Am Ende wollen sie auch selbst in der Kapsel Richtung All sausen. Aber eben erst, wenn alles sauber durchgetestet ist. "Es kann sein, dass die Rakete 44 Purzelbäume schlägt und in der Luft explodiert. Dann erleben wir eben einen tollen Crash", sagt Madsen.
Umgerechnet 40.000 Euro haben beide in die Konstruktion und den Bau ihrer "Heat-1X-Tycho-Brahe" gesteckt. Von Bengtson ordnet das für die Geschichtsschreibung der bemannten Raumfahrt so ein: "Unsere Rakete kostet so viel wie ein gutes Auto in Dänemark oder der Türgriff an einer NASA-Rakete." Während Raumfahrt-Ingenieure in den USA, Russland oder China an geheimen Orten über raffinierten Lösungen für alle möglichen Probleme auf dem Mond oder Mars brüten, sind Madsen und Bengtson einfach zu den nächsten Discount-Märkten geradelt.
Das "Hitzeschild" ihrer 1,6 Tonnen schweren Rakete besteht aus acht Lagen Kork aus einem Teppich-Laden. Gegen die Vereisung von Ventilen während des Fluges ist ein Haushaltsfön zum Einkaufspreis von gut zehn Euro in der Rakete montiert. Die Schrauben, die alles zusammenhalten, stammen überwiegend aus Baumärkten.
"Uns ist schon klar, dass die von der NASA denken, wir haben selbst ein paar Schrauben locker", meint Madsen. Bengtson sieht die Sache nüchtern: "Das ist zweifellos die einfachste Raumrakete, die jemals gebaut wurde. Wir haben die simpelsten Materialien benutzt, die wir finden konnten. Es ist ein Experiment."
Mit höchst unsicherem Ausgang. Wenn Wind und Wetter auf Bornholm es zulassen, wissen die dänischen Enthusiasten am Donnerstagabend, ob die NASA-Leute vielleicht recht haben. Maximal bis 17. September können Madsen, von Bengtson und ihre 15 freiwilligen Helfer den Abschuss in der Nähe von Nexø auf Bornholm noch aufschieben.
Quelle: dpa
Germane schrieb:
am 1. September 2010 um 19:29:32
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Wikinger
Auha..die Wikinger sind zurück und basteln jetzt ihr Schlachtschiff für einen Angriff aufn Mond! Klasse ihr Nordmannen...haut sie
alle weg die NASAs,ESAs, russisch, japanische oder chinesische Apparaturen.
Allerdings das Ding mitn Föhn find ich eher wohl nen Witz oder?
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Der Kurt schrieb:
am 1. September 2010 um 19:06:15
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Dänenrakete
Ich find es auch Klasse. Alle großen Erfinder wurden anfangs auch belächelt weil sie sich auf Neuland begaben. Einige sind auf
der Strecke geblieben, aber ohne Menschen wie Kolumbus, Stevenson oder Benz würden wir noch alle noch in Afrika sitzen. Einen Versuch ist es allemal wert.
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Olsenbande schrieb:
am 1. September 2010 um 19:00:50
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Goil!
Die sind ja wie die Olsenbande. Und es wird funktionieren, da bin ich mir sicher. Ist doch nicht von Chinesen, Japanesen oder
Amerikanern gebaut...oder von den Deutschen wie der allwettertaugliche ICE...
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