Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Ausland > Europäische Union >

Dänemarks Pläne für Grenzkontrollen vorerst gescheitert

...

Dänemarks Pläne für Grenzkontrollen vorerst gescheitert

01.07.2011, 15:56 Uhr

Die dänische Mitte-Rechts-Regierung will an den Grenzen zu Deutschland und Schweden wieder Kontrollen einführen (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die dänische Mitte-Rechts-Regierung will an den Grenzen zu Deutschland und Schweden wieder Kontrollen einführen (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Dänemark-Urlauber müssen auf dem Weg an die Nordsee vorerst doch nicht an neu postierten Zollkontrolleuren vorbei. Nach immer heftigeren Protesten im In- und Ausland hat die dänische Opposition in letzter Minute die Pläne von Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen und seinen rechtspopulistischen Mehrheitsbeschaffern gestoppt - zumindest vorerst.

Kurz bevor der Finanzausschuss des Parlaments über das umstrittene Vorhaben entscheiden sollte, zogen die oppositionellen Sozialdemokraten und die Volkssozialisten ihre bisherige Unterstützung für die Pläne von Rasmussens Minderheitsregierung zurück. Sie erzwangen die Überweisung der endgültigen Entscheidung an das Plenum im Kopenhagener Folketing.

Entscheidende Abstimmung am 1. Juli

Die Folketings-Mehrheit hängt bei der für den 1. Juli erwarteten Abstimmung jetzt von der Stimme eines fraktionslosen Abgeordneten ab. Der Christdemokrat Per Ørum Jørgensen kündigte an, dass er der Regierungsvorlage zustimmen wolle.

Die Wiedereinführung von Kontrollen an den Grenzen nach Deutschland und Schweden ist aus Sicht der dänischen Regierung zur Bekämpfung von Verbrechen sowie zur Eindämmung illegaler Einwanderung nötig. Gegner sehen in dem Vorhaben jedoch einen Verstoß gegen das Schengen-Abkommen der EU, das einen freien Personen- und Warenverkehr vorsieht.

Weiter wird kritisiert, der Plan sei ein Zugeständnis der Minderheitsregierung an die fremdenfeindliche Volkspartei. Diesen Vorwurf weist die Regierung zurück. "Wenn wir in den nächsten Wochen klarmachen, dass es gar nicht um Personen- und Passkontrollen geht, wird die internationale Kritik verstummen", sagte Rasmussen. 

"Menschenhändler" und "übrige ausländische Kriminelle"

Die konservative Zeitung "Berlingske Tidende", sonst der Kopenhagener Regierung eigentlich wohlgesonnen, führte ihren Lesern per Karikatur höhnisch vor, wie sich die Regierung die Kontrollen an den deutsch-dänischen Grenzübergängen wohl vorstellt: Lange Schlangen auf Bahn elf vor dem roten Schild "Ostbanden", ebenso auf Bahn zehn für "Menschenhändler" und Bahn neun für "übrige ausländische Kriminelle". Dazwischen grimmig kontrollierende Zöllner, und ganz außen die Bahn zwölf mit dem strahlend grünen Schild "ehrliche Dänen". 

Nach der harten Kritik an den Kopenhagener Plänen aus Brüssel und Berlin waren auch in Kopenhagen selbst die Forderungen nach Rücknahme der Pläne in dieser Woche immer lauter geworden. In einem Leitartikel riet "Berlingske Tidende" Rasmussen wie vorher einhellig alle anderen Parteien, seine Pläne für die Grenzkontrolle möglichst schnell wieder einzumotten.

Negative Signalwirkung

Die negative Signalwirkung sichtbarer neuer Grenzkontrollen für andere EU-Länder hatte Rasmussen wohl massiv unterschätzt, als er seine Vereinbarung mit der Rechtspopulistin Pia Kjærsgaard einging. Nach demselben Muster wie so oft seit der Regierungsübernahme 2002: Kjærsgaard versprach die Stimmen ihrer Fraktion für den Haushalt oder andere Regierungsvorhaben und bekam im Gegenzug Verschärfungen bei der Ausländerpolitik zugesagt. 

Das hat Dänemark die härtesten Zuwanderungsbeschränkungen in Westeuropa und dem Regierungslager drei Wahlsiege in Folge beschert. Zuletzt aber zog es im Gefolge der Finanzkrise nicht mehr. Das rechte Regierungslager liegt in Umfragen konstant hinter der sozialdemokratisch geführten Opposition, bis November muss neu gewählt werden.


Quelle: dpa , dapd

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Dänemarks Pläne für Grenzkontrollen vorerst gescheitert" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Dänemarks Pläne für Grenzkontrollen vorerst gescheitert" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (6)

zum Forum

Thema: "Dänemarks Pläne für Grenzkontrollen vorerst gescheitert"

PETRAXX schrieb: am 10. Juni 2011 um 21:19:52
(4) (0) Her mit den Analphabeten ! ! !
Richtig so . Grenzkontrollen gegen die Brut aus Osteuropa und gegen andere Bertüger ! ! Deutschland schläft
und lässt lieber ca. 120000 ausgebildete Ingenieure und Facharbeiter unser Land verlassen - und freut sich über den Zuzug von Fachkräften aus der Schafzucht mit Weidestock , die kein Wort DEUTSCH VERSTEHEN und hier nur dem Rest unseres Volkes auf der Tasche liegen ! ! ! Wie kann das sein ? Wollen die einen Industriestaat tatsächlich zerstören ? Man hat den Eindruck und das Gefüh
mehr Kommentar melden

Stefan schrieb: am 10. Juni 2011 um 21:12:10
(4) (0) Mehr illegale einwanderer
Ohne Grenzen sind sehr viele illegale einwanderer über die Grenzen in der Eu Staaten.Die Arbeiten Schwarz und sind
nicht versichert. Ohne Kontollen bei den Grenzen lässt sich alles viel einfacher Schmugeln ,Wie Menschen ,Waffen ,Drogen und Billige Zigaretten.
mehr Kommentar melden

Realist schrieb: am 10. Juni 2011 um 20:54:36
(4) (0) Kontrollen
Dänemark, richtig. Es muss wieder kontrolliert werden...

Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Prämierte Riserva
Spitzenweine bei Hawesko

Acht Flaschen 2007er San Martino plus Dekanter jetzt für nur 49,- € statt 78,10 €. von Hawesko

Einkaufswelt
Bis zu 92% günstiger
Angebot bei druckerzubehoer.de

Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr

Einkaufswelt
Tablet zum Sensationspreis
Knüller knallhart bei euronics.de

24,6 cm Tablet-PC mit Android 4.0, 1 GHz Prozessor inkl. Ledertasche für nur 229,- €. bei euronics

Einkaufswelt
Schicke Brillen für alle
Schicke Brillen - bei optikplus

Für einen klaren Durchblick: Lese-
brillen, Komplettbrillen u.v.m. zu top Preisen! bei optikplus.de


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

"Mit einem Unfall haben alle gerechnet"
Der Todesfahrer von Hamburg-Eppendorf raste im März 2011 mit Tempo 100 in eine Fußgängergruppe (Quelle: dpa)

Ex-Chef belastet Todes- fahrer schwer. mehr

Whistleblower gefeu- ert: Firma muss zahlen
Altenpflegerin Brigitte Heinisch (Quelle: dpa)

Altenpflegerin erhält 5- stellige Abfindung. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Einkaufswelt
Rasenmäher kostengünstig
Mähen leichtgemacht von plus.de

Angebote sichern und jetzt dabei kräftig sparen. bei plus.de

Augenblicke
Fotos des Tages
Der Formel Eins Bolide des Finnen Heikki Kovalaien wird mit einem Kran von der Fahrbahn gehievt. (Quelle: Reuters\Olivier Anrigo )

Ein Kran hievt einen Boliden von der Strecke. mehr

Special
Die neuen Kriege
US-Soldaten beim Einsatz in Afghanistan (Quelle: Reuters)

Moderne Kriegsführung und moderne Waffen. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Quiz
Rätseln Sie sich schlau!
(Montage: t-online.de)

Quiz bei t-online.de: Testen Sie Ihr Wissen. zur Quiz-Seite

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige