29.09.2007, 11:26 Uhr
Die parteiintern umstrittene CSU-Kommunalpolitikerin Gabriele Pauli hat das Rennen um den CSU-Vorsitz verloren. Sie kam erwartungsgemäß bei der Wahl mit nur 2,5 Prozent der Stimmen nur auf Platz drei. Immerhin bekam sie 24 Stimmen - das waren schon 23 mehr als gestern für ihren Antrag einer Ehe auf Zeit.
Porträt
Video
Foto-Serie
Stoiber im Porträt
Muschi oder Mausi?
Foto-Serie
Politik soll Menschen glücklicher machen
Pauli hatte ihre Kandidatur zuvor mit der wachsenden Zahl der Nichtwähler begründet. Viele Bürger seien die Politiker leid. Die CSU müsse die Menschen ansprechen, die Frust auf die Politik hätten. "Denen müssen wir sagen, Ihr seid gewünscht mit Euren kontroversen Gedanken." Dafür trete sie an. Sie betonte: "Die Politik soll die Menschen glücklicher machen."
Nur zweimal kurz Beifall bekommen
Während ihrer Rede verließ eine Reihe Abgeordneter den Saal. Am Ende und zwischendurch einmal bekam sie aber auch Applaus. Gut kam bei den Delegierten an, als sie an den designierten bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein gewandt sagte: "Ich nehme Dein Angebot zum Gespräch gerne an."
Pauli forderte Erklärung
Sie hatte Beckstein am Vormittag schwere Vorwürfe gemacht, weil sie sich von ihm persönlich diffamiert fühlt. Sie forderte den designierten bayerischen Ministerpräsidenten auf, sich zu seinen jüngsten Angriffen auf sie zu erklären. Wie könne es sein, "dass ich von Dir als eine Person bezeichnet werde, die zum Psychiater muss", fragte Pauli. Für diese Aussage fordere sie keine Entschuldigung, aber eine Erklärung.
Fühlt sich in die Ecke gestellt
Pauli äußerte sich auch zu den Angriffen gegen sie nach der Rücktrittsankündigung von Edmund Stoiber im Januar. "Man hat versucht, mich in die Ecke des Rotlichts zu stellen. Man hat versucht, mich unglaubwürdig zu machen." Sie sei zur "Königsmörderin" gemacht worden. Sie warf ihren Parteifreunden vor, Rache für den von ihr mit erzwungenen Rückzug Stoibers nehmen zu wollen. "Man versucht, jemanden Verantwortlichen zu finden für alle Entwicklungen. Diese Person will man heraushaben aus dieser Partei." Dabei habe sie mit ihrer wiederholten Kritik an Stoiber nur das ausgesprochen, was viele in Bayern so empfunden hätten.
Pauli fordert mehr Mut
Schließlich verteidigte die Landrätin ihren umstrittenen Vorschlag einer Ehe auf Zeit. "Eine Ehe, die lebendig ist, kann alle sieben Jahre erneuert werden. Das kann etwas sehr Schönes sein. Wovor haben Einzelne Angst, dies zu tun?" Pauli sagte, es gehe ihr mit ihren Vorschlägen nicht darum, gut anzukommen. "Gute Politik ist, wenn die eigene Überzeugung stärker ist als das Schielen nach Ämtern", sagte sie. "Wir müssen mutig das sagen, was wir denken, unabhängig davon, ob wie unsere Karriereziele erreichen oder nicht." Dies würde Politiker beim Bürger wieder glaubwürdig machen.
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video