29.09.2007, 11:33 Uhr
Der CSU-Parteitag in München hat Erwin Huber zum neuen Parteichef gewählt und Günther Beckstein zum Spitzenkandidaten der Christsozialen für die bayerischen Landtagswahlen 2008 nominiert. Beckstein wird Edmund Stoiber Anfang Oktober als bayerischer Ministerpräsident ablösen. Der neue CSU-Chef schlug als erstes nach seiner Wahl vor, Stoiber zum Ehrenvorsitzenden zu wählen.
Pauli stört Prozession
Vor der Nominierung Becksteins sorgte Gabriele Pauli für Unruhe. Die Fürther Landrätin forderte ihn auf, seine jüngsten Angriffe auf sie zu erklären. Wie könne es sein, "dass ich von Dir als eine Person bezeichnet werde, die zum Psychiater muss", fragte Pauli Beckstein.
Erwin Huber im Porträt
CSU-ParteitagPauli provoziert Männerriege
Huber gewinnt Kampfabstimmung
Der für den Parteivorsitz klar favorisierte bayerische Wirtschaftsminister Huber setzte sich in einer Kampfabstimmung schon im ersten Wahlgang gegen Bundesagrarminister Horst Seehofer durch. Der 61-Jährige erhielt 558 Stimmen (58,2 Prozent). Auf Seehofer entfielen 375 Stimmen (39,1 Prozent). Die parteiintern umstrittene Pauli hatte als dritte Bewerberin keine Chance, sie erhielt 24 Stimmen (2,5 Prozent). Bei ihrer Rede zur Kandidatur bekam sie allerdings erstaunlich viel Applaus.
"Gludernde Lot"
Video
Foto-Serie
Stoiber im Porträt
Muschi oder Mausi?
Foto-Serie
Beckstein will keine Kopie sein
Zuvor hatten die CSU-Delegierten den bayerischen Innenminister Beckstein zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahlen nominiert. Der 63-Jährige erhielt in geheimer Wahl 906 von 938 Stimmen, was einem Anteil von 96,6 Prozent entspricht. Der designierte Nachfolger des scheidenden Ministerpräsidenten Stoiber hatte zuvor versprochen, politisch für Kontinuität sorgen zu wollen, ohne aber eine Kopie Stoibers zu sein.
Protestant wird Bayernchef
Beckstein, der als erster Protestant und erster Franke bayerischer Ministerpräsident wird, betonte seine christlichen Wurzeln: "Ich weiß, dass ich nicht der Allerhöchste bin, sondern dem Allerhöchsten verantwortlich bin." Er hatte zuvor allerdings mehrfach betont, dass er sich von den drei Kandidaten Erwin Huber, Horst Seehofer und Gabriele Pauli Wirtschaftsminister Huber als neuen Parteichef wünsche. Wichtig sei, von nun an wieder geschlossen aufzutreten.
Wahl reine Formsache
Bereits am 9. Oktober soll der bayerische Landtag Beckstein zum Nachfolger Stoibers als Ministerpräsident wählen, die CSU-Landtagsfraktion hatte ihn dazu als einzigen Kandidaten nominiert. Angesichts der Zweidrittelmehrheit im Landtag gilt die Wahl als Formsache. Stoiber legt am Sonntag sein Amt als Regierungschef formal nieder. Er wird es aber noch bis zur Neuwahl kommissarisch behalten.
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video