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CSU: Gabriele Pauli kandidiert nach heftiger Kritik weiter für Parteivorsitz

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Pauli kandidiert weiterhin für Parteivorsitz

20.09.2007, 13:49 Uhr

Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli hat mit ihrem Vorschlag einer Ehe auf Zeit weiter heftige Reaktionen ausgelöst. In der CSU würden einige sagen, "das ist eine Frage, die über Psychologen oder Psychiater zu behandeln ist", sagte der designierte bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein am Donnerstag auf N24.


"Völlig außerhalb der CSU"
Pauli hatte bei der Vorstellung ihres Wahlprogramms für den CSU-Parteitag gesagt, sie halte ein Auslaufen von Ehen nach sieben Jahren für sinnvoll. Ehepaare müssten sich dann bewusst für eine Verlängerung entschließen. Dies könne Scheidungskosten sparen. Beckstein sagte, "ich kenne niemanden in unserer Partei, der diese Vorschläge überhaupt diskutiert. Manche meinen, das war eine ganz blöde Geschichte, um in die Medien zu kommen, oder es sei Comedy gewesen." Pauli habe sich "völlig außerhalb der CSU positioniert", was auf dem Parteitag Konsequenzen haben werde. "Ich kann mir nicht vorstellen, wer sie dort unterstützen sollte." Die 50-Jährige kandidiert Samstag in einer Woche gegen Erwin Huber und Horst Seehofer für den CSU-Vorsitz.

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"Eingekeilt zwischen Herman und Pauli"
Unionsfraktionsvize Katherina Reiche sagte dem Sender N24 mit Blick auf das Lob des NS-Familienbildes durch die ehemalige "Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman: "Ich finde, was unsere Familien gerade durchmachen, eingekeilt zwischen Gabriele Pauli und Eva Herman - das ist schon ganz schön viel." CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer sagte im Inforadio des RBB, Pauli spiele politisch eine so geringe Rolle, "weniger wie der Dreck unter den Fingernägeln". Während die um den CSU-Vorsitz kandidierende Pauli ihren Vorschlag verteidigte, kritisierten ihn auch Vertreter von CDU und FDP.


"CSU ist Boulevard-Partei"
Die FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin sieht Paulis Idee als Folge der CSU-Programmatik. Es wundere sie nicht, dass so etwas aus der CSU komme, sagte Koch-Mehrin der "Netzeitung". Schließlich hätten die Christsozialen "große Defizite" bei gesellschaftspolitischen Themen wie der Homo-Ehe, weil sie nicht akzeptieren könnten, wie die Realitäten seien. Zugleich sieht das FDP-Präsidiumsmitglied in der Idee auch ein Zeichen für die abnehmende Ernsthaftigkeit der CSU. "Die CSU hat sich in den letzten Jahren erfolgreich zur Boulevard-Partei gewandelt."

Landrätin will trotzdem kandidieren
Pauli verteidigte ihren Vorschlag. "Ich orientiere mich an der Realität des Lebens", sagte sie der "Bild"-Zeitung. Viele Scheidungsprobleme würden mit der von ihr empfohlenen Begrenzung von Ehen auf sieben Jahre erst gar nicht entstehen. Schließlich müssten alle Fragen wie Unterhalt, Zugewinn oder Sorgerecht für Kinder vorher geklärt werden. Für die Aufforderung von CSU-Chef Edmund Stoiber, aus der Partei auszutreten, sehe sie keinen Anlass. "Die CSU sollte sich lieber fragen lassen, ob sie die Realitäten zur Kenntnis nehmen möchte."

Kabarettist hatte zuerst die Idee
Derweil berichtet der Bayerische Rundfunk, der Vorschlag Paulis sei aus seinem Kabarett-Programm geklaut. Über eine Ehe auf Zeit habe bereits der Kabarettist Frank-Markus Barwasser vor rund zwei Jahren nachgedacht. "Vielleicht sollte man überhaupt die Ehe immer zeitlich begrenzen - dass die Ehelaufzeit fünf Jahre dauert - und dann wird neu verhandelt", sinnierte Barwasser damals als fränkischer Grübler Erwin Pelzig in seiner Radiosendung auf Bayern 3.


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Quelle: dpa

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