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Costa-Concordia-Unfall: Suche nach Vermissten im Wrack eingestellt

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Fotos: dapd/Reuters (Quelle: dapd/Reuters)

Ende der Suche nach Vermissten im Wrack

01.02.2012, 11:07 Uhr

Inzwischen wurden sechs deutsche Opfer identifiziert. 15 Menschen werden noch vermisst.

Die Suche nach Vermissten im Wrack der "Costa Concordia" ist endgültig eingestellt worden. Die Suchaktionen im Inneren des Schiffs würden aus Sorge um die Sicherheit der Taucher beendet, sagte ein Sprecher der italienischen Feuerwehr.

Der Zivilschutz informierte nach eigenen Angaben die betroffenen Familien und Botschaften über die Entscheidung. Bislang wurden 17 Tote aus dem am 13. Januar vor der Toskana-Insel Giglio havarierten Schiff geborgen.

Sechstes deutsches Opfer identifiziert

Wie das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte, wurde inzwischen ein sechstes deutsches Todesopfer identifiziert. Es handele sich um eine 66-Jährige Frau aus dem Landkreis Biberach, teilte die Polizeidirektion Biberach mit. Damit werden noch insgesamt 15 Menschen vermisst, darunter sechs Deutsche.

Den Feuerwehrangaben zufolge sollen aber Helfer erneut bestimmte aus dem Wasser ragende Teile der "Costa Concordia" sowie die unmittelbare Umgebung des Wracks nach Leichen absuchen. Dabei soll mit Spezialgerät auf dem Meeresgrund in einem 18 Quadratkilometer großen Gebiet um das havarierte Schiff nach möglichen Todesopfern gesucht werden.

Video
"Costa Concordia" könnte monatelang liegen bleiben

Die Bergung des havarierten Kreuzfahrtschiffs vor der italienischen Insel Giglio wird laut Experten mindestens bis zum Jahresende dauern. zum Video

Rumpf nach Sprengungen verformt

Die Entscheidung zur Einstellung der Sucharbeiten der Taucher traf der technische Leiter der Aktion und Feuerwehrchef der Stadt Grosseto, Ennio Aquilino, in Absprache mit weiteren Verantwortlichen. Demnach liegen Informationen über eine Verformung des Schiffsrumpfes an den Stellen vor, an denen die Helfer Löcher gesprengt hatten, um in das Innere des Wracks zu gelangen. Befürchtet wurde unter anderem, dass die Taucher nicht mehr aus dem Wrack herauskommen könnten.

In den vergangenen Tagen hatten die Taucher ihre Suche wegen hohen Wellengangs und kleiner Bewegungen des Schiffs immer wieder unterbrechen müssen. Die Arbeit im Inneren des Wracks war ohnehin extrem schwierig, weil beispielsweise herumschwimmende Möbel die Taucher behinderten und trübes Wasser ihre Sicht einschränkte. Zudem war jeder Tauchgang auf 50 Minuten begrenzt, tief ins Innere des Wracks konnten die Taucher daher nicht vordringen.

Foto-Serie: Die Havarie der "Costa Concordia"
6 Bilder von 23

Schweröl noch immer nicht abgepumpt

Mittlerweile ist es zweieinhalb Wochen her, dass das Kreuzfahrtschiff mit über 4200 Menschen an Bord dicht vor der Insel Giglio auf einen Felsen lief. Wegen schlechten Wetters konnten rund 2400 Tonnen Schweröl noch immer nicht abgepumpt werden. Sollte der Treibstoff austreten, droht eine Umweltkatastrophe.

Fachleute schätzen, dass es einen Monat dauert, die 15 Treibstofftanks mit über 80 Prozent der gesamten Ölmenge an Bord des Schiffes zu leeren. Als nächstes wäre der Maschinenraum dran, der fast 350 Kubikmeter Diesel und anderes Öl enthält. Erst danach können die Arbeiten zum Abtransport der "Costa Concordia" beginnen, egal ob sie ganz abgeschleppt oder erst in Teile zerlegt wird. Dazu sind große Bergungsschiffe, Kräne und anderes schweres Gerät erforderlich.

Giglios Einwohner fordern Transparenz

Den Bewohnern von Giglio kann es nicht schnell genug gehen. "Die müssen in die Gänge kommen. Wir gehen auf die Reisesaison zu", erklärte eine Einwohnerin bei einer Bürgerversammlung. Dort wurde vor allem Transparenz vom Leiter der Zivilschutzbehörde, Franco Gabrielli, gefordert. Ein Teilnehmer fasste es zusammen: "Er soll uns sagen, wie es kommt, dass sie ein Jahr brauchen werden, dieses Schiff zu entfernen, was sie machen und wie die Pläne zum Abpumpen des Treibstoffs vorankommen."


Quelle: dpa , dapd , AFP

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Kommentare (24)

zum Forum

Thema: "Costa-Concordia-Unfall: Suche nach Vermissten im Wrack eingestellt"

Antwort zu He schrieb: am 31. Januar 2012 um 21:06:46
(15) (1) Die Kenterung wäre - leider - wohl ohnehin gekommen
Sie schreiben sinngemäß, dass in tiefem Wasser so gut wie nichts passiert wäre und
erst Kap. Schettino "alles falsch gemacht hat". Vor einiger Zeit ist in Griechenland die "Sea Diamond" (ähnlich gebaut) mit einem Felsen zusammengestoßen und dann - in tiefem(!) Wasser - langsam(!) gekentert. Hätte Kap. Schettino nicht flaches Wasser aufgesucht wären die beiden Koreaner jetzt tot. Ich pers. frage mich "warum man nicht kleine Tauchroboter zur Unters. nimmt" aber: So einfach
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jonny-58 schrieb: am 31. Januar 2012 um 20:59:59
(10) (1) @ Eure Antworen
Danke, als Landratte wird man ja mal fragen dürfen ;-))

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adea schrieb: am 31. Januar 2012 um 19:59:31
(16) (2) ..
ich verstehe nicht warum die Rederei nicht alles für die Bergung tut. Da es ja nun keine Überlebenden mehr geben wird sollten sie doch
nun endlich das Schiff auf andere Weise an Land bringen. Egal wie.. Kaputt ist es ja eh. Ich denke die Hinterbliebenen haben endlich ein Recht darauf Abschied zu nehmen. Die Aussagen von eine Vorschreiber was man tun würde wenn Angela Merkel an Bord wäre nicht schlecht.... Ich glaube nicht, das abgesehen von den Tauchern,alles getan wurde .
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