25.01.2012, 10:58 Uhr
"Costa Concordia": Ein Wettlauf gegen die Zeit Die Lage des Kreuzfahrtschiffs hat sich zwar stabilisiert, aber ein drohendes Unwetter gefährdet die Rettungsarbeiten.
Eine Woche nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" fordern deutsche Überlebende der Katastrophe offenbar Schadenersatz vom Reiseveranstalter und der Reederei. Unterdessen fanden die Taucher auf ihrer Suche nach nach Vermissten eine weitere Frauenleiche. Mit Sprengungen bahnten sie sich den Weg ins Wrack.
Nach einem Bericht von "Bild.de" reichten zwei Ehepaare und eine Frau aus Nordrhein-Westfalen bereits Klage ein. Die Zeitung beruft sich dabei auf einen Anwalt der Geschädigten, Hans Reinhardt. Die fünf betroffenen Passagiere klagen demnach auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Insgesamt gehe es um eine Summe von rund 78.000 Euro.
"Eines der Ehepaare verlor bei der Tragödie Kleidung, Schmuck und andere Wertgegenstände im Wert von rund 41.000 Euro", zitierte das Online-Portal den Anwalt. Zusätzlich zum Schadenersatz seien pro Person 2500 Euro Schmerzensgeld für die erlittenen Schockzustände zu rechnen. "Die Passagiere durchlebten buchstäblich den Schock ihres Lebens", so Reinhardt. Außerdem fordern die Passagiere Entschädigungszahlungen für "entgangene Urlaubsfreuden".
Die Geldforderungen wurden den Angaben zufolge zunächst an die bayerische Reisefirma gerichtet, bei der die Touristen ihre Kreuzfahrt gebucht hatten. Diese werde die Klage an die Reederei "Costa Crociere" weiterreichen.
Ausgewertete und digitalisierte GPS-Daten zeigen die letzten Kilometer vor dem Unglück in aller Deutlichkeit. zum Video
Zu den fünf Passagieren, die bereits Ansprüche gestellt haben, würden in der kommenden Woche wohl noch weitere hinzu kommen, sagte Reinhardt. In den nächsten Tagen führe er Gespräche mit mehreren Touristen, die beabsichtigten, sich Geld zurückzuholen.
Daneben wollen der italienische Verbraucherverband Codacons und zwei US-Anwaltskanzleien kommende Woche in Miami (Florida) eine Sammelklage gegen die Reederei einreichen, berichtet der britische Sender BBC und beruft sich auf einen Anwalt. Sie wollen für jeden Passagier eine Entschädigung von umgerechnet gut 120.000 Euro erstreiten.
Die "Costa Concordia" hatte am Freitagabend vor einer Woche mit mehr als 3200 Passagieren und 1000 Besatzungsmitgliedern an Bord vor der Küste der Toskana-Insel Giglio einen Felsen gerammt. Auf dem Schiff waren nach Angaben der deutschen Niederlassung der Reederei mehr als 560 deutsche Passagiere, die meisten von ihnen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren.
Nach einem Tag Zwangspause sind unterdessen wieder Taucher ins Wrack gestiegen. Nach Angabe der italienischen Nachrichtenagentur Ansa fanden sie im Heck der "Costa Concordia" eine weitere Frauenleiche. Der Körper sei im Heck entdeckt worden, nachdem am Samstagmorgen mit gezielten Sprengungen neue Zugänge zu dem Schiff geschaffen worden waren. Damit erhöhe sich die Zahl der Menschen, die bei der Havarie des Luxusliners vor gut einer Woche ums Leben kamen, auf zwölf. Wie die Agentur weiter berichtete, war die Leiche gegen 13.30 Uhr entdeckt und von den Tauchern der Küstenwache an Land gebracht worden.
Hören Sie hier Kapitän Schettino: Der Mitschnitt des Telefonats mit dem Hafenamt untermauert die schweren Vorwürfe gegen ihn. zum Video
Spezialkräfte der Feuerwehr hatten in der Nacht den Teil der 290 Meter langen "Concordia", der über Wasser liegt durchsucht - in erster Linie Deck vier. Der Luxusliner habe sich dabei "Gott sei Dank" nicht bewegt, bestätigte ein Sprecher der Rettungsmannschaften, Luca Cari. Fast den ganzen Freitag hindurch hatten die Arbeiten im Inneren des Schiffs geruht, weil leichte Bewegungen des gekenterten Ozeanriesen registriert worden waren.
Die italienische Regierung hatte am Freitagabend für die Gegend um den Unglücksort den Notstand ausgerufen. Damit sollen schnelle Hilfe und zusätzliches Geld zur Bewältigung der Krise ermöglicht werden.
Die Befürchtung des Krisenstabs, ein herannahender Sturm könnte die Lage des Schiffes und die Rettungsmaßnahmen gefährden, blieb bis Samstagmittag unbegründet. Trotz negativer Wettervorhersagen blieb das Meer ruhig und es wehte nur ein schwacher Wind. Hoher Seegang könnte das Kreuzfahrtschiff destabilisieren und weiter sinken lassen. Zur Sicherheit der Rettungskräfte wird die Situation daher fortlaufend neu bewertet. Überlegt wird, die "Concordia" mit Seilen am Felsen zu befestigen.
Unterdessen sind Aussagen des unter Hausarrest stehenden Kapitäns Francesco Schettino bekannt geworden, die ihn entlasten könnten. Nach übereinstimmenden Medienberichten vom Samstag sagte Schettino bei einer Anhörung vor Gericht, er habe unmittelbar nach der Kollision mit einem Felsen beim Kreuzfahrt-Unternehmen angerufen und sowohl ein Schlepperboot als auch Hubschrauber zur Rettung gefordert.
"Mir ist ein Malheur passiert", soll Schettino in dem Telefonat gesagt haben. Die Reederei wies die Darstellung zurück. "Er hat uns belogen und auch die Besatzung des Schiffes", betonte der Chef von Reederei "Costa Crociere", Pierluigi Foschi.
Quelle: dapd , AFP , dpa
Gehörschaden schrieb:
am 21. Januar 2012 um 19:51:36
(380)
(130)
Schadensersatz
Was ist das mies, schon jetzt Schadensersatz einzuklagen, wo noch nicht einmal alle Opfer geborgen sind. Wie gierig muss man
sein, das nicht abwarten zu können. Pfui Teufel!
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RS schrieb:
am 21. Januar 2012 um 19:48:05
(319)
(135)
Fünf deutsche Überlebende fordern nach Havarie Schadenersatz
Die sollten lieber froh sein am Leben zu sein. Aber leider gilt hier nur der matererielle Wert.
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Empörter schrieb:
am 21. Januar 2012 um 19:42:11
(240)
(36)
Taucher riskieren ihr Leben
Ich stimme Klaus zu: Anstatt sich abzumelden, damit die Taucher nicht ihr Leben unnötig riskieren, um diese
vermeintlichen Opfer zu finden, wird als erstes eine Fernseh-Kamera gesucht und dann erst einmal ein Rechtsanwalt.
Ich wäre, hätte ich mich in echter (!) Lebensgefahr befunden, dem Schicksal erst einmal dankbar für's (Über-)Leben!!
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