19.01.2012, 10:51 Uhr
"Costa"-Überlebende: "Wurden zurückgeschickt" "Costa"-Crew ließ Menschen nicht aufs Rettungsboot.
Die Besatzung des havarierten Luxusliners "Costa Concordia" war laut übereinstimmenden Augenzeugenberichten mit der Evakuierung des Schiffes völlig überfordert. Nun wurde bekannt, dass Crewmitglieder mehreren Passagieren sogar den Zutritt auf eine Rettungsinsel verwehrt haben sollen. "Ich dachte, ich bin im falschen Film", sagte Matthias Hanke, ein Passagier aus Deutschland, in der RTL-Sendung "Stern TV".
"Not for Passengers, for Crew only", habe ein Schiffsmitarbeiter erklärt, so Hanke. Einige Besatzungsmitglieder seien der Situation nicht gewachsen gewesen.
Es seien aber auch Crewmitglieder gewesen, die ihn später aus dem Wasser zogen und vor dem Tod bewahrten. Hanke hat gemeinsam mit einem Freund die Tragödie nur knapp überlebt. Die Männer erzählten in der Sendung, wie sie durch den überfluteten Luxusliner schwimmen mussten, um sich zu retten. Vergebens hätten sie dabei versucht, andere Menschen in Sicherheit zu bringen.
Nach dem Unglück werden nach Angaben italienischer Medien vom Mittwochabend noch 21 Menschen vermisst. Bisher hat die Havarie elf Tote gefordert. Dem Auswärtigen Amt in Berlin liegen zwölf Vermisstenmeldungen vor. Davon stammten fünf aus Hessen, zwei aus Berlin, zwei aus Baden-Württemberg, zwei aus Nordrhein-Westfallen und eine Frau aus Bayern, sagte Ministeriumssprecher Andreas Peschke.
Hören Sie hier Kapitän Schettino: Der Mitschnitt des Telefonats mit dem Hafenamt untermauert die schweren Vorwürfe gegen ihn. zum Video
Meldungen aus Italien, wonach ein Deutscher unter den elf bisher geborgenen Toten sei, konnte Peschke nicht bestätigen. Eine als vermisst geltende Deutsche hat sich nach Angaben des Zivilschutzes der Provinz Grosseto inzwischen gemeldet. Bisher hat das Unglück elf Tote gefordert.
Die Suche nach Vermissten ist derweil wieder aufgenommen worden. Am Mittwoch mussten die Arbeiten unterbrochen werden, weil das Schiff weiter abgesunken war. Es gebe in der Nähe einen Abhang, der bis zur Tiefe von 50 bis 90 Metern führe, sagte Italiens Umweltminister Corrado Clini im Parlament.
Von Donnerstag an sei zudem ein moderater Wind aus Südwest zu erwarten, der den Wellengang verstärken dürfte, sagte der Meteorologe Antonio Sanò der Nachrichtenagentur Ansa. Am Freitagabend werde dann Mistral-Wind einsetzen, der allerdings nicht so stark wie befürchtet sein werde. Regen sei bis zum Wochenende nicht zu erwarten.
"Das Schiff liegt weiterhin in unsicherer Lage in einer Untiefe", sagte ein Sprecher der Rettungsmannschaften. Die Taucher müssten deshalb vorsichtig vorgehen. "Jede Verlagerung würde Gefahr bedeuten, und wir müssten die Operationen erneut einstellen."
Nur mit Seilen gesichert können sich die Feuerwehrleute über das Deck der teilweise versunkenen "Costa Concordia" bewegen. zum Video
Die 290 Meter lange "Costa Concordia" mit mehr als 4200 Menschen an Bord hatte am Freitagabend nach der Kursänderung des Kapitäns einen Felsen vor der Insel Giglio gerammt und war leckgeschlagen. Das Schiff liegt derzeit in starker Schräglage vor der Insel.
Quelle: dapd , AFP , dpa
Ingrid schrieb:
am 20. Januar 2012 um 17:17:16
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Costa Concordia
Ich finde es pietätlos, dass knapp eine Woche nach dem Unglück das Schwesternschiff Costa Serena in sichtbarer Nähe
vorbeifährt. Das ist mir unbegreiflich. Konnte da man keine andere Route wählen????
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Yuri schrieb:
am 19. Januar 2012 um 16:22:16
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Klartext
Ein Schiff mit über 4200 (!) Passagieren ist gesunken. 4200 Passagiere haben das überlebt. Ein Hoch auf Kapitän und Mannschaft!
Helden
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FASI-Marine schrieb:
am 19. Januar 2012 um 14:44:59
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@DeusRex
Ich weiß gar nicht, wer immer mit dem Extrem hier angefangen hat, daß es immer darum ginge das sich die Crew für die Gäste
opfert ;) (Sie waren es jedenfalls nicht). Diese haben aber durchaus Prioritäten auf die Gäste zu setzen, denn die Crew ist zumindest ein bischen oder auch viel (z.B. Safety Officer) für solche Fälle geschult (auch der Kommandant) und hat nach den Sicherheitsrichtlinien im Falle einer Evakuierung nun einmal die Pflicht gewisse Aufgaben zu erfüllen.
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