24.01.2012, 14:56 Uhr
Knapp zwei Wochen nach der Katastrophe suchen Taucher noch immer nach Opfern auf der "Costa Concordia". (Quelle: AP)
Eine von ihrer Familie als vermisst gemeldete Ungarin, die angeblich auf dem gesunkenen Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" mitgereist war, ist seit drei Jahren tot. Die Familie, die die Vermisstenanzeige erstattet hatte, habe schlicht gelogen und "die Daten einer vor drei Jahren gestorbenen Person missbraucht", teilte das ungarische Außenministerium mit. Die falsche Anzeige sei "bisher beispiellos" und "außerordentlich bedauerlich". Die Zahl der geborgenen Toten erhöht sich derweil.
Zunächst war nicht klar, was die Angehörigen der Ungarin bewog, ihre Verwandte als vermisst zu melden. Möglicherweise hätten sie versucht, sich unter Ausnutzung der Tragödie "einen unrechtmäßigen Gewinn zu verschaffen", hieß es in der Stellungnahme des Ministeriums. Die näheren Umstände, die zu der falschen Anzeige führten, würden noch untersucht. Die Betroffenen hatten offenbar die Tatsache ausgenutzt, dass mehrere blinde Passagiere auf dem Schiff vermutet würden.
Unterdessen wurde im Inneren der "Costa Concordia" eine weitere Leiche entdeckt. Taucher fanden eine tote Frau auf Deck drei des gekenterten Kreuzfahrtschiffes, wie die Einsatzkräfte bestätigten. Damit steigt die Zahl der geborgenen Toten auf 16. In dem Bereich hatten Marinetaucher am Morgen mit Sprengungen den Weg ins Innere des Schiffes freigemacht. Die ältere Frau habe eine Rettungsweste getragen, sagte eine Sprecherin.
Derweil werden die vorbereitenden Arbeiten zum Abpumpen der rund 2300 Tonnen Treibstoff aus der "Costa Concordia" aufgenommen. Dies teilte die niederländische Bergungsfirma Smit mit. Innerhalb dieser Woche dürfte das Abpumpen beginnen, sagte ein Verantwortlicher. In den Tanks des Schiffes befindet sich überwiegend Schweröl. Dieses muss erwärmt werden, bevor es abgepumpt werden kann. Es gilt als weitaus umweltschädlicher als Diesel. Die Aktion dürfte einige Wochen dauern.
Die Bergungsfirma "Smit" hat mit den Vorarbeiten begonnen, um das Schweröl aus dem havarierten Kreuzfahrtschiff abzupumpen. zum Video
Vor der italienischen Küste ist unterdessen an dem Wrack offenbar Öl ausgetreten. "Es handelt sich um einen sehr dünnen Film auf dem Wasser", sagte der Leiter des Zivilschutzes, Franco Gabrielli. Im Augenblick sei dieser dünne Ölfilm "keine wirkliche Gefahr für das Wasser" des angrenzenden Naturschutzgebietes, sagte Gabrielli weiter.
Als mögliche Ursache für den Ölfilm nannte Gabrielli den Seegang vor Ort. Das Öl könne "natürlich auch durch die Wellenbewegung ausgetreten sein". Ob es zu stärkeren Verschmutzungen kommen werde, wollte Gabrielli nicht ausschließen. "Wir können im Augenblick nicht sagen, ob es hier zu größeren Verschmutzungen kommen wird", sagte der Leiter des Zivilschutzes weiter.
An Bord des Kreuzfahrtschiffes wurden zwei Frauenleichen geborgen. zum Video
Um die Gefahren einer Ölpest vor der toskanischen Küste einzudämmen, ist das niederländische Spezialunternehmen Smit von den Behörden zu zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen aufgefordert worden, teilte ein Sprecher mit. So solle die bisher geplante schwimmende Barriere gegen auslaufendes Öl verdoppelt werden.
Die Bergung der möglichen Opfer gestaltet sich unterdessen schwierig. Feuerwehrhauptmann Ennio Aquilino sagte, die Arbeiten im Inneren des Schiffes würden immer beschwerlicher, die Zustände immer chaotischer. "Stellen Sie sich vor, Sie fahren in den Urlaub und im Kühlschrank fällt der Strom aus", sagte Aquilino.
Krisenstabsleiter Franco Gabrielli erklärte, der vor knapp eineinhalb Wochen gekenterte Luxusliner sei stabil. "Die Gefahr besteht nicht mehr, dass er absinkt", sagt er. Dies hätten umfangreiche Messungen in den vergangenen Tagen ergeben. Zuletzt hatten minimale Bewegungen der "Concordia" die Suche nach Vermissten zeitweise unterbrochen und den Start der Öl-Bergungsarbeiten durch Smit verzögert. Das Schiff war in der Nacht zum Sonntag erneut etwas abgerutscht.
Nach Opfern gesucht werden solle solange, bis das Schiff vollständig inspiziert werden konnte, erklärte Gabrielli. Opfer, die möglicherweise zwischen Rumpf und Meeresboden eingeklemmt worden seien, könnten erst dann geborgen werden, wenn das 290 Meter lange Schiff wieder aufgerichtet worden sei. Die Reederei Costa Crociere sei aufgefordert, einen Bergungsplan für das Kreuzfahrtschiff vorzulegen, sagte er.
Quelle: dpa , dapd , AFP
Pfläging schrieb:
am 24. Januar 2012 um 20:38:54
(26)
(1)
tote Ungarin
Da riskieren Bergungstaucher ihr Leben, damit Angehörige von ihren Toten Abschied nehmen können und was kommt dabei ´raus,
daß Einzelne diesen Einsatz zur Bereicherung nutzen.
Wie tief muß man sinken?
Diesen Leuten gehört der Aufwand so hoch in Rechnung gestellt, daß die abschreckende Wirkung für jeden der dran gedacht hat noch Jahre andauert.
Die spinnen wohl!!!
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Alfred schrieb:
am 24. Januar 2012 um 19:47:04
(31)
(4)
Tote Ungarin
Was soll denn das geblöke über den ganzen Osten? Ich war selber kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in Ungarn. Die
Menschen dort sind arm aber freundlich und sehr fleißig. Ich brauchte auch keine Angst um mein Auto oder sonstwas zu haben, da hat keiner geklaut. Daß jetzt eine ungarische Familie versucht hat zu bescheißen macht das gesamte Volk nicht schlecht. Gauner und Betrüger gibts überall auf der Welt, in jedem Land.
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Herbertchen schrieb:
am 24. Januar 2012 um 18:11:22
(27)
(2)
...dann kommt die Zeit der Anwälte
Noch haben wir die Zeit der Trauer und schon kommen neben Schaulustigen (was ja noch zu verstehen ist)
die Betrüger. So wie diese ungarische Familie. Nicht mehr lange wird es dauern, dann kommt die Zeit der Rechtsanwälte/-verdreher. Dann wird der Gerichtssaal zur Bühne werden für Selbstdarsteller und Absahner in schwarzen Roben. Die Verhandlungstage werden zur Farce - wer am besten Lügen und Täuschen kann gewinnt und Versicherungen werden sagen die Toten u. Verletzten hätten selber Schuld.
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