30.01.2012, 12:58 Uhr
Die Bergung des havarierten Kreuzfahrtschiffs vor der italienischen Insel Giglio wird laut Experten mindestens bis zum Jahresende dauern.
Schlechtes Wetter vor der italienischen Küste hat am Wochenende verhindert, dass die Bergungsmannschaften am Wrack des gekenterten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" mit dem Abpumpen des Treibstoffs beginnen konnten. Statt wie geplant am Samstag könne nun wohl erst Mitte der Woche begonnen werden, sagte ein Sprecher des niederländischen Bergungsunternehmens Smit. Doch auch danach wird die "Costa Concordia" bis zu zehn Monate vor der Küste von Giglio vor sich hin rosten.
Die Suche nach weiteren Opfern des Unglücks wurde am Wochenende zunächst fortgesetzt. Taucher entdeckten am Samstag die Leiche einer jungen Frau im Wrack. Unter den bislang geborgenen 17 Todesopfern befinden sich fünf Deutsche, 15 Personen gelten noch als vermisst. Nachdem festgestellt wurde, dass sich das Wrack innerhalb von sechs Stunden mehrere Zentimeter bewegte, wurden die Bergungsarbeiten am Sonntag erneut eingestellt.
Das Landeskriminalamt in Stuttgart bestätigte, dass das zuletzt identifizierte Todesopfer aus Baden-Württemberg stammt. Es handelt sich bei dem fünften deutschen Todesopfer aber offenbar um eine Frau. Nach dem Schiffsunglück am 13. Januar wurden zwei Frauen aus Baden-Württemberg vermisst und das italienische Innenministerium nahm im Laufe des Samstags den Namen einer deutschen Frau von der offiziellen Vermisstenliste.
Bei dem am Samstag geborgenen 17. Opfer handelt es sich nach Angaben der peruanischen Generalkonsulin um eine 25-jährige Peruanerin. Ihre Leiche sei in einem unter Wasser liegenden Teil des gekenterten Schiffs gefunden worden. Die Frau habe die Uniform eines Mannschaftsmitglieds getragen und habe in Peru Tourismus studiert.
"Unser erstes Ziel war es, lebende Menschen zu finden", sagte der Leiter des Krisenstabs, Franco Gabrielli. "Nun haben wir ein einziges, großes Ziel, und das ist, dass sich das hier nicht zu einer Umweltkatastrophe entwickelt." Nach Ansicht von Experten kann in 28 Tagen der Treibstoff aus 15 Tanks abgepumpt werden. Das entspricht etwa 80 Prozent der rund 2400 Tonnen Schweröl und Diesel an Bord der "Costa Concordia". Das nächste Ziel danach sei der Maschinenraum, in dem fast 350 Kubikmeter Diesel, Benzin und andere Öle gelagert seien, sagte Gabrielli.
Bis Dienstag sei jedoch schlechtes Wetter vorhergesagt, teilte ein Sprecher der Bergungsfirma mit. Man wolle nicht riskieren, dass durch den Seegang Schläuche abgerissen werden und so Öl ins Meer fließt, sagte er. Die Arbeitsplattform, die Smit am Rumpf der "Costa Concordia" festgemacht hatte, löste sich durch den Wellengang bereits teilweise von dem Wrack. Smit ließ sie in den Hafen schleppen, wo sie bleiben soll, bis das Wetter besser wird.
Erst nach dem Abpumpen des Treibstoffs kann die Arbeit zur Bergung des Wracks beginnen. Entweder wird das Schiff wieder notdürftig flott gemacht und weggeschleppt oder in Teile zerschnitten. Die Reederei hat damit begonnen, Angebote für die Bergung einzuholen. Das wird voraussichtlich zwei Monate dauern. Die eigentliche Bergung werde dann sieben bis zehn Monate in Anspruch nehmen, sagte Gabrielli. Damit läge das Wrack die gesamte Touristen-Saison über vor der Küste der Insel Giglio.
Anwohner lassen Unterschriftenlisten herumgehen, mit denen sie mehr Informationen von den Behörden darüber verlangen, wie eine großangelegte Bergungsaktion mit dem Touristengeschäft vereinbar ist. Derzeit ist der Hafen für alle privaten Boote gesperrt und es wurde eine Sperrzone von einer Meile (1,6 Kilometer) rund um das Wrack eingerichtet.
"Es tut uns wirklich leid. Aber nun kommen andere Notwendigkeiten und Probleme hoch", sagt Franca Melils, Besitzerin eines Geschäfts auf Giglio und Unterstützerin der Petition. "Nun geht es um uns, die wir im Tourismus arbeiten und vollständig davon leben. Wir haben keine Fabriken, wir haben nichts anderes", sagte sie.
Quelle: dapd
Skipper schrieb:
am 30. Januar 2012 um 17:56:12
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"Costa-Concordia-Unfall: Abpumparbeiten verzögern sich"
Die von den Verfassern eingestellten Beiträge sollten sachlich und
themenbezogen sein und bleiben. Oder besteht da eine Sensationslust von wegen Touristenattraktion? Einer hat kommentiert, absaufen lassen, blubb, blubb, und weg ist sie, dann ist das ein Taucherparadies. Was da einige für Kommentare abgeben geht mir über die Hutschnur.
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Alan schrieb:
am 30. Januar 2012 um 17:40:10
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??
So nahe an der Küste müsste man doch ein Abrutschen des Schiffes mit Stahltauen und Verankerung auf dem Festland verhindern können.
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Bodo Ffm. schrieb:
am 30. Januar 2012 um 14:53:07
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Costa-Concordia
das liegt noch Jahre da,als Touristenattraktion!Erst wird es als Strandgut aus-
geraubt,das ist so Sitte,da werden mehr ums
Leben kommen,als beim Unglück!
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