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Computertomograph verstrahlt 200 Patienten
13.10.2009, 15:18 Uhr
Hohe Strahlenbelastung wird beim Computertomographen hingenommen, um zum Beispiel Schlaganfall-Patienten genau untersuchen zu können (Foto: dpa)
Eine schwere und folgenreiche technische Panne in der Medizin hat es bei einem Computertomographen in einem Krankenhaus in den USA gegeben. Mehr als 200 Schlaganfall-Patienten aus Los Angeles wurden zu hohen Strahlendosen ausgesetzt, weil eine Computerpanne anderthalb Jahre nicht bemerkt wurde.
Obwohl Patienten bei einer Computertomographie, kurz CT, recht hohen und grundsätzlich krebsauslösenden Strahlungen ausgesetzt werden, wird diese Untersuchungsmethode bei Verdacht auf Schlaganfall oft angewendet: Durch die Vielzahl von Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Richtungen wird ein dreidimensionales Bild erzeugt, das dem Arzt genau zeigen kann, welche Bereiche des Gehirns von der Blutversorgung abgeschnitten sind.
Achtfach zu hohe Dosen
Schon bei richtiger Anwendung einer CT ist die Strahlenbelastung eines Patienten um bis zu 1000-mal höher als bei einer herkömmlichen Röntgenaufnahme. Bei medizinischen Ausnahmesituationen wie Schlaganfällen erscheint die hohe Belastung allerdings gerechtfertigt. In dem jetzt aus den USA bekannt gewordenen Fall waren die Patienten im fraglichen Computertomographen jedoch bis zu achtfach zu hohen Strahlendosen ausgesetzt. Das berichtet die "Los Angeles Times" unter Berufung auf die Klinik und die kalifornische Gesundheitsbehörde.
Aufmerksam durch Haarausfall
Konkret geht es um das C
T-Gerät am Cedars-Sinai Medical Center in der kalifornischen Millionen-Metropole L.A. Zwischen Februar 2008 und August 2009 wurden dort 206 Patienten, im Schnitt 70 Jahre alt, den überhöhten Strahlenbüchsen ausgesetzt. Die Panne wurde erst entdeckt, als einer der C
T-Patienten über Haarausfall klagte. Inzwischen hat die Klinik herausgefunden, dass 40 Prozent der Behandelten unter Folgen wie Haarausfall und Hautrötungen litten.
Hersteller: Wir sind nicht schuld
Die Computerpanne, so weiß man inzwischen, trat wohl beim Zurücksetzen des Gerätes auf. Dabei wurde das Gerät mit einem zu hohen Standardwert für die abzugebende Strahlung programmiert. Die Herstellerfirma General Electric legt Wert auf die Feststellung, dass sie keine Schuld trifft.
Behörden fordern Konsequenzen
Das kalifornische Gesundheitsministerium will den Vorfall genauer untersuchen. Und die amerikanische Bundesbehörde für Gesundheit, FDA, forderte bereits in einer Anweisung alle Krankenhäuser auf, ihre Sicherheitsprotokolle von C
T-Anlagen zu überprüfen. "Das Ausmaß der Überdosierung und die Auswirkungen auf die betroffenen Patienten waren erheblich", hieß es in der Eilanweisung. Die Patienten hätten ein "erhöhtes Risiko für langfristige Strahlungsfolgen". Statt der vorgesehenen maximalen Strahlenmenge von 0,5 Gray wurde der Kopf der Betroffenen mit drei bis vier Gray bestrahlt.