Drucken
Globaler CO2-Ausstoß zur Hälfte aus vier Staaten
04.12.2009, 13:00 Uhr
Smog hängt dick über dem Verkehr in Peking (Beijing), China (Foto: dpa)Die vier Staaten China, die USA, Russland und Indien sind für 50 Prozent des weltweiten Ausstoßes von CO2 aus energetischer Nutzung verantwortlich. Dies teilte das Statistische Bundesamt im Vorfeld des Kopenhagener Weltklimagipfels mit, der am Montag beginnt. Die Statistiker bezogen sich auf Daten der Internationalen Energieagentur (IEA).
Demnach hat die Volksrepublik China im Jahr 2007 erstmals die USA als größten Emittenten abgelöst; beide Länder zusammen sorgten für über 40 Prozent der globalen Emissionen. Sie stiegen von 1990 bis 2007 von rund 21 auf 29 Milliarden Tonnen, fast die Hälfte des Zuwachses kam aus China.
Schwellenländer unter den zehn größten CO2-Emittenten
Neben der Volksrepublik befanden sich mit Russland, Indien, Südkorea und dem Iran noch weitere Schwellenländer unter den zehn größten Emittenten von CO2 aus energetischer Nutzung. Dabei ist der russische Ausstoß nach dem Ende der Sowjetunion in den 1990er Jahren deutlich zurückgegangen.
Weitere Treibhausgase klimawirksam
Die anderen vier Länder haben ihre Emissionen seit 1990 zusammen um 159,3 Prozent erhöht. Neben der energetischen Nutzung gibt es noch weitere klimawirksame Emissionen - etwa die von Methan aus der Landwirtschaft - die in Deutschland insgesamt deutlich über zehn Prozent der CO2-Emissionen, gemessen in CO2-Äquivalenten, ausmachen.
Deutschland schaffte ein Minus von 16 Prozent
Von den Industrieländern zählen neben den USA nach wie vor Japan, Deutschland, Kanada und Großbritannien zu den größten Emittenten. Der Ausstoß von CO2 aus energetischer Nutzung hat sich in diesen Ländern unterschiedlich entwickelt: Während Deutschland seinen Ausstoß von 1990 bis 2007 um 16 Prozent und Großbritannien um 5,4 Prozent reduzieren konnte, erhöhten die anderen Länder in diesem Zeitraum ihre Emissionen. Am deutlichsten stiegen die CO2-Emissionen mit plus 32,5 Prozent in Kanada. Diese Erhöhung liegt aber immer noch unter dem globalen Durchschnitt von plus 38 Prozent.
t-online.de ShopEnergiesparen mit diesen Elektrogeräten
Emissionen pro Einwohner steigen mit Pro-Kopf-Einkommen
Die Emissionen pro Einwohner sind in den Schwellenländern immer noch bedeutend niedriger als in den Ländern mit hohem Pro-Kopf-Einkommen, wie das Bundesamt weiter mitteilte. So waren die Emissionen pro Einwohner in den USA 2007 mit 19,1 Tonnen über sechzehn Mal so groß wie in Indien (knapp 1,2 Tonnen) - obwohl die Differenz seit 1990 geschrumpft ist. Die Daten beziehen sich nach Angaben des Bundesamts ausschließlich auf Emissionen von CO2 aus der Verbrennung zur Erzeugung von Energie und in Fahrzeugen.
Über hundert Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen
Für den Kopenhagener Klimagipfel sind mehr als hundert Staats- und Regierungschefs angemeldet. Das teilte die Kanzlei des dänischen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen mit. Bei dem Treffen mit Vertretern von 192 Staaten sollen von Montag an elf Tage lang neue globale Vereinbarungen zur Verminderung der Treibhausgase in der Atmosphäre vereinbart werden. Kohlendioxid und andere Gase gelten als ausschlaggebend für die bedrohliche Erwärmung des Erdklimas.
Quelle: dapd
, dpa