Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Ausland > USA >

CIA-Geheimgefängnis in Bukarest entdeckt

...

CIA-Geheimgefängnis in Bukarest entdeckt

08.12.2011, 17:09 Uhr

Das ORNISS-Gebäude in Bukarest, wenige Minuten vom Zentrum entfernt. Hier soll die CIA Gefangene gefoltert haben (Quelle: dapd)

Das ORNISS-Gebäude in Bukarest, wenige Minuten vom Zentrum entfernt. Hier soll die CIA Gefangene gefoltert haben (Quelle: dapd)

Im Norden Bukarests, inmitten eines geschäftigen Wohnviertels und nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt, liegt offenbar ein lang gehütetes Geheimnis der rumänischen Regierung. Über Jahre nutzte der US-Geheimdienst CIA dort ein Regierungsgebäude unter dem Codenamen "Bright Light" (Helles Licht) als provisorisches Gefängnis. Das haben die "Süddeutsche Zeitung" und das ARD-Magazin "Panorama" recherchiert. Rumänien weist die Berichte zurück, die CIA lehnt eine Stellungnahme ab.

Die Sprecherin der Sicherheitsbehörde ORNISS, an deren Sitz sich ab 2003 ein solches Gefängnis befunden haben soll, sagte, die Berichte seien "pure Spekulationen". Das Gebäude sei seit der Gründung der Behörde im Jahr 2002 stets ausschließlich für deren Arbeit und für nichts anderes benutzt worden, sagte die Sprecherin.

ORNISS (Oficiul Registrului National al Secretului de Stat) ist für den Schutz von NATO-relevanten geheimen Informationen zuständig und prüft unter anderem die Zuverlässigkeit von rumänischen Beamten und Politikern, bevor diese Zugang zu geheimen Informationen bekommen. Rumänien ist seit 2004 Mitglied der NATO.

In dem Gebäude sei unter anderem der Koordinator der Terroranschläge vom 11. September 2001, Chalid Scheich Mohammed, festgehalten worden, bevor er 2006 endgültig in das Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba gebracht wurde, berichten ehemalige US-Geheimdienstangehörige, die das Gefängnis in Bukarest und die damaligen Abläufe kannten.

Ex-Geheimdienstler haben das Gebäude eindeutig identifiziert

Bereits früher gab es Berichte über ein CIA-Gefängnis in Rumänien, doch sein Standort wurde nie öffentlich. Neu ist, dass ungenannte Ex-CIA-Leute die Vorgänge nun bestätigt und den Standort des angeblichen CIA-Gefängnisses in Bukarest benannt und auf Fotos identifiziert haben sollen.

Dort soll mit rauen Verhörmethoden gearbeitet worden sein. Das Gefängnis in Rumänien war dabei Teil eines Netzwerkes von geheimen Haftanstalten, die die CIA in Thailand, Polen und Litauen betrieb. Die Gefängnisse wurden im Mai 2006 geschlossen, das Internierungs- und Verhörprogramm endete 2009.

Im Gegensatz zum eher ländlich gelegenen CIA-Gefängnis in Litauen, oder dem in einer polnischen Militäreinrichtung versteckten, ist die Haftanstalt in Rumänien quasi vor aller Augen sichtbar gewesen. Nur wenige Blocks entfernt von einem großen Boulevard, an einer mit Bäumen und Häusern gesäumten Straße.

Gleichwohl sagte der ranghohe ORNISS-Vertreter Adrian Camarsan noch im November zu "Panorama", die Amerikaner hätten dort nie ein Gefängnis betrieben. "Nein, nein. Unmöglich", sagte Camarsan in dem Interview. Doch ehemaligen US-Vertretern zufolge wurde das Gefängnis im Herbst 2003 eröffnet, nachdem die CIA sich entschieden hatte, den Betrieb der geheimen Haftanstalt in Polen auslaufen zu lassen.

Schlafentzug und Schläge

Weitgehend unbemerkt konnten die Gefangenen vom Bukarester Flughafen in Kleinbussen zu dem Gefängnis gebracht werden. Im Untergeschoss waren sechs Zellen eingerichtet, jede mit einer Uhr und einem nach Mekka zeigenden Pfeil. Die auf Federn gelagerten Zellen, gerieten leicht ins Ungleichgewicht, was unter einigen Gefangenen zu Desorientierung führte.

Während des ersten Monats ihrer Haft mussten die Gefangenen Schlafentzug erleiden, sie wurden mit Wasser überschüttet, geschlagen oder gezwungen, in schmerzhaften Stellungen zu verharren, berichteten mehrere frühere Mitarbeiter. Das berüchtigte "Waterboarding", bei dem das Ertrinken des Gefangenen simuliert wird, sei in Rumänien nicht durchgeführt worden, sagten sie.

Nach den ersten Befragungen wurden den Gefangenen aber auch medizinische und zahnärztliche Untersuchungen zuteil, sagten die früheren Mitarbeiter. So lieferte die CIA Lebensmittel, die Halal - also islamisch korrekt zubereitet - waren, aus Frankfurt. Von dort steuerte die CIA ihre Operationen in Europa.

Die rumänische Regierung will nichts gewusst haben

Da es sich um ein Regierungsgebäude handele, habe die Einrichtung in Bukarest einen hervorragenden Schutz geboten, sagten frühere US-Vertreter. Doch während Menschenrechtsaktivisten osteuropäische Staaten drängten, die Rolle ihrer Regierungen bei der Bereitstellung von Gefängnissen mit zweifelhaften Verhörmethoden zu untersuchen, bestreiten Vertreter dieser Staaten bis heute, dass diese Haftanstalten je existierten.


Quelle: dapd , dpa

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"CIA-Geheimgefängnis in Bukarest entdeckt" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "CIA-Geheimgefängnis in Bukarest entdeckt" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (1)

zum Forum

Thema: "CIA-Geheimgefängnis in Bukarest entdeckt"

Tom schrieb: am 8. Dezember 2011 um 16:33:13
(11) (3) Rumänen verkaufen für ein paar Euros ihre Großmutter.
Der Bericht ist also nicht der absolute Hype. Da könnte sich jede Organisation
einen Foltertrakt aufbauen. Egal ob Mafia, BND, CIA, Mossad etc. - das Geld entscheidet, nicht die Moral!
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Prämierte Riserva
Spitzenweine bei Hawesko

Acht Flaschen 2007er San Martino plus Dekanter jetzt für nur 49,- € statt 78,10 €. von Hawesko

Einkaufswelt
Bis zu 92% günstiger
Angebot bei druckerzubehoer.de

Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr

Einkaufswelt
Tablet zum Sensationspreis
Knüller knallhart bei euronics.de

24,6 cm Tablet-PC mit Android 4.0, 1 GHz Prozessor inkl. Ledertasche für nur 229,- €. bei euronics

Einkaufswelt
Schicke Brillen für alle
Schicke Brillen - bei optikplus

Für einen klaren Durchblick: Lese-
brillen, Komplettbrillen u.v.m. zu top Preisen! bei optikplus.de


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Wechselt Bayern- Jungstar auf die Insel?
Wie lange trägt David Alaba noch das Trikot des FC Bayern München? (Quelle: imago)

Spanischer Verein an Kagawa dran. mehr

ESC: Wiedersehen mit blonder Lena
Lena sang als Zwischenact ihren Song "Satellite". (Quelle: dpa)

Grand-Prix-Teilnehmer stehen fest. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Einkaufswelt
Rasenmäher kostengünstig
Mähen leichtgemacht von plus.de

Angebote sichern und jetzt dabei kräftig sparen. bei plus.de

Augenblicke
Fotos des Tages
 Bei den 65. Filmfestspielen im südfranzösischen Cannes stellt eine Schlangenfrau auf dem roten Teppich ihre Biegsamkeit zur Schau. (Quelle: AFP\Anne-Christine Poujoulat)

Eine Schlangenfrau verbiegt sich auf dem Roten Teppich. mehr

Special
Die neuen Kriege
US-Soldaten beim Einsatz in Afghanistan (Quelle: Reuters)

Moderne Kriegsführung und moderne Waffen. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Quiz
Rätseln Sie sich schlau!
(Montage: t-online.de)

Quiz bei t-online.de: Testen Sie Ihr Wissen. zur Quiz-Seite

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige