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CIA drohte Terrorverdächtigen mit Bohrmaschine

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CIA drohte Terrorverdächtigen mit Bohrmaschine

22.08.2009, 13:36 Uhr

So wie in diesem Film von Amnesty International sollen die Gefangenen durch simuliertes Ertränken gefoltert worden sein (Archivfoto: dpa) So wie in diesem Film von Amnesty International sollen die Gefangenen durch simuliertes Ertränken gefoltert worden sein (Archivfoto: dpa)

Verhörspezialisten des US-Geheimdienstes CIA haben einen Terrorverdächtigen mit einer Bohrmaschine bedroht. Die CIA-Mitarbeiter hätten dem mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen Abdel Rahim al-Nashiri eine Bohrmaschine an den Körper gehalten und sie mehrfach drohend laufenlassen, berichtete die "Washington Post". Zudem hätten sie Al-Nashiri mit Erschießung gedroht.

Dies gehe aus einem internen CIA-Bericht hervor, der lange geheim gehalten wurde.

Bericht wird veröffentlicht

Ein Gericht in New York hat der "Post" zufolge angeordnet, dass eine redaktionell überarbeitete Fassung eines geheimen Berichts über diese Vorgänge am Montag veröffentlicht werden muss - als Reaktion auf eine Klage, die die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU angestrengt hatte. Der 2004 verfasste Bericht enthält neue Einzelheiten über Al-Nashiris Befragung.

Bohrer an Kopf gehalten

Darunter sind auch Vorfälle, in denen ihm mit Tod oder schwerer Verletzung gedroht wird, falls er sich nicht zur Zusammenarbeit bereit zeigt. Er gehört auch zu den Terrorverdächtigen, die durch simuliertes Ertränken - dem sogenannten Waterboarding - zum Preisgeben von Informationen gezwungen werden sollte. In einem Fall habe ein Ermittler Al-Nashiri eine Waffe gezeigt und versucht, den Verdächtigen damit einzuschüchtern, zitierte die Zeitung aus Kreisen. In einem anderen Fall sei Al-Nashiri ein Bohrer an den Körper gehalten und immer wieder an- und ausgeschaltet worden. In der Vergangenheit hat auch Nashiri selbst Foltervorwürfe erhoben. In einem anderen Fall soll während eines Verhörs soll im Nebenraum ein Schuss abgefeuert, um den Verdächtigen glauben zu lassen, dass ein anderer mutmaßlicher Terrorist exekutiert wurde, berichtet das Magazin "Newsweek".


Anschlag auf US-Botschaften

Der Verdächtige aus Saudi-Arabien, der für den Anschlag auf das US-Kriegsschiff "USS Cole" 1999 im Hafen der jemenitischen Stadt Aden verantwortlich gemacht wird, wurde 2002 gefasst. Bei dem Anschlag auf die "USS Cole" waren 17 Amerikaner ums Leben gekommen. Al-Nashiri soll auch in die Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 verwickelt gewesen sein. Dabei starben 264 Menschen.

Kein Kommentar vom CIA

Ein CIA-Sprecher wollte zum Inhalt des Berichts nicht Stellung nehmen. Paul Gimigliano sagte jedoch, die CIA habe kein Verhalten unterstützt, das über die erlaubten Verhörmethoden hinausging, auch nicht in Einzelfällen.

Obama ließ umstrittene Verhörmethoden verbieten

Die CIA hat insgesamt 94 mutmaßliche Terroristen festgehalten und verhört. Justizminister Eric Holder prüft derzeit noch die Einsetzung eines Sonderstaatsanwalts, um die Verhörmethoden der früheren US-Regierung vor Gericht aufarbeiten zu lassen. Unter Präsident Barack Obama wurden die umstrittene Verhörmethoden verboten. Die Regierung betrachtet sie als Folter.



Quelle: dapd , AFP , dpa

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