13.07.2010, 13:53 Uhr
Dominik Brunner: Immer wieder werden Stimmen laut, die seine Opferrolle in Frage stellen (Foto: ddp) (Quelle: ddp)
Nur zweieinhalb Stunden lagen zwischen dem ersten Faustschlag und dem Tod Dominik Brunners: Der Manager aus Niederbayern hatte eingegriffen, als zwei Jugendliche eine Gruppe von jüngeren Schülern bedrohte. Daraufhin prügelten ihn die jungen Männer zu Tode. Die Chronologie der Ereignisse des Sonntags im September 2009:
12. September, 15.45 Uhr: Drei Jugendliche im Alter von 17 und 18 Jahren bedrohen an der Münchner S-Bahn-Haltestelle Donnersbergerbrücke vier Schüler. Die drei Jugendlichen fordern 15 Euro von den 13- bis 15-Jährigen und schlagen mindestens einen der beiden Jungen in der Gruppe. Geld bekommen sie nicht.
12. September, 15.58 Uhr: Die S-Bahn in Richtung Solln fährt in den Bahnhof Donnersbergerbrücke ein. Die Schüler steigen ein. Zwei Angreifer folgen ihnen, der dritte nimmt eine andere Bahn. In der S-Bahn streiten sich die beiden späteren mutmaßlichen Täter. Laut sprechen sie darüber, dass sie von den Schülern Geld wollen, gehen aber nicht auf diese los. Der 50 Jahre alte Dominik Brunner stellt sich schützend vor die vier Jugendlichen und versucht zu schlichten.
12. September, 16.00 Uhr: Der 50-Jährige verständigt per Notruf die Polizei. Gleichzeitig bietet er den Schülern an, gemeinsam mit ihm am S-Bahnhof Solln auszusteigen. Eigentlich wollten sie schon vorher aussteigen.
12. September, 16.09 Uhr: Die S-Bahn hält in Solln. Der Mann steigt mit den Schülern aus, die beiden Angreifer folgen ihnen. Wer dann als erster die Hand zum Schlag hebt, ist unklar. Die beiden Jugendlichen schlagen auf den Mann ein, treten ihn weiter, als er schon am Boden liegt. Brunner verliert das Bewusstsein.
12. September, 16.10 Uhr: Ein von Brunner alarmierter Streifenwagen fährt los - zunächst laut "Süddeutscher Zeitung" ohne Blaulicht, da aus Brunners Anruf keine akute Bedrohungssituation erkennbar war.
12. September, bis ca. 16.13 Uhr: Mehrere Augenzeugen rufen bei der Polizei an und melden eine Schlägerei am S-Bahnhof Solln. Die Streife, die bereits unterwegs ist, schaltet nun Blaulicht ein. Der Rettungsdienst wird alarmiert.
12. September, 17.30 Uhr: Sebastian L. und Markus S., die sich in einem nahe gelegenen Gebüsch versteckt haben, werden festgenommen.
12. September, 18.20 Uhr: Wenige Stunden nach dem Angriff stirbt Brunner im Krankenhaus. Bis in die frühen Morgenstunden vernimmt die Polizei die Beschuldigten und Zeugen.
13. September: Gegen die beiden Hauptbeschuldigten wird Haftbefehl erlassen. Der dritte Jugendliche, der nicht an der Attacke auf den Geschäftsmann beteiligt war, wird festgenommen. Der 17-Jährige wird in einem Haus des Drogenhilfevereins Condrobs verhaftet, wo er wie Sebastian L. lebte.
Quelle: dpa