14.12.2011, 09:36 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Berlin (dpa) - FDP-Chef Philipp Rösler hat Bundespräsident Christian Wulff in der Debatte über einen umstrittenen Privatkredit den Rücken gestärkt.
In der "Passauer Neuen Presse" nahm Rösler seinen langjährigen Weggefährten Wulff gegen den Vorwurf in Schutz, den niedersächsischen Landtag als Ministerpräsident über ein privates Darlehen getäuscht zu haben. Mit dem Kredit einer befreundeten Unternehmergattin hatten Wulff und seine Frau Bettina ein Haus gekauft.
"Der Bundespräsident hat erklärt, er habe sich damals korrekt verhalten. Ich habe überhaupt keinen Anlass, an dieser Aussage zu zweifeln", sagte der heutige Bundeswirtschaftsminister, der seinerzeit als FDP-Fraktionschef und Minister in Hannover eng mit Wulff zusammengearbeitet hatte. Er machte zugleich deutlich, dass er selbst einen anderen Weg gewählt hatte: "Wer ein Eigenheim kauft oder baut, nimmt zumeist einen privaten Kredit über die Hausbank auf. Das ist bei meiner Familie nicht anders."
Der Bundespräsident kehrte in der Nacht zum Mittwoch von einer sechstägigen Reise in die Golfregion zurück. Zu den Vorhaltungen hat er sich bislang nicht öffentlich geäußert. Am Dienstag war bekanntgeworden, dass Wulff 2008 als niedersächsischer Regierungschef einen Privatkredit über eine halbe Million Euro von der Frau des Unternehmers Egon Geerkens erhalten hatte. Im Landtag in Hannover hatte er diesen Kredit aber nicht angegeben, als er nach geschäftlichen Beziehungen zu dem Unternehmer gefragt wurde.
Die Grünen werfen Wulff deshalb Täuschung vor. Sie forderten das Staatsoberhaupt auf, die Vorwürfe unverzüglich zu klären. "Ich hoffe sehr, dass der Bundespräsident die jetzt aufgekommenen Fragen schnell und umfassend beantworten wird", sagte Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke der "Welt" (Mittwoch). Die Grünen im niedersächsischen Landtag erwägen, die Vorfälle parlamentarisch durchleuchten zu lassen. Er fühle sich von Wulff getäuscht, sagte Fraktionschef Stefan Wenzel den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" (Mittwoch).
Wulff hatte seinen Weihnachtsurlaub 2009 in der Florida-Villa des Unternehmers Geerkens verbracht. Der Flug nach Miami brachte Wulff die sogenannte Air-Berlin-Affäre ein, weil er und seine Frau Bettina sich von der Fluggesellschaft kostenlos von der Economy in die Business Class hochstufen ließen.
Wenzel hatte Wulff Anfang 2010 im Zusammenhang mit dieser Affäre auch nach geschäftlichen Beziehungen zu dem Unternehmer Geerkens gefragt, was die niedersächsische Staatskanzlei jedoch verneint hatte. Diese Antwort sei jedoch haarscharf an der Sache vorbeigegangen, sagte Wenzel der Zeitung. "Wir werden prüfen, welche parlamentarischen Mittel es gibt, um diese offenen Fragen zu klären."
Quelle: dpa
Carri schrieb:
am 14. Dezember 2011 um 14:47:21
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Wulff und Rösler
Es geht hier nicht nur um den Kredit sondern um Wulffs fragwürdigen Umgang mit dubiosen anderen finsteren Figuren. Das
macht ihn angreifbar und das wird gerade von oppositionellen Parteien ausgekostet. Ändert aber nichts an der Tatsache dass er als BP ein Fehlgriff war. Und dass ausgerechnet Rösler ihm nun die Stange hält macht ihn auch nicht sympathischer.
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Kredy schrieb:
am 14. Dezember 2011 um 14:15:59
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Vorteile
Hab von Rösler auch nicht erwartet das er 'Du, Du Böser Wulff' sagt, aber "profitieren" nicht alle hochrangigen
Politiker von ihrer Stellung? Leider ja, man ist nun mal näher an der Quelle als Otto N
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DerBayer schrieb:
am 14. Dezember 2011 um 14:02:26
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Wulff / Rösler . . .
Ich finde die angebliche "Verfehlung" von Christian Wulff auch nicht so schlimm, wie sie jetzt von Presse und
Opposition hochgespielt wird. Es war grenzwertig, aber noch tolerabel, also sollte man es lassen, einen Bundespräsidenten weiterhin zu beschädigen; das hilft Niemandem und schadet nur der Republik!
Dass aber gerade Rösler für Wulff jetzt in die Bresche springt, schadet Wulff ebenfalls mehr, als es hilft, denn Rösler steht selber kurz vor dem (schon lange erwarteten) Aus. Gottseid
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