"Tuan Tuan" und "Yuan Yuan" finden im Zoo von Taipeh ein neues Zuhause (Foto: Reuters)Voller Begeisterung haben Millionen Menschen in Taiwan die Ankunft von "Tuan Tuan" und "Yuan Yuan" verfolgt. Die beiden Pandas, deren kombinierter Name "Wiedervereinigung" bedeutet, sind ein Geschenk Chinas an den Zoo von Taipeh und gelten als Symbol für die Annäherung zwischen Taiwan und der Volksrepublik.
"Tuan Tuan und Yuan Yuan werden die Samen des Friedens, der Solidarität und der Freundschaft auf Taiwans Boden säen", sagte Zheng Lizhong vom Büro für taiwanesische Angelegenheiten der chinesischen Regierung.
Die Bären verließen China "mit den guten Wünschen von 1,3 Milliarden Mitbürgern vom Festland", sagte er bei einer emotionalen Abschiedszeremonie bei Chengdu in der südwestlichen Provinz Sichuan.
450 Kilogramm Bambus
Die Pandas verfolgten den tränenreichen Abschied zu ihren Ehren reglos in Stahlkäfigen. Anschließend wurden sie in eine Maschine der taiwanesischen Fluggesellschaft EVA verladen, in der bereits 450 Kilogramm frischer Bambus auf sie wartete - genug Futter für eine Woche. Nach einer Quarantäne-Zeit sollen die Pandas Ende Januar der Öffentlichkeit präsentiert werden - pünktlich zum chinesischen Neujahrsfest.
Annäherung zwischen China und Taiwan
Ein Sprecher der Stadtverwaltung von Taiwans Hauptstadt Taipeh bezeichnete den Umzug der Pandas als "historische Reise". Es handele sich um einen "weiteren großen Schritt zur Fortentwicklung des Austauschs" zwischen China und Taiwan. Die Stadtverwaltung von Taipeh, die rund sieben Millionen Euro in ein Zoo-Gehege investiert hat, rechnet damit, dass die Pandas jährlich sechs Millionen Besucher anlocken.
Abtrünnige Provinz
China betrachtet Taiwan, das sich nach einem Bürgerkrieg 1949 von Peking losgelöst hatte, als abtrünnig und strebt eine Wiedervereinigung mit der Insel an. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern hatten sich in letzter Zeit stark verbessert, nachdem der chinafreundliche Ma Ying-jeou im Mai das Präsidentenamt in Taipeh übernommen hatte. Sein Vorgänger Chen Shui-bian, ein Befürworter der Unabhängigkeit Taiwans von China, hatte sich stets gegen die sogenannte Panda-Diplomatie Pekings gewehrt.