15.12.2011, 14:09 Uhr
Mit einer Blockade versuchen die chinesischen Behörden, die Rebellion in Wukan zu beenden (Quelle: AFP)
In China begehrt eine ganze Stadt gegen die Behörden auf. Schon vor Wochen übernahmen erboste Bürger die Kontrolle über den Fischerort Wukan, nachdem dort Funktionäre Bauern enteignet hatten. Gerüchte, chinesische Sicherheitskräfte hätten einen Unterhändler des Dorfes zu Tode geprügelt, ließen den Konflikt nun eskalieren: Seit Tagen gibt es wütende Proteste, die Polizei kesselte die Stadt ein.
Der Streit in Wukan hatte sich an dem Verkauf von Land durch die Lokalregierung an das große Immobilienunternehmen Country Garden Co. entzündet. Im September kam es deshalb zu gewalttätigen Unruhen, bei denen nach Behördenangaben Polizeiwagen zerstört und zahlreiche Polizisten verletzt wurden. Die Demonstranten übernahmen praktisch die Kontrolle über das 20.000 Einwohner zählende Fischerdorf.
In den folgenden Monaten reichten die Dorfbewohner Petitionen ein und trafen sich mit ranghöheren Kommunalpolitikern. Zwar mussten anschließend mehrere Funktionäre ihre Posten räumen, Verhandlungen brachten jedoch keine Lösung. Ende der Woche wurden dann fünf Unterhändler des Dorfes wegen ihrer Teilnahme an den Protesten im September festgenommen - unter ihnen der 42-jährige Xue Jinbo. Er kam am Sonntag in Polizeigewahrsam zu Tode.
Die Dorfbewohner vermuten, dass Xue Jinbo in der Haft geschlagen wurde. Die Behörden bestreiten hingegen, dass der Mann zu Tode geprügelt worden sei. Der plötzliche Tod von Xue Jinbo in Polizeihaft sei auf "Herzversagen" zurückzuführen, hieß es unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft der Provinz Guangdong.
In den vergangenen Tagen kam es in Wukan zu schweren Unruhen. Die Einwohner errichteten Straßensperren, die chinesische Polizei wiederum riegelte das Dorf von außen ab. Selbst Lebensmittellieferungen würden nicht durchgelassen, berichteten Dorfbewohner telefonisch.
Die chinesischen Behörden kündigten an, mit aller Härte gegen die Bauernproteste vorzugehen. Zugleich solle gegen örtliche Funktionäre wegen der Enteignung von Land ermittelt werden.
Angesichts der boomenden Wirtschaft steigen insbesondere im Süden Chinas die Landpreise. Streit um Bauland für Industrie- und Wohngebiete ist inzwischen eine der häufigsten Ursachen für Proteste in China. Andere Ursachen für die zunehmenden sozialen Unruhen und Proteste in China sind Konflikte über Umweltverschmutzung, unbezahlte Löhne oder Polizeigewalt. Im vergangenen Jahr zählten Soziologen rund 180.000 solcher Fälle.
Quelle: dpa , dapd
Heino schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 18:29:02
(2)
(1)
China
Wie ein Mensch (China-Mensch) wirklich einmal von mir gefragt wurde warum in China die tollen alten Stadtbereiche plattgemacht
werden.
darauf sagte er zu mir - WIESO wir bauen doch alles neu. Darauf ich, wie kann es den sein das Chinamenschen die in England leben in China alte Stadtteile wieder aufbauen und somit erhalten. Darauf er, der hat warscheinlich zu viel Geld. Durch die Roten ist bei den Menschen in dieser Hinsicht nichts zu erwarten. In China beg. jetzt ein gr. Umdenk. v. unten
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Pivi schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 13:59:28
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(5)
Unfähig zu lernen
Anscheinend erkennt auch die chinesische Führung nicht die Zeichen der Zeit.
Härte wird wie in Ägypten, Libyen und bald
Syrien und Russland die Bewegung nicht aufhalten. Noch steht die Mehrheit der Chinesen wahrscheinlich zu Ihrer Regierung. Das kann sich sehr schnell ändern. Der Weg über langsamen Anpassungen wird nicht funktionieren.
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NDL schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 13:57:48
(9)
(1)
Geschichtspflege
Mir ist in China aufgefallen, dass es außer in Peking keine Pflege von historischen Altstadtkernen gibt. Alles wird platt
gemacht und dann geht es hoch, höher, am höchsten. Immobilienspekulation kennt keine Grenzen, Eigenheimbau ist illusorisch, nur Eigentumswohnungen zu horrenten Preisen in 50 und mehr Geschossen mit tausenden von Familien in einem Wohnblock mit Sicherheitsdienst an dem kein Fremder vorbeikommt. Die Entschädigungen für die abgerissenen Hütten sind allerdings auch sehr hoch.
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