11.05.2011, 14:37 Uhr
Bei einem spektakulären Diebstahl aus dem streng gesicherten Kaiserpalast in der Verbotenen Stadt in Peking sind historische Ausstellungsstücke im Wert von einigen Millionen Euro entwendet worden. Es handelt sich vor allem um sechs goldene und silberne Puderdosen mit Edelsteinen und eine Handtasche mit Gold.
Es waren Leihgaben des Hongkonger Liang-Yi-Museums, berichtete das Palastmuseum in Peking nach Angaben chinesischer Staatsmedien. Ob weitere antike Gegenstände gestohlen wurden, wird noch untersucht.
In Peking stiehlt ein Langfinger wertvolle Antiquitäten aus dem Palastmuseum. zum Video
Erste Berichte, dass der Wert der Beute angeblich bis zu eine Milliarde Yuan (107 Millionen Euro) ausmache, wiesen Verantwortliche zurück. "Nicht so viel wie eine Milliarde Yuan, aber mindestens Zig-Millionen", sagte Kurator Wang Xiahong vom Liang-Yi-Museum laut Online-Ausgabe der "China Daily". Der Dieb hatte sich offenbar nach Schließung des streng gesicherten Palastmuseums in den Räumen versteckt.
Ein Arbeiter habe den Mann Stunden später entdeckt. Als er ihn zur Rede stellen wollte, flüchtete der Räuber. Trotz eines Großalarms, bei dem auch paramilitärische Sicherheitskräfte mobilisiert wurden, entkam der Dieb. Zwei Gegenstände seien später leicht beschädigt gefunden worden. Der Sprecher des Palastmuseums, Feng Nai'en, entschuldigte sich bei dem Liang-Yi-Museum und übernahm die volle Verantwortung für den "bedauerlichen Vorfall".
Der Diebstahl zeige, dass das Museum "ein paar Sicherheitsprobleme haben könnte", zitierte ihn die Nachrichtenagentur Xinhua. Es war der erste Diebstahl aus dem Kaiserpalast seit zwei Jahrzehnten. Jetzt würden aber die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Alle Abteilungen seien auch angewiesen worden, sämtliche Ausstellungen und Lagerräume daraufhin zu überprüfen, ob noch weitere Wertgegenstände gestohlen wurden.
Der Kurator des Liang-Yi-Museums zeigte sich "geschockt" über den Raub, zeigte aber Verständnis. "Der Zwischenfall war nicht vorhersehbar", sagte Wang Xiahong laut Xinhua. "Es ist passiert, und ich hoffe, dass das Palastmuseum sich nicht allzu schuldig fühlt." Die Ausstellung wurde vorübergehend geschlossen, soll aber bald wieder für Publikum zugängig sein. Weitere Ausstellungsräume in dem östlichen Teil des Museums wurden zunächst auch gesperrt.
Quelle: dpa
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