16.10.2010, 15:00 Uhr
Victor Segovia verlässt die Klinik - Polizisten schützen den Bergarbeiter vor Journalisten (Foto: Reuters)
Endlich zuhause: Fast alle geretteten chilenischen Bergleute haben das Krankenhaus verlassen. Nur zwei der 33 Kumpel sind noch in Behandlung in der Klinik in der Stadt Copiapó, sollen aber voraussichtlich auch in Kürze nach Hause können. Die Männer waren vor wenigen Tagen nach mehr als zwei Monaten in 700 Meter Tiefe gerettet worden.
Unterdessen beginnt der Kampf der Kumpel um ihre Privatsphäre. Der Chefpsychologe des Rettungsteams, Alberto Iturra, rief die Medien auf, den Bergleuten nicht auf den Leib zu rücken. "Lasst sie in Ruhe. Sie müssen jetzt (mit ihren Familien) allein sein", sagte Iturra. Die Bergmänner seien jetzt einem größeren Stress ausgesetzt, als zuvor in der Tiefe der Kupfer- und Goldmine San José.
Die Geretteten lehnten es ab, bereits an diesem Sonntag an einem Dankgottesdienst bei der Mine teilzunehmen. Ein Sprecher der Regierung sagte, die Kumpel wollten zunächst mit ihren Angehörigen zusammen sein. "Man muss verstehen, dass die Männer gerade erst aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen sind und erstmal ihre Ruhe haben möchten", sagte die Gouverneurin der Region Atacama, Ximena Matas.
Die spektakuläre Rettungsaktion hatte fast 2000 Medienmitarbeiter aus aller Welt zum Bergwerk in der Atacama-Wüste gelockt. Einige versuchten anschließend, Interviews mit den Geretteten sowie Mitgliedern der teilweise sehr großen Familien zu vereinbaren. Dabei forderten einige der Angehörigen Geld, während einige Medien auch größere Beträge angeboten haben sollen.
Der frühere Fußballstar Franklin Lobos verließ das Krankenhaus in einem Auto, um Kontakt mit den Medien zu vermeiden. Anschließend kam der Minenarbeiter Florencio Avalos, der am Mittwoch als erster aus dem Bergwerk an die Oberfläche gezogen worden war. Er wurde in seinem Stadtteil in Copiapó von Nachbarn und Freunden gefeiert. "Den Arbeitern rate ich, sehr vorsichtig zu sein", sagte er in einer kurzen Erklärung vor Journalisten. Allerdings müssten die Unternehmen mehr Geld für Sicherheitsmaßnahmen ausgeben. Hinter ihm stand dabei sein Sohn Bairon (7) in einem Superman-Kostüm.
Der als der "Untreue von Atacama" bekanntgewordene Johnny Barrios wurde sogar schon von einem Hersteller von Potenzmitteln gesucht. Der Bergmann hatte neben seiner Ehefrau auch noch eine Geliebte. Sein amouröses Doppelleben war aufgeflogen, als sich nach dem Unglück am 5. August die Ehefrau und die Geliebte bei der Mine San José über den Weg liefen. Die beiden Frauen waren sogar aufeinander losgegangen und mussten von der Polizei getrennt werden. Das chilenische Unternehmen "Men's Quality" will Barrios nun für eine Werbeaktion gewinnen.
Quelle: dpa
Juni2010 schrieb:
am 16. Oktober 2010 um 15:32:24
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Frechheit
Typisch Medien! Die sollen die Leute in Ruhe lassen und sich auf andere Sachen konzentrieren als wie den Leuten auf den Wecker zu
gehen. Die haben momentan ganz andere Dinge zu erledigen.
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Cornyger schrieb:
am 16. Oktober 2010 um 14:37:32
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Unglaublich
Diese Aasgeier von der Presse sollen die armen Männer gefälligst in Ruhe lassen. Als ob die nicht schon genug durchgemacht hätten.
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