Verbündete: Hugo Chávez und der russische Präsident Dmitri Medwedew (Foto: dpa)
Das linksregierte Venezuela deckt sich in Russland mit Panzern und Abwehrraketen ein und erhält dafür von Moskau einen Kredit in Milliardenhöhe. Das südamerikanische Land kauft unter anderem 92 Panzer vom Typ "T-72" sowie eine nicht genannte Zahl von Luftabwehrraketen, wie Staatschef Hugo Chávez am Sonntagabend (Ortszeit) im Fernsehen mitteilte.
Für das Geschäft erhalte Venezuela von Moskau einen Kredit von 2,2 Milliarden Dollar (1,51 Milliarden Euro). Die Waffenkäufe fallen in eine Zeit wachsender Spannungen in der Region, die durch die Ausweitung der Militärkooperation zwischen Kolumbien und den USA verschärft wurden. Venezuela wertet die Zusammenarbeit als Aggression.
Nur zu Verteidigungszwecken
Mit den neuen Abwehrraketen werde es schwierig, Venezuela anzugreifen, sagte Chávez, der vergangene Woche in Moskau war. Die Waffenkäufe dienten aber keinem Angriffszweck und richteten sich gegen kein anderes Land.
"10,20 Raketen gleichzeitig"
"Dank der Hilfe des Präsidenten (Dmitri Medwedew) und des Ministerpräsidenten (Wladimir Putin) wurde der Rüstungskauf möglich, durch den wir unsere Verteidigungsfähigkeit erhöhen", sagte Chávez, der während seiner TV-Sendung "Aló Presidente" Bilder des mobilen Luftabwehrsystems "Smerch" präsentierte. Dies könne nicht nur eine, sondern gleich "10, 20" Raketen gleichzeitig abfeuern. Auf der Einkaufsliste von Chávez standen nach Medienangaben zudem die Raketensysteme "Antey-2500" und "S-300V".
Schutz vor dem "Yankee-Imperium"
Russland und Venezuela pflegen seit Jahren eine enge Militär-Kooperation. Allein zwischen 2005 und 2007 wurden Rüstungsverträge im Wert von mehr als vier Milliarden US-Dollar unterschrieben, darunter auch über 100.000 Kalaschnikow-Sturmgewehre. Chávez begründete die jüngsten Waffenkäufe auch mit den Energie- und Rohstoff-Vorkommen Venezuelas, deren Kontrolle das "Yankee-Imperium" (USA) interessiere. Venezuela ist weltweit fünftgrößter Ölexporteur.
Ziviles Nuklearprogramm geplant
Chávez bekräftigte zugleich Pläne für ein ziviles Nuklearprogramm in Venezuela. "Wir werden die Atomenergie zu friedlichen Zwecken entwickeln ... wie das auch Brasilien und Argentinien tun", sagte Chávez. Er unterstrich, dass diese Pläne nicht auf die Entwicklung von Nuklear-Waffen abzielten.