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Chamenei betont Rechtmäßigkeit der Wahl

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Chamenei betont Rechtmäßigkeit der Wahl

24.06.2009, 10:20 Uhr

Ajatollah Ali Chamenei ist der oberste Führer des Iran (Foto: dpa) Ajatollah Ali Chamenei ist der oberste Führer des Iran (Foto: dpa)

Der oberste Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, hat in seinem ersten öffentlichen Auftritt seit Beginn der Massenproteste in Teheran verkündet, Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad habe einen "klaren Sieg" errungen. In seinem Freitagsgebet vor Zehntausenden Menschen an der Teheraner Universität betonte er die Rechtmäßigkeit der Wahlen.

"Meine Ansichten sind denen des Präsidenten näher", sagte Chamenei. Er verwies auf den Abstand von elf Millionen Stimmen zwischen Ahmadinedschad und seinem Herausforderer Mir Hussein Mussawi. Zu den Wahlen sagte er, zwischen den Präsidentschaftskandidaten habe es einen offenen Wettstreit gegeben. Chamenei hat umfassende Machtbefugnisse und das letzte Wort bei allen politischen Entscheidungen im Gottesstaat.

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Chamenei: Falschdarstellungen in den Medien

Der religiöse Führer betonte, alle Kandidaten unterstützten den Staat. Mir Hussein Mussawi sei ein loyaler Vertreter des Staates, und er habe seit Jahren gut mit ihm zusammengearbeitet. Unterschiede zwischen den Kandidaten habe es nur in ihren Programmen und Ansichten gegeben. Medien, die "zum Feind, zu den Zionisten" gehörten, hätten dies falsch dargestellt.

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Schwere Vorwürfe gegen den Westen

Chamenei betonte, es stehe den Kandidaten offen zu protestieren. Sie könnten anwesend sein, wenn "einige" der Stimmen noch einmal ausgezählt würden. Gleichzeitig müssten die Kandidaten aber vorsichtig mit ihren Aussagen sein, da diese gefährliche Konsequenzen haben und die Gesellschaft radikalisieren könnten. Westlichen Führern warf er vor, sie hätten in der Debatte ihre Maske fallen gelassen und gegenüber dem Iran ihr wahres Gesicht gezeigt. Am schlimmsten sei dabei die britische Regierung gewesen.

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Wahl ein politisches Erdbeben

Die Wahlen seien ein "politisches Erdbeben" gewesen, sagte er in der Ansprache. Sie seien eine große Demonstration der Liebe der Iraner gegenüber ihrem Staat und auch ein großartiges Beispiel für die Zusammenarbeit der Menschen im Iran und für ihr Verantwortungsbewusstsein gewesen. Seit 1979 habe es keine solche große Beteiligung bei einer Wahl gegeben, es sei dabei natürlich, dass jeder an seinen Kandidaten glaube.

Ein Leben für den Iran

Die Wahlen seien auch ein Beispiel für eine religiöse Demokratie: "Wir haben den Test bestanden." Chamenei beendete sein Freitagsgebet mit den Worten, dass er sein Leben und alles, was er habe, immer den Menschen im Iran gewidmet habe.

Iranisches Fernsehen berichtete live

Anders als bei den Massenprotesten der Opposition in den vergangenen Tagen berichtete das iranische Fernsehen live. Die Rede begann traditionell mit einem religiösen Teil. Vor Beginn der Ansprache hatten die Zuschauer gerufen: "Wir lassen dich nicht allein, Ali (Chamenei). Wir opfern unserem Führer das Blut in unseren Adern." Auch der umstrittene Präsident Mahmud Ahmadinedschad nahm an dem Freitagsgebet teil.

Opposition kündigt weitere Proteste an

Um das Freitagsgebet nicht zu stören, hat die Opposition heute keine Kundgebungen geplant. Oppositionsführer Mussawi kündigte für Samstag eine weitere Großkundgebung an. Die Demonstranten werfen der iranischen Führung vor, die Wahl manipuliert zu haben, um den ultrakonservativen Amtsinhaber Ahmadinedschad im Amt zu halten. Die unterlegenen Kandidaten fordern Neuwahlen.

Vorwurf der Wahlmanipulation

Ahmadinedschad hatte bei der Präsidentenwahl im Iran am 12. Juni nach offiziellen Angaben gut 62 Prozent der Stimmen erhalten, auf seinen Herausforderer Mussawi entfielen nur 33,75 Prozent. Seit der Bekanntgabe des amtlichen Wahlergebnisses am vergangenen Samstag gehen die Anhänger Mussawis auf die Straße, um für ihren Kandidaten zu demonstrieren. Sie werfen der iranischen Führung vor, die Wahl manipuliert zu haben. Nach Ansicht von Beobachtern handelt es sich um die bislang größte Herausforderung für die herrschende Elite seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979.


Quelle: dpa , AFP , dapd

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