19.03.2010, 19:40 Uhr | dpa
Blitzschnell lässt ein Chamäleon seine Zunge herausschnellen, um seine Beute zu fangen (Foto: dpa)
Die gummibandähnliche Zunge des Chamäleons schnellt selbst bei Kälte schlagartig hervor. Gewöhnliche Muskeln der Reptilien fahren ihre Kraft bei tieferen Temperaturen dagegen herunter.
Das verschafft dem Chamäleon einen Vorteil gegenüber anderen wechselwarmen Tieren: Es kann jederzeit auf Beutejagd gehen, schreiben US-Forscher in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften.
Über eine Temperaturspanne von 15 bis 35 Grad bleibt die Schnellkraft der Zunge stabil. Als Ursache nennen die Forscher das elastische Bindegewebe. Das Körperteil liegt wie ein Gummiband zusammengezogen auf dem Zungenbein. Spannt das Reptil nun den Zungenmuskel geringfügig an, schnellt der Fortsatz heraus und dehnt sich in die Länge. Dieser Mechanismus ist vergleichbar mit dem von Pfeil und Bogen, erklären die Forscher um Christopher Anderson von der University of South Florida.
Der angespannte Zungenmuskel entspannt sich plötzlich und die Bewegungsenergie überträgt sich augenblicklich auf die gesamte Zungenlänge. So kann sie in 0,07 Sekunden eine Entfernung zurücklegen, die der doppelten Körperlänge des Chamäleons entspricht. Schießt die klebrige Zunge zur Beute, bleibt das Insekt an ihr hängen und wird zurück ins Maul des Reptils gezogen. Dieser zweite Schritt braucht weitaus mehr Muskelkraft als der erste. Je niedriger die Körpertemperatur, desto länger dauert das Einziehen der Zunge.
dpa
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