15.11.2010, 08:58 Uhr
Parteifreunde unterstützen Finanzminister Wolfgang Schäuble (Foto: dpa)
Trotz des klaren Dementis von Kanzlerin Angela Merkel wird der CDU-Bundesparteitag überschattet von den Rücktrittspekulationen um Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Nach Berichten von "Focus" und "Spiegel" wächst in der Union und in der schwarz-gelben Koalition der Unmut über Schäuble, auch weil ein klarer Kurs in der Steuerpolitik vermisst wird. Die CDU trifft sich von Sonntag bis Dienstag in Karlsruhe; neben Vorstandswahlen dürften auch Themen wie die Aussetzung der Wehrpflicht im Fokus stehen.
Laut "Focus" schließt Schäuble trotz aller anderslautenden Erklärungen einen Rückzug zum Jahreswechsel nicht aus. Er wolle aber zunächst um sein Amt kämpfen und könne auf die uneingeschränkte Unterstützung Merkels zählen. "Keiner gibt ihm länger als bis Weihnachten", sagte ein ungenannter Bundesminister dem Magazin. Auch in der Fraktionsspitze gelte der 68-Jährige nach den Worten eines Vorstandsmitglieds als "Minister auf Abruf".
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) erklärte Schäuble für unverzichtbar im Kabinett. "Er ist ein unersetzlicher Anker für Verlässlichkeit und gutes Regierungshandeln", sagte sie der "Bild am Sonntag". "Er ist ein begnadeter Europäer und ein wichtiger Mentor, der jungen Kabinettskollegen mit klugem Rat weiterhilft."
Schäuble war wegen des rüden Umgangs mit seinem Sprecher in die Kritik geraten, der daraufhin zurücktrat. Nach "Focus"-Informationen haben sechs Ministerialbeamte Schäuble deswegen in einer Eingabe vorgeworfen, seine Fürsorgepflicht verletzt zu haben. Außerdem gibt seine Gesundheit Anlass zur Sorge. Mehrfach musste sich der Querschnittsgelähmte zuletzt für längere Zeit im Krankenhaus behandeln lassen.
Die Bundesregierung ist stark bemüht, den Spekulationen ein Ende zu setzen. Kanzlerin und CDU-Chefin Merkel nannte Berichte über eine Kabinettsumbildung "Unfug". Von der Leyen, die sich in Karlsruhe neben Umweltminister Norbert Röttgen, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Bildungsministerin Annette Schavan zu Merkels Stellvertreterin wählen lassen will, rief die CDU zur Geschlossenheit auf. Um die Basis mehr einzubinden, nannte sie ein Mitgliedervotum bei der Kanzlerkandidaten-Kür überlegenswert. "Da sollte man in Ruhe drüber nachdenken." Die Mitgliederkür von Norbert Röttgen zum CDU-Landeschef in Nordrhein-Westfalen habe die Partei dort sehr belebt und verleihe ihm eine größere Legitimation.
Doch es ging nicht nur um Schäuble auf dem Parteitag: CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe betonte, er gehe davon aus, dass seine Partei in Karlsruhe die Aussetzung der Wehrpflicht mit großer Mehrheit beschließen wird. "Die Parteispitze ist zu der Überzeugung gelangt, dass eine modern ausgestattete Berufs- und Freiwilligenarmee die beste Antwort ist auf die heutige sicherheitspolitische Situation", sagte er dem "Hamburger Abendblatt".
Unterdessen forderte der CDU-Wirtschaftsrat vom Bundesparteitag in Karlsruhe ein Umdenken. Präsident Kurt Lauk sagte der "BZ am Sonntag": "Regierungen und Parteien müssen viel mehr als bisher auf ihrem Weg der Entscheidungen die Menschen mitnehmen." Sonst würden die Bürger der Union die Gefolgschaft versagen.
"Die CDU muss moderner werden und sich im Internetzeitalter neu sortieren", sagte Lauk. Zudem brauche man eine rasche Steuerreform: "Wir schlagen dem Parteitag vor, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf wenige Grundbedürfnisse zu beschränken. Dadurch nimmt der Staat rund zwölf Milliarden Euro mehr ein." Mit dem Geld könne die Schwelle zum Spitzensteuersatz von 52.000 auf 80.000 Euro Jahreseinkommen pro Person angehoben werden, sagte Lauk.
Grünen-Parteichef Cem Özdemir bekräftigte, dass er derzeit keine Chancen für ein schwarz-grünes Bündnis auf Bundesebene sieht. Auf Kommunal- und Landesebene müsse man sich die Verhältnisse vor Ort anschauen, sagte er der "Braunschweiger Zeitung". "Auf Bundesebene kann ich es mir aufgrund der Re-Radikalisierung von Angela Merkel zurzeit nicht vorstellen, nicht nur die Laufzeitverlängerungen und der Kurs in der Gesundheitspolitik sind inakzeptabel."
Quelle: dpa
Bubu schrieb:
am 13. November 2010 um 16:31:59
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Schäuble
Was wollt Ihr? Dass eine gewählte Regierung sich durchsetzt, auch wenn es mal nicht so nach des Bürgers Wunsch ist? Oder wollt
Ihr die Grünen, die das größte Teather verursachen an der Spitze haben. Vielleicht mit einer Claudia Roth als Bundeskanzlerin, Özdemir als Verteidigungsminister (der kann ja Englisch) und Renate Künast als Finanzministerin? 2 Monate, dann werdet Ihr sehen, dass Griechenland einen würdigen Nachfolger gefunden hat.
Deutschland steht zur Zeit wirtschaftl. an der Weltspitze!
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Jodelmax schrieb:
am 13. November 2010 um 16:25:14
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@spy
Sie sollten besser keine Kommentare mehr schreiben.
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Tonio schrieb:
am 13. November 2010 um 16:12:48
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Schäuble
Bin selbst seit 23 Jahren zu 80 % schwerbehindert, durch Krebs verursacht.Ich hetze nicht gegen Behinderte ! Für mich ist Herr
Schäuble ein kleiner mieser verbitterte Möchtegernpolitiker. Er soll seine Versorgung nehmen und geniessen. Solche Figuren haben ausgedient und sind eines Staates nicht würdig. Das Attentat auf ihn verachte ich, aber Benehmen hat er noch nie gezeigt, und die Verbitterung kann man bei ihm sofort merken. Er ist auch kein Vorbild für andere Behinderte. Bttte,bitte go home
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