13.12.2010, 14:55 Uhr
Eine Laboringenieurin sieht sich Bilder von Eizellen mit Spermien an (Foto: dpa)
Die CDU hat sich denkbar knapp für ein Verbot von Gentests an Embryonen ausgesprochen. Bei ihrem Parteitag in Karlsruhe votierten die Delegierten nach stundenlanger emotionaler Debatte mit 51,06 Prozent für die Position von Parteichefin Angela Merkel, die die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) ablehnt. Die Befürworter hatten lediglich einen Vorsprung von 17 der 799 gültigen Stimmen. Merkel sprach nach der Debatte von einer "Sternstunde". Die Abstimmung zur PID im Bundestag steht allerdings noch bevor und ist weiter offen.
Bei der PID können im Reagenzglas erzeugte Embryonen vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf Erbkrankheiten untersucht und eventuellaussortiert werden. Merkel hatte am Montag betont: "Ich bin für ein Verbot der PID, weil ich einfach Sorge habe, dass wir die Grenzen nicht richtig definieren." Ärzte schätzen die Zahl der betroffenen Paare auf 150 bis 200 im Jahr. Die PID komme nur für Menschen mit erblichen Vorbelastungen infrage.
Vier Stunden rangen die rund 1000 Delegierten um die Entscheidung. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) appellierte, nicht hinter die Rechtsprechung des BGH zurückzufallen: "Es geht um die Chance auf ein gesundes Leben und eine Beschränkung der PID auf einzelne Ausnahmefälle bei sehr schweren Krankheiten."
Der Parlamentarische Wirtschaftsstaatssekretär und frühere Pfarrer Peter Hintze (CDU) sagte, er rechne trotz des Votums der Partei nicht mit einem Verbot von Gentests an Embryonen. Er sei zuversichtlich, dass der Bundestag ein PID-Verbot verhindern werde, sagte Hintze, der es für ein Drama hält, Eltern mit erblichen Vorbelastungen die Möglichkeit zu verweigern, einen Embryo auf Behinderungen zu untersuchen.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, kritisierte die Entscheidung der CDU als rückwärtsgewandt. Er sei aber zuversichtlich, dass fraktionsübergreifend eine Mehrheit für die begrenzte PID-Zulassung erreicht werden könne. Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestags-FDP, Ulrike Flach, sagte, sie sehe eine sehr gute Chance für eine Parlamentsmehrheit zugunsten einer eingeschränkte PID.
Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte im Juli befunden, dass die Auswahl künstlich befruchteter Eizellen bei Paaren mit einer Veranlagung zu schweren Genschäden mit deutschem Recht vereinbar sei. Die PID ist seitdem hierzulande faktisch erlaubt, die CDU drängt auf eine gesetzliche Neuregelung. Nun wird im Bundestag an einem Gesetz gearbeitet, um rechtliche Grauzonen zu beseitigen. Bei der Abstimmung im Parlament gibt es keinen Fraktionszwang, weil es sich um eine Gewissensentscheidung handelt. Auch der Parteitagsbeschluss der CDU ist für ihre Bundestagsabgeordneten nicht bindend
Quelle: dpa
Nicht CDU Wähler schrieb:
am 16. November 2010 um 19:24:12
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PID
PID ja oder nein soll man den Eltern überlassen. Mutti Merkel soll sich um andere Dinge kümmern.
z.B. Verschwendung von Steuergeldern.
Siehe Bericht Bundesrechnungshof vom heutigen Tage.
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Manni schrieb:
am 16. November 2010 um 18:52:27
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Gentests
Wenn es der Gesundheit des werdenden Lebens dient, kann man solchen Tests nur zustimmen. Die Entscheidung sollte wohl den Eltern
überlassen werden.
Staat und besonders die kath. Kirche haben sich herauszuhalten.
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Thalheim schrieb:
am 16. November 2010 um 18:50:50
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Entscheidung durch Unwissende
Findet es Merkel & Co vielleicht besser, ein durch Gendefekt schwerst geschädigtes Kind in der 20. Woche
abzutreiben statt ein paar kranke Zellen nach 5 Tagen im Reagenzglas zu verwerfen ?! Diese Entscheidung können nur Leute treffen, die sich nie mit so etwas auseinandersetzen mußten. Wahrscheinlich denken diese Ahnungslosen nur an ein ein Designerbaby, bei dem man sich Geschlecht, Haar - und Augenfarbe aussuchen kann.
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