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Castortransport: Zug mit radioaktivem Müll auf dem Weg nach Gorleben

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Castortransport ist unterwegs

23.11.2011, 17:52 Uhr

Der Zug mit elf Castor-Behältern mit hochradioaktivem Atommüll ist auf dem Weg von Frankreich nach Deutschland.

Der Castortransport mit hochradioaktivem Atommüll rollt. Am Nachmittag ist der Zug von Frankreich aus in Richtung Gorleben gestartet. Trotz heftiger Proteste von Atomkraftgegnern setzte sich der Zug gegen 16 Uhr an der Areva-Verladestation bei Valognes in Bewegung. Nur wenige Stunden zuvor hatten Aktivisten nach eigenen Angaben vorübergehend Gleise besetzt und Signalanlagen beschädigt. Ein Polizeiwagen ging in Flammen auf, berichtete der TV-Sender BFM.

Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften drängte die Demonstranten schließlich unter massivem Einsatz von Tränengas zurück. Mindestens zwölf Demonstranten wurden nach Medienberichten festgenommen. Die Behörden hatten auf beiden Seiten der Bahngleise eine Art Sperrzone eingerichtet.

Der Zug bringt deutschen Atommüll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Gorleben. Nach rund 1200 Kilometern Wegstrecke soll er am Wochenende im Wendland eintreffen. Die Route des Transports ist noch unklar.

Massive Proteste entlang der Strecke

Auch in Deutschland bereiten sich Atomkraftgegner auf den Castortransport vor. Schwerpunkt der Aktionen im Südwesten soll wie in den Vorjahren der Grenzübergang Berg sein, teilten verschiedene Anti-Atomkraft-Initiativen mit. Der Zug soll mit einer "Südblockade" aufgehalten oder zu einem Umweg gezwungen werden. Drei Varianten für den Grenzübertritt sind möglich: über Kehl, Berg oder Saarbrücken. Im Vorjahr war es Atomkraftgegnern wiederholt gelungen, den Zug zu stoppen oder die Nachschubwege für Einsatzkräfte zu blockieren.

Nachrichten
Neuer Castor-Transport steht bevor

Deutscher Atommüll wird aus dem französischen La Hague nach Gorleben gebracht. zum Video

Atomkraftgegner und Polizei rechnen nicht damit, dass in diesem Jahr mehr Castor-Gegner als im Vorjahr ins Wendland kommen. Die überregionale Mobilisierung sei geringer, hieß es bei der Polizei-Einsatzleitung in Lüneburg.

Verdacht auf Sprengsatz

Unterdessen hat der Verdacht auf einen Sprengkörper an der Castor-Strecke bereits den ersten größeren Polizeieinsatz in Deutschland ausgelöst. Bei Routinekontrollen in Quickborn im Landkreis Lüchow-Dannenberg sei an einem Gullideckel im Ortskern etwas Auffälliges beobachtet worden, sagte ein Polizeisprecher. Angeforderte Sprengstoffhunde hätten angeschlagen.

Daraufhin wurde die Fundstelle weiträumig abgesperrt und Wohnhäuser evakuiert. Sprengstoffexperten untersuchten die Fundstelle. Dabei stellte sich heraus, dass es sich nur um eine Attrappe handelte. Bereits am Dienstagabend war in dem Ort eine Attrappe bei einer Kontrolle gefunden worden. Um einen Sprengstofffund auszuschließen, wurde der Bereich ebenfalls abgesperrt.

Sorge um radioaktive Strahlenbelastung

Beim aktuellen Transport wird es wieder umfangreiche Strahlenmessungen geben. Es gehe um den Schutz der Bevölkerung und des Begleitpersonals, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums in Hannover. Die Grenzwerte für radioaktive Kontamination sowie die Dosisleistung von 0,1 Millisievert pro Stunde in zwei Meter Abstand müssten sicher eingehalten werden.

Der diesjährige Atommülltransport nach Gorleben umfasst Ministeriumsangaben zufolge elf Behälter des Typs "Castor HAW 28M". Diese würden bereits vor dem Transport in Frankreich auf Oberflächenkontamination und Dosisleistung untersucht. Ein weiteres Mal wird die Strahlendosis nach dem Umladen auf Straßenfahrzeuge in Dannenberg gemessen. Bei der Annahme im Lager Gorleben werden die Castoren dann nach den Anforderungen des Lagerrechtes erneut auf Kontamination und Dosisleistung untersucht.

Ein Antrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace, vor der Abfahrt Wärmebilder der elf Castor-Spezialwaggons zu machen, wurde unterdessen von der Polizei abgelehnt. Jeder der elf Behälter enthalte viermal so viel radioaktives Material wie bei der Reaktorkatastrophe in Fukushima in die Umwelt gelangt sei, betonte Greenpeace. Die deutsche Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) behauptete jedoch, die vor dem Start des Transports durchgeführten Messungen hätten kein Gefährdungspotenzial ergeben.

Suche nach atomarem Endlager

Derweil geht der politische Streit um die Atommülllagerung in Deutschland weiter. Nachdem man sich in den vergangenen 35 Jahren auf den Standort Gorleben als Endlagerstätte konzentriert hatte, sollen künftig auch andere Optionen geprüft werden. Die Gorleben-Gegner halten den Salzstock an der früheren DDR-Grenze im niedersächsischen Wendland für zu unsicher, um hier den Müll für immer in rund 800 Metern Tiefe zu lagern. Daher gibt es seit Jahren Proteste gegen Castortransporte in das nahe des Salzstocks gelegene oberirdische Zwischenlager, wo der Müll bis zur Endlagerung abkühlen soll.

Nach Ansicht der Grünen wurde Gorleben nie in einem wissenschaftlichen Auswahlverfahren zum möglichen Endlager bestimmt. Zu diesem Schluss kommt die Partei in einem Zwischenbericht zum Bundestags-Untersuchungsausschuss, aus dem die "Berliner Zeitung" zitiert. Damit verbiete sich jeder weitere Transport nach Gorleben, sagte die Grünen-Obfrau im Ausschuss, Sylvia Kotting-Uhl, dem Blatt.

Vor knapp zwei Wochen hatte Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) nach einem Treffen mit Vertretern aller Bundesländer die bundesweite Suche nach einem Atommüll-Endlager angekündigt. Es gehe darum, den sichersten Standort für ein Endlager zu finden. Gorleben werde aber weiter erkundet.


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Quelle: dapd , dpa

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Kommentare (29)

zum Forum

Thema: "Castortransport: Zug mit radioaktivem Müll auf dem Weg nach Gorleben"

wern schrieb: am 23. November 2011 um 20:42:54
(4) (5) endlager
ich habe einen neunen vorschlag fürs endlager: da stuttgart21 nicht gebaut wird, bietet sich doch die baugrube dafür an..........

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Pemi schrieb: am 23. November 2011 um 20:13:01
(13) (13) Castor sei dank
Die ganze Sparte Berufsprotestierer jauchzt und frohlockt. Endlich macht das Leben wieder Spaß und hat einen Sinn.
Grüne,Linke und sonstige Chaoten sehen ihren schwindenden Lebensinhalt vorerst gerettet. Etwas anderes,etwa eine geregelte Arbeit oder Taten für das Gemeinwohl sind diesen Leuten fremd. Sie wo0llen zerstören was andere aufbauen. Sie wollen teilen was andere geschaffen haben. Sie denken nur an sich selbst.
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Doc Stuttgart schrieb: am 23. November 2011 um 19:20:17
(17) (16) @normaler Arbeiter, Henning u.a.Spezis
Euch hilft keine Medizin mehr, wenn Ihr Euch nicht entblödet, immer noch auf Grüne und
Umweltschützer eindzudreschen, statt die Schwarz-Gelben Atom-Gewinnler am Kragen zu packen. Als normaler Hausarzt muß ich mir nicht noch Eure Beleidigung anhören, ich sei ein arbeitsloser Berufsdemonstrant. Eure Kinder werden ebenso wie meine am Tschernobyl-Syndrom zu leiden haben, wenn die verdienstvollen Grünen & Umweltschützer nicht für eine gesunde Energiezukunft für uns alle kämpfen - auch für
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