23.11.2011, 07:39 Uhr
Polizisten bewachen die Einfahrt des Castors in den Verladebahnhof in Dannenberg (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Heute startet der nächste Atommülltransport von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague zum Zwischenlager Richtung Gorleben. Die letzten Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Im Wendland rüsten sich Polizeikräfte und Atomkraftgegner schon seit Tagen für die Auseinandersetzungen rund um den umstrittenen Umgang mit der Atomkraft und ihrem gefährlich strahlendem Abfall.
Der jahrzehntelange Konflikt ist durch die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima noch weiter angeheizt worden. Für viele Menschen in Deutschland ist Gorleben mittlerweile zu einem Symbol für den Protest gegen die - in ihren Augen - schwer beherrschbare Nukleartechnologie geworden.
Am Wochenende dürfte der Zug mit seinem strahlenden Inhalt das Zwischenlager Gorleben erreichen. Es ist der zwölfte und letzte Transport mit hochradioaktiven Abfällen aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague. Schon jetzt stehen in diesem Zwischenlager 102 Atommüllbehälter mit hoch radioaktivem Abfall.
Vor einem Jahr kamen 50.000 Demonstranten, mehr als je zuvor, weil nur kurz zuvor die schwarz-gelbe Bundesregierung längere Akw-Laufzeiten beschlossen hatte. Der Protest erreichte neue Dimensionen: Der Transport dauerte länger als je zuvor, und die Polizei musste im Angesicht der Menschenmassen mit einem Notruf an die Länder die Zahl der eingesetzten Beamten aufstocken. Am Ende waren es fast 20.000 Sicherheitskräfte. Die Kosten beliefen sich auf 36,5 Millionen Euro - bezahlt nicht etwa von der Atomindustrie, sondern vom Staat.
In diesem Jahr aber ist die Laufzeitverlängerung Geschichte und der Atomausstieg nach der Katastrophe von Fukushima beschlossene Sache. Die Wendländer befürchten, nun wieder allein zu stehen im Kampf gegen die Lagerung von immer mehr Castoren im sogenannten Transportbehälterlager Gorleben, kaum mehr als einen Steinwurf entfernt von dem Salzstock, der weiter untersucht wird auf Eignung als Endlager - wenn auch mittlerweile nicht mehr als einzige Möglichkeit.
Mehr als 1,6 Milliarden Euro haben die Atomkonzerne in das Zwischenlager investiert - und jeder weitere Castor vor Ort, so die Befürchtung der Menschen im Wendland, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Gorleben irgendwann zum Endlager erklärt wird. Widersprüchliche Berechnungen darüber, ob rund um das Lager die vorgeschriebenen Grenzwerte bei der Neutronenstrahlung eingehalten werden, haben im Vorfeld des Transports für zusätzliche Aufregung gesorgt. Die Atomaufsicht stützt ihre Transportgenehmigung zwar auf Berechnungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Doch der Verdacht von wohlwollenden Zahlenmanipulationen hält sich hartnäckig.
Seit Ende der 1970er Jahre die Entscheidung für die Erkundung des Gorlebener Salzstocks als Endlager gefallen ist, wehrt sich die Bevölkerung vor Ort. Das hat die Region verändert: Damals gab es eine satte absolute CDU-Mehrheit im betroffenen Landkreis Lüchow-Dannenberg, heute sitzen die Christdemokraten in der Opposition, und ein buntes Bündnis der Gorleben-Kritiker regiert Deutschlands einwohnerschwächsten Landkreis mit kaum 48.000 Menschen. Am kommenden Wochenende aber, zählt man Polizisten und Demonstranten dazu, wird sich die Einwohnerzahl vermutlich verdoppeln: 19.000 Polizisten werden nach Angaben des Einsatzleiters aufgeboten, die Anti-Atomkraft-Bewegung erwartete 20.000 bis 30.000 Menschen bei den Demonstrationen.
Der Betreiber des Zwischenlagers, die Gesellschaft für Nuklear-Service, hat vor wenigen Tagen vorgerechnet, wie oft sich das noch wiederholen wird. In La Hague warten nach diesem Transport noch elf Castoren mit schwach- und mittelaktivem Müll, in der britischen Aufarbeitungsanlage Sellafield weitere 21 Behälter mit hoch radioaktivem Müll. Weil das Schiff für den Seetransport nur sechs der rund 120 Tonnen schweren Schutzbehälter aufnehmen kann, sollen vier weitere Transporte rollen.
2017, so die Planung, geht die Ära der Castor-Transporte ins Gorlebener Zwischenlager zu Ende. Weil die Wiederaufarbeitung 2005 beendet worden ist, bleiben alle danach noch anfallenden abgebrannten Brennelemente für Jahrzehnte in den Zwischenlagern an den Atommeilern, bis es ein Endlager gibt - in Gorleben oder wo auch immer.
Quelle: AFP
Arbeiter schrieb:
am 22. November 2011 um 21:07:51
(92)
(26)
Berufsdemonstranten
Die Massenmedien können es anscheinend nicht erwarten, bis die Berufsrandalierer wieder tätig werden. Verfrachtet das
arbeitscheue Gesindel nach Sibirien. Kein Mensch, der von seiner eigenen Hände Arbeit lebt, hat Zeit für diesen Firlefanz. Schaut euch diese Typen mal an...ein paar dumme Rentner als Alibi dabei und dann lauter Berufschaoten
mehr
Kommentar melden
Feder schrieb:
am 22. November 2011 um 21:03:48
(85)
(21)
Castortransporte
Wieso muß man den Chaoten auch noch die Möglichkeiten für Randale bieten, wenn die Termine der Castortransporte ständig
öffentlich bekannt sind? Das kann nachts über die Bühne gehen, ohne das den Chaoten eine Bühne für ihr randalieren geboten wird. Andere Dinge können doch auch außerhalb derÖffentlichkeit stattfinden.
mehr
Kommentar melden
alibaba schrieb:
am 22. November 2011 um 20:43:58
(65)
(21)
kb
lasst doch den ganzen Müll mal auf der Strecke stehn. Mal sehn was diese Randalierer dann sagen.
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video