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Castortransport: Atomkraftgegner zwingen Zug zum Halten

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Tausende demonstrieren gegen Castortransport

28.11.2011, 08:12 Uhr

Bei Protesten im Wendland kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen.

Vor dem Eintreffen des Castortransports mit Atommüll für das Zwischenlager Gorleben ist es im niedersächsischen Wendland erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Mehrere hundert Menschen versuchten, in einem Waldgebiet auf die Schienenstrecke zu gelangen. Sie sollen Gleise beschädigt haben. Der Zug mit den Behältern musste aufgrund von zahlreichen Protestaktion in Seelze hinter Hannover erneut eine Pause einlegen.

Nach Angaben von Augenzeugen setzte die Polizei Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Dabei habe es Verletzte gegeben. Die Beamten hätten auch Journalisten mit Reizmitteln angegriffen, so ein Augenzeuge.

Auch in Dannenberg versammelten sich am Mittag nach Polizeiangaben mehr als 5000 Menschen, um gegen den Castortransport zu protestieren. "Wir gehen von einer weit größeren Zahl aus", sagte Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atomkraftbewegung "ausgestrahlt". Noch immer strömten Menschen auf das Gelände. In Dannenberg liegt die Umladestation, wo die Castoren für die letzten 19 Kilometer auf Lastwagen verladen werden müssen.

Die Kundgebung dort richtete sich gegen die laufenden Transporte von hochradioaktiven Atomabfällen aus dem französischen La Hague ins niedersächsisches Zwischenlager Gorleben, aber auch gegen die weitere Erkundung des Gorlebener Salzstocks auf eine Eignung als Endlager. "Nur durch eine Politik der Manipulation, der Täuschungsmanöver und des Aussperrens der Öffentlichkeit konnte der Atomstandort zu seinen heutigen Dimensionen ausgebaut werden", kritisierten die Atomkraftgegner in einer gemeinsamen Erklärung. Gorleben wurde Ende der 70er Jahre als Standort für das einzige Lager für hochradioaktivem Müll der deutschen Kernkraftwerke bestimmt.

Nachrichten
Castor-Transport in Niedersachsen

In der Nacht kam es zu Konfrontationen zwischen Polizei und Aktivisten. Der Zug musste mehrfach anhalten. zum Video

Gewalt auf beiden Seiten

Wie schon am Tag zuvor gab es auch in der Nacht zum Samstag zahlreiche Zusammenstöße zwischen Atomkraftgegnern und der Polizei. Polizeisprecher berichteten von über einem Feldweg gespannten Metallketten: "Hier ging es scheinbar nicht darum, gegen den Castortransport zu protestieren, sondern die Einsatzkräfte gezielt anzugreifen und zu verletzten." In Metzingen an der Straßentransportstrecke seien Polizisten von rund 200 Atomkraftgegnern massiv angegriffen und mit Steinen und Böllern beworfen worden. Die Polizei setzte einen Wasserwerfer ein, mehr als 20 Beamte seien verletzt worden.

Die Atomkraftgegner dagegen kritisierten das Verhalten der Polizei. Die Vorsitzende der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, Kerstin Rudek, sprach von einem "hohen Aggressionspotenzial" der Beamten. Sie bezog sich insbesondere auf einen Einsatz in der Nacht zum Samstag in Metzingen, rund 25 Kilometer von Gorleben entfernt. "Die Polizei war sehr aggressiv", sagte Rudek. "Die Menschen fühlten sich bedroht." Es habe einen Schlagstockeinsatz gegeben sowie einen Hundebiss. 20 Menschen seien verletzt worden.

Foto-Serie: Eskalation bei Castor-Protest
6 Bilder von 19

Letzter Castortransport aus Frankreich

Der Castorzug war am Mittwoch nahe der Wiederaufbereitungsanlage La Hague in Nordfrankreich gestartet. Auf dem Weg bis nach Niedersachsen zwangen Kernkraftgegner den Zug bereits zu etwa einem halben Dutzend kurzer Stopps. Samstagmittag musste der Zug dann hinter Hannover halten, für wie lange, war zunächst unklar.

Der Castortransport ist der letzte mit hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente in La Hague in Frankreich. In ganz Deutschland sind während des Transports rund 19.000 Polizisten im Einsatz.


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Quelle: dpa , AFP

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Kommentare (6)

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Thema: "Castortransport: Atomkraftgegner zwingen Zug zum Halten"

Schaffner schrieb: am 26. November 2011 um 17:34:22
(89) (57) Zug zum Halten
Das ist nur Müll , versteh die Aufregung nicht . Irgendwo muss das Zeug hin .

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Hallo schrieb: am 26. November 2011 um 17:26:39
(66) (32) @henningsb
In Gorleben stehen die Castoren auch nur rum, ähnlich wie Autos auf einem Parkplatz. Von Sicherheit kann da mit Sicherheit nicht gesprochen werden.

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henningsb schrieb: am 26. November 2011 um 17:07:52
(144) (30) castortransport
dagegen zu demonstrieren ist ok. aber friedlich bitteschön !! die atomkraftgegner rühmen sich den castor aufzuhalten und
sei es nur für 1-2 std.. nur was würden sie laut schreien, wenn man den castor einfach da stehen lassen würde wo er aufgehalten wird ?!? wie schnell würden sie wohl danach rufen, ihn doch bitte der strahlung wegen, in sicherheit zu bringen. denkt mal darüber nach !
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