23.11.2011, 10:44 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Paris (dpa) - Wenige Stunden vor dem Start des letzten für Gorleben bestimmten CastorTransports mit hochradioaktivem Müll ist es in Valognes (Frankreich) zu ersten Zusammenstößen von Demonstranten und der Polizei gekommen.
Fünf Demonstranten wurden festgenommen. Das berichtete der TV-Nachrichtensender BFM am Mittwoch unter Berufung auf die Präfektur.
Bereitschaftspolizisten hielten nach diesen Angaben mehrere hundert Atomkraftgegner mit Tränengas von den Bahngleisen fern. Augenzeugen berichteten von einem wahren Katz- und Maus-Spiel, bei dem die Gegner Lücken in den Reihen der zahlreich aufmarschierten Sicherheitskräfte suchten. Die Behörden hatten auf beiden Seiten der Bahngleise eine Art Sperrzone eingerichtet.
Mehrere hundert Atomkraftgegner hatten sich in den vergangenen Tagen nahe der nordfranzösischen Kleinstadt Valognes getroffen, um den Transport zu blockieren. An der Verladestation verhandelten Greenpeace-Aktivisten mit der Polizei über die Möglichkeit, Thermographie-Aufnahmen des Zuges zu machen.
Gerüchte über einen vorgezogenen Start des Transports konnten sie nicht bestätigen: "Aus unserer Sicht gibt es keine Bestätigung dafür - und wir denken, dass wir recht gute Quellen haben", sagte Greenpeace-Mitarbeiter Andree Böhling der Nachrichtenagentur dpa.
Der Castor-Transport soll sich nach Informationen der Atomkraftgegner um 14.36 Uhr in Bewegung setzen. Er wird nach 1200 Kilometern Wegstrecke am Wochenende im Wendland erwartet. Entlang der Strecke planen Anti-Atomkraft-Initiativen zahlreiche Proteste. Im Vorjahr war es den Atomkraftgegnern immer wieder gelungen, den Zug zu stoppen oder Nachschubwege für die Einsatzkräfte zu blockieren. Mit den Castoren wird deutscher Atommüll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Gorleben gebracht.
Quelle: dpa
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