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Castor-Transport: Polizei setzt Wasserwerfer gegen Demonstranten ein

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Farbbeutel fliegen, Wasserwerfer im Einsatz

25.11.2011, 08:14 Uhr

Die Polizei setzt einen Wasserwerfer gegen Castor-Gegner im Wendland ein (Quelle: dpa)

Die Polizei setzt einen Wasserwerfer gegen Castor-Gegner im Wendland ein (Quelle: dpa)

Bei Protesten gegen den Castortransport nach Gorleben ist es im niedersächsischen Wendland zu ersten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. An einer Bundesstraße in Metzingen setzten die Einsatzkräfte einen Wasserwerfer ein. Die Polizei sprach von gut 800 Demonstranten. Erst flogen Farbbeutel und Böller geflogen, dann kam es zu Rangeleien. Mehrere Menschen sollen durch Reizgas verletzt worden sein.

Der Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll hat inzwischen von großen Sicherheitsvorkehrungen begleitet die Strecke durch Frankreich zurückgelegt. Am Donnerstagabend hatte er sich bis auf wenige Kilometer der deutschen Grenze genähert. Nach Informationen aus Polizeikreisen wird der Zug mit elf Spezialbehältern voraussichtlich nach einem Zwischenstopp erst am Freitag durch Deutschland ins Zwischenlager Gorleben fahren. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür nicht.

Friedliche Proteste in Rheinland-Pfalz und Hessen

Der Atomzug erreichte am Donnerstagvormittag die französische Gemeinde Rémilly rund 65 Autokilometer südwestlich von Saarbrücken. Ein französischer Greenpeace-Sprecher erklärte, das ungewöhnlich große Polizeiaufgebot in Rémilly könne auf einen längeren Halt hindeuten. Offenbar sollten dort auch das Zugpersonal und die Lokomotive ausgetauscht werden. Am Donnerstag protestierten Atomkraftgegner in Rheinland-Pfalz und Hessen friedlich an möglichen Streckenabschnitten gegen den Atomzug. Im pfälzischen Berg versammelten sich nach Angaben der Polizei rund 250 Demonstranten. Sie war laut Augenzeugen mit etwa genauso vielen Beamten präsent.

Atomkraft-Gegner in Hessen von der Initiative "Atomkraftende Darmstadt" planen eine Mahnwache am Bahnhof im Stadtteil Kranichstein. "Wir wollen ein Anlaufpunkt für Bürger sein, die ihre Proteste anbringen wollen", sagte ein Mitglied am Donnerstag. Im November vergangenen Jahres hatte der Castor-Transport in Darmstadt-Kranichstein gehalten, Demonstranten besetzten die Gleise. In Kassel plant die Initiative "Anti-Atom-Spaziergang Kassel". Mahnwachen am ICE-Bahnhof Wilhelmshöhe.

Route bleibt geheim

Auch im Saarland richteten sich die Sicherheitskräfte auf die Ankunft des Zuges am Freitagmittag ein. Wenn der Zug die Strecke Richtung Saarbrücken nimmt, würde er über Neunkirchen Richtung Rheinland-Pfalz weiterfahren. In der saarländischen Stadt würden dann voraussichtlich deutsche Polizisten die Transport-Bewachung von den französischen Kollegen übernehmen. Andere mögliche Routen führen von Frankreich aus über das pfälzische Berg oder Kehl in Baden-Württemberg.

Bereits am Mittwoch hatte es in Frankreich erhebliche Proteste gegen den Castortransport gegeben. Sicherheitskräfte setzten Schlagstöcke und Tränengas gegen Atomkraftgegner ein, die in Sperrzonen vordringen wollten. 16 Demonstranten wurden festgenommen. Mindestens drei Menschen - darunter ein Gendarm - wurden leicht verletzt. Die nächtliche Fahrt verlief ohne große Störungen.

Letzter Transport aus Frankreich

Der Transport bringt deutschen Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague nach Gorleben in Niedersachsen. Greenpeace und andere Organisationen halten den Salzstock an der früheren DDR-Grenze im niedersächsischen Wendland für zu unsicher, um hier den Müll für immer in rund 800 Metern Tiefe zu lagern. Daher gibt es seit Jahren Proteste gegen Castor-Transporte in das nahe des Salzstocks gelegene oberirdische Zwischenlager, wo der Müll bis zur Endlagerung abkühlen soll.

Der laufende Transport ist der letzte mit hoch radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente in Frankreich Richtung Gorleben. Bundesregierung und Energieversorger hatten sich bereits vor Jahren darauf verständigt, vom 1. Juli 2005 an keine abgebrannten Brennelemente wieder aufarbeiten zu lassen. Die Bundesrepublik ist jedoch verpflichtet, den bereits früher ins Ausland transportierten Atommüll zurückzunehmen.


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Quelle: dpa

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