27.11.2011, 19:19 Uhr
Hundertschaften der Polizei bei Harlingen im Einsatz.
Schwierige Schlussetappe für den bisher langsamsten Castor-Transport: Mühsam hat sich der Zug mit hoch radioaktivem Atommüll für das Zwischenlager Gorleben am Sonntag seinen Weg durch das niedersächsische Wendland gebahnt.
Bis in den Abend blockierten vier Atomkraftgegner der Bäuerlichen Notgemeinschaft mit einer rund 600 Kilogramm schweren Betonpyramide bei Hitzacker die Schienenstrecke. Auch zehn Stunden nach Beginn der Blockade versuchte die Polizei, die drei Männer und eine Frau frei zu bekommen. Wann der Atommüll-Zug sein Zwischenziel im Verladebahnhof Dannenberg erreichen wird, war zunächst völlig unklar.
"Das ist kein Spaß mehr", sagte ein Polizeisprecher. Auf dem Arm der Frau laste inzwischen schwerer Druck. Zudem habe sich das Schotterbett der Gleise unter der Pyramide bereits abgesenkt. Seit den frühen Morgenstunden lagen die vier Landwirte auf den Gleisen, rund zehn Kilometer vor Dannenberg. Wenige Meter hinter der Pyramide setzten sich einige hundert Menschen auf die Gleise.
Heftige Proteste und Gleisblockaden ließen den Zug den ganzen Sonntag über nur stockend vorankommen. Die Polizisten waren seit Samstagabend praktisch nonstop im Einsatz, um tausende Demonstranten von den Schienen abzudrängen.
Bei Hitzacker haben sich vier Aktivisten mit einer Betonpyramide auf den Gleisen angekettet. zum Video
Schon lange vor dem Erreichen des Zwischenlagers war der Castor am Sonntagmittag mit mehr als 92 Stunden länger unterwegs als je zuvor. Am Mittwochnachmittag hatte er im französischen La Hague seine Fahrt begonnen - bis Sonntagabend waren mehr als 98 Stunden vergangen. Wann die elf Behälter Gorleben erreichen sollten, war weiter unklar.
Unterdessen war die Lage auch an vielen anderen Stellen am Rande der Schienenstrecke äußerst unübersichtlich. Immer wieder gab es in den Waldstücken spontane Blockaden. Zudem griffen kleine Gruppen gewaltbereiter Castor-Gegner die Einsatzkräfte mit Steinen und Böllern an. Auch Journalisten wurden nicht verschont.
Dazu kam eine Warnung vor Sturmböen bis in die Abendstunden, die das notwendige Umladen der Castor-Behälter auf Lastwagen zunächst unmöglich machen könnte. An der Verladestation in Dannenberg müssen die elf Castoren auf Speziallastwagen gehoben werden, um die letzte Strecke ins Zwischenlager Gorleben auf der Straße zurückzulegen. Dies ist nur bis Windstärke sechs möglich.
Das Vorgehen gegen Demonstranten mit Wasserwerfern und Schlagstöcken löste erneut einen Streit über die Polizei-Strategie aus. Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth kritisierte: "Der Polizeieinsatz ist absolut überzogen. Er ist ein Anschlag auf die Demokratie." Roth und andere Delegierte wollen nach Abschluss des Grünen-Bundesparteitags in Kiel selber nach Gorleben fahren.
Bei Protesten im Wendland kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. zum Video
Die Gewerkschaft der Polizei wies die Vorwürfe zurück. Der Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut erklärte, die Polizisten hätten die Verhältnismäßigkeit gewahrt und sich um Deeskalation bemüht. "Sie haben allerdings die Aufgabe, den rechtmäßigen Transport der Behälter in das Zwischenlager sicherzustellen." Dazu dürften die Polizisten auch körperliche Gewalt einsetzen.
Der Castor-Zug hatte am Sonntagnachmittag seine Fahrt Richtung Dannenberg nach einem kurzen Stopp in Lüneburg fortgesetzt. Auch auf der letzten, 20 Kilometer langen Etappe auf der Straße bis zum Zwischenlager wurde mit Protestaktionen der Atomkraftgegner gerechnet. Bereits am Nachmittag hatten die ersten hundert Demonstranten die Straße am Ortseingang Gorleben blockiert.
Quelle: dapd , dpa , AFP
Wolfgang Bergmann schrieb:
am 27. November 2011 um 19:03:07
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Castor-Transport
Dieser Mob von angeblichen Atomkraftgegnern ist nichts anderes als kriminelle Verbrecher. Machen sich normale Bürger am
Schotter unter den Gleisen zu schaffen, gibt´s ´ne Anzeige. Schadenersatz ist selber zu bezahlen, der Richter verhängt ´ne Strafe. Das ist nichts anderes als Gewalt gegen Sachen. Dieser Dreck aber darf das! Der Transport wurde von mit der Mehrheit der Stimmen gewählten Politikern beschlossen und ist grundgesetzkonform.. Hier muss gelten: Null Toleranz gegen Atomkraftgegner!
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Mehmed schrieb:
am 27. November 2011 um 19:00:36
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Gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr und gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr müssen strafrechtlich verfolgt werden, auch wenn Grüne oder deren Anhänger beteiligt sind. Die Verfassungsmäßigkeit der Grünen muss überprüft werden.
Der Atommüll muss nach Gorleben transportiert werden. Die Parteien, die die Straftaten bejubeln, die auf dem Transportweg gemacht werden, müssen zur Verantwortung, zusätzlich wegen Vergeudung von Steuergeldern, gezogen werden. Wer zulässt, dass seine Fahne dort geschwenkt wird, gehört zu den Straftätern. Wenn die Polizei
die Straftäter festnimmt und die Richter diese Kriminellen wieder laufen lassen, ist das ein Justizskandal.
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Pollux schrieb:
am 27. November 2011 um 18:59:14
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Castoren
Lasst doch den Zug einfach stehen. Lok abkoppeln, nach hause fahren. Irgendwann ist es auch den stärksten grünen Demonstranten zu
kalt und sie gehen nach hause. Uns spart es nur Geld
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