29.11.2011, 08:15 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Gorleben (dpa) - Das Ziel war schon in Sicht: Am Abend begann der Castor-Transport im Wendland seine letzte Etappe zum Zwischenlager Gorleben. Doch dann starteten zwei Demonstranten noch einmal eine Überraschungsaktion.
Wenige Kilometer vor dem Ziel wurde der Lastwagen-Konvoi von Atomkraftgegnern gestoppt. Ein Mann und eine Frau kletterten während der Fahrt auf das Führerhaus des ersten Lasters und zwangen den Transport damit zum Anhalten.
Die Polizei hatte zunächst keine Erklärung dafür, wie das Duo durch die Polizeiketten kommen konnten. "Die beiden kamen praktisch aus dem Nichts", sagte der Sprecher der Polizei, Marco Bussler, der Nachrichtenagentur dpa. Nach rund einer Stunde hatten Spezialkräfte der Polizei die Demonstranten vom Führerhaus heruntergeholt, die Tieflader konnten weiterrollen.
Nach der Verladung der Spezialcontainer auf Lastwagen und der Räumung von Straßenblockaden war der bislang längste Transport kurz vor 19 Uhr zu seiner Schlussetappe gestartet. Die Polizei hatte zuvor Hunderte Demonstranten von der rund 20 Kilometer langen Strecke zum Zwischenlager getragen.
Der Transport, der sich am vorigen Mittwoch in Frankreich in Bewegung gesetzt hatte, war durch heftige Proteste von Atomkraftgegnern immer wieder gestoppt worden. Erst am frühen Montagmorgen hatte er Dannenberg erreicht. Dort wurden die elf Castor-Container vom Zug auf Lastwagen verladen.
Der letzte Streckenabschnitt war von einem großen Polizeiaufgebot gesichert. Das rund 20 Kilometer lange Teilstück kann nur auf der Straße zurückgelegt werden. Trotz des beschlossenen Atomausstiegs versuchten Kernkraftgegner bis zuletzt alles, um den Castor-Transport zu stoppen. Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace hatten sich am Montagvormittag mit einem Transporter und einem Betonblock an einer Straßenkreuzung verankert. Sie versperrten damit eine der möglichen Transportrouten. Der Polizei gelang es nach rund sechs Stunden, das Fahrzeug von der Straße zu räumen.
Die Demonstranten fordern auch ein Aus für die Erkundung des Salzstocks Gorleben, der bisher als einziger Standort in Deutschland auf seine Eignung als Atommüll-Endlager untersucht wird. Die Grube liegt in rund 800 Metern Tiefe in unmittelbarer Nähe des Zwischenlagers.
Die Polizeigewerkschaft GdP klagte über zunehmende Angriffe auf Beamte. Allein am Wochenende seien bei Protestaktionen mehr als 150 Polizeibeamte verletzt worden, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Polizisten seien aus den Reihen der Demonstranten mit nagelgespickten Golfbällen beworfen worden, sagte der GdP-Vorsitzende Bernhard Witthaut. Von den Atomkraftgegnern wurde das raue Vorgehen der Polizisten beklagt.
Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, forderte eine bessere Überwachungstechnik. Bei ähnlichen Transporten sollten künftig Drohnen und Wärmebildkameras zum Einsatz kommen, sagte Wendt dem Online-Portal "Bild.de".
Nach Angaben von Greenpeace ergaben aktuelle Messungen, dass die Strahlenbelastung seit der Ankunft des Castor-Transports am Morgen in Dannenberg über 600 Mal höher war als wenige Stunden zuvor. "Zwar liegt die Strahlung damit vermutlich innerhalb der Grenzwerte. Die zulässige Jahresdosis an Radioaktivität würde aber in direkter Nähe der Behälter innerhalb weniger Stunden erreicht", hieß es. Das niedersächsische Umweltministerium versicherte, die Strahlenwerte der Castor-Behälter lägen innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte.
Quelle: dpa
Wutbürger schrieb:
am 28. November 2011 um 22:32:28
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Greenpeace blockiert Straßenstrecke für Castor. Terrorisieren bezahlte Berufsdemonstranten so die Sicherheit u. Ordnung unseres Staates??
Die Kosten f.d. Staat sind denen doch allen egal.Die meisten von ihnen sind vermutl. ja eh sog. Berufsdemonstranten.Aus dieser Gilde ist auch so manche Partei in Deutschl. entstanden.Manche haben es sogar bis in höchste Ämter gebracht. Heute lachen schon einige von ihnen als Bezieher von Spitzengehäl- tern ü.d.doofen Bürger,d. sie in Amt u.Würden gebracht hat.Ja ihre Nachfolger in einigen Part.protest. sog. noch mit u.stellen sich gegen d.Gewaltmonopol d.Staates.So etwas
gehört nicht i.d.Politik
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