25.11.2011, 17:08 Uhr
Im Landkreis Lüchow Dannenberg gab es bereits erste heftige Zusammenstöße zwischen militanten Atomkraftgegnern und der Polizei (Quelle: dapd)
Nach einem etwa fünfstündigen Stopp im saarländischen Neunkirchen hat der Castor-Transport mit elf Behältern hoch radioaktiven Atommülls an Bord seinen Weg ins niedersächsische Gorleben fortgesetzt. Im Gebiet um den Zielort formiert sich der Widerstand: "Die sind derzeit überall unterwegs", sagte ein Polizeisprecher. Im Waldgebiet Göhrde im Landkreis Lüchow-Dannenberg setzten Atomkraftgegner Polizeifahrzeuge in Brand.
In Leitstade und Tollendorf hätten Straftäter je einen Streifenwagen angezündet, heißt es in einer Pressemeldung der Polizei Niedersachsen. Verletzte habe es nicht gegeben.
Die Polizei musste am Freitag im Wendland erneut mit einem Wasserwerfer gegen gewaltbereite Störer vorgehen. Beamte seien massiv mit Steinen angegriffen worden, sagte ein Sprecher der Polizei in Lüneburg. In einem Waldgebiet zwischen Leitstade und Grünhagen an der Castor-Schienenstrecke sollen sich rund 200 bis 300 Menschen versammelt haben. Es seien Molotowcocktails und Böller geflogen, sagte der Polizeisprecher. Er sprach von einem ungewöhnlichem Ausmaß an Aggressivität. "Wir sind schon überrascht, dass es so rustikal zugeht."
Berichte, wonach kleine Gruppen gewaltbereiter Demonstranten Jagd auf Polizisten gemacht hätten, konnte der Sprecher der Polizei nicht bejahen. Er bestätigte aber die Angaben des Onlinedienstes "Castorticker", wonach die Polizei Wasserwerfer und Räumfahrzeuge in Richtung Göhrde - der Ort liegt etwa 35 Kilometer nordwestlich von Gorleben - bewege. Ebenfalls von "Castorticker" gemeldete Fahrzeugkontrollen verneinte der Sprecher.
Im Kreis Lüchow-Dannenberg wurden mehrere Demonstranten und Polizisten verletzt. zum Video
In der Region Gorleben haben sich nach Angaben der Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg mehrere tausend auswärtige Atomkraftgegner für Proteste gegen den Castor-Transport eingemietet. In Camps zwischen Lüneburg und Gorleben seien annähernd 2000 Aktivisten untergekommen, davon allein 1200 in und bei einem Camp in Metzingen, sagte die BI-Vorsitzende Kerstin Rudek. In Metzingen versammeln sich traditionell Autonome.
Der Castortransport aus dem französischen La Hague war am Mittwoch gestartet. Ursprünglich sollte der Zug am Donnerstag in La Hague starten. Offenbar um größere Proteste zu verhindern, hatten die französischen Behörden den Transport vor wenigen Tagen überraschend vorgezogen und auf der Strecke in Rémilly bei Metz einen 24-Stunden-Stopp veranlasst, bevor der Zug gegen 10 Uhr am Freitag die Grenze nach Deutschland überquerte.
Der Transport ist der letzte mit hoch radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente in Frankreich. Bundesregierung und Energieversorger hatten sich bereits vor Jahren darauf verständigt, vom 1. Juli 2005 an keine abgebrannten Brennelemente wieder aufarbeiten zu lassen. Die Bundesrepublik muss aber bereits früher ins Ausland transportierten Atommüll zurücknehmen.
Quelle: dpa , dapd
Hörby7 schrieb:
am 25. November 2011 um 18:05:54
(311)
(28)
Atom
Man sollte bedenken, dass Demokratie auch Grenzen hat. Aber wer weiß was Grenzen sind?
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Renaldo schrieb:
am 25. November 2011 um 18:05:34
(485)
(35)
Atommüll gibt es das ganze Jahr
Das mich hier keiner falsch versteht, ich bin absolut gegen Atomkraft, mit allem was dazu gehört!
Aber
warum nicht das ganze Jahr dagegen demonstrieren und tätig werden? Warum jetzt Strecken blockieren, den Transport behindern und in Kauf nehmen, das Menschen (Demonstranten und Polizisten) verletzt werden? Wenn es so gefährlich ist - und das wissen wir ja alle - sollten wir nicht für einen schnellen , reibungslosen und möglichst sicheren Transport sorgen, damit es zu möglichst keinen Unfällen ko
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CB schrieb:
am 25. November 2011 um 18:05:03
(437)
(70)
Chaoten
Da sieht man einmal wieder, dass es den Chaoten nur um Randale geht. Aber was machen die wenn es keine Transporte mehr gibt?
Bin
gespannt ob diejenigen die hier jubeln auch noch so begeistert sind wenn ihre Autos in Flammen aufgehen.
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