27.11.2011, 18:23 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Gorleben (dpa) - Der Castortransport mit Atommüll hat sich am Sonntag seinem Ziel im niedersächsischen Gorleben genähert - wegen heftiger Proteste und Gleisblockaden kam der Zug aber nur stockend voran.
Schon vor dem Erreichen des Zwischenlagers voraussichtlich am Montag war er länger unterwegs als je zuvor. Atomkraftgegner blockierten am Sonntagnachmittag im niedersächsischen Wendland immer wieder die Schienenstrecke, einige ketteten sich mit komplizierten Konstruktionen an die Gleise. Die Polizei hatte große Mühe, die Castor-Gegner zu befreien.
Die Lage in einem Waldgelände an der Schienenstrecke war äußerst unübersichtlich. Immer wieder gab es neue Sitzblockaden. Castor-Gegner sollten Einsatzkräfte zudem erneut mit Steinen und Böllern angegriffen haben. Wann die elf Behälter, die am Mittwoch aus Frankreich gestartet waren, Gorleben erreichen sollten, war nach wie vor unklar.
Dazu kam eine Warnung vor Sturmböen, die das notwendige Umladen der Castor-Behälter auf Lastwagen erschweren könnten. An der Verladestation in Dannenberg müssen die elf Castoren auf Speziallastwagen umgeladen werden, um die letzte Etappe ins Zwischenlager Gorleben auf der Straße zurückzulegen.
Das Eingreifen gegen Demonstranten mit Wasserwerfern und Schlagstöcken löste erneut einen Streit über die Polizei-Strategie aus. Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth kritisierte: "Der Polizeieinsatz ist absolut überzogen. Er ist ein Anschlag auf die Demokratie." Blockaden seien für sie Ausdruck des zivilen Ungehorsams, sagte Roth beim Bundesparteitag der Grünen in Kiel. Roth und andere Delegierte wollen nach Abschluss des Parteitags selber nach Gorleben fahren.
Die Gewerkschaft der Polizei wies die Vorwürfe zurück. Der Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut erklärte, die Polizisten hätten die Verhältnismäßigkeit gewahrt und sich um Deeskalation bemüht. "Sie haben allerdings die Aufgabe, den rechtmäßigen Transport der Behälter in das Zwischenlager sicherzustellen." Dazu dürften die Polizisten auch körperliche Gewalt einsetzen.
Der Castor-Zug setzte am Sonntagnachmittag seine Fahrt nach einem 18-stündigen Halt in Maschen bei Hamburg Richtung Lüneburg fort. Die Schienenstrecke war zu dem Zeitpunkt aber an einigen Stellen noch blockiert. Auch auf der letzten, 20 Kilometer langen Etappe auf der Straße wurde mit weiteren Protestaktionen der Atomkraftgegner gerechnet.
Nach seinem Start am Mittwochnachmittag in Frankreich hat der 13. Castor-Transport eine Rekorddauer erreicht. Bis zum Sonntagmittag war der Zug bereits fast 93 Stunden unterwegs. Im vergangenen Jahr war er nach rund 92 Stunden Fahrt im Zwischenlager Gorleben angekommen.
Die Polizisten waren nonstop im Einsatz, um tausende Demonstranten von den Schienen abzudrängen. Dennoch gelang es Atomkraftgegnern am Sonntagmorgen, sich an zwei verschiedenen Orten an den Gleisen festzuketten. Landwirte steckten am Nachmittag noch teils in einer Betonpyramide fest, Spezialisten der Polizei rückten mit schwerem Gerät an.
Auch zwischen Lüneburg und Dannenberg machten sich am frühen Sonntagmorgen vier Atomkraftgegner mit einer Rohrvorrichtung an den Gleisen fest. Je ein Arm stecke in einem Betonblock, der unter den Gleisen verankert ist, hieß es von den Castor-Gegnern. Mit einem Presslufthammer versuche die Polizei, sie zu befreien.
In der Nacht zuvor hatten außerdem mindestens 3000 Demonstranten auf den Bahngleisen der Castor-Strecke ausgeharrt, etliche wurden nach einer 15-stündigen Blockade von den Schienen getragen und kamen für einige Zeit in Gewahrsam.
Quelle: dpa
paladin0505 schrieb:
am 27. November 2011 um 18:24:51
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Ich hätte gern mehr aös 500 Zeichen
Die Leute demonstrieren dagegen, das der Atommüll in nicht vernünftig abgedichteten Behältern durch
die Gegend gefahren und anschließend vor ihrer Haustür gelagert wird, in einer überirdischen Halle, in der schon jahrzehntelang Müll in uralten Behältern (die logischerweise noch mehr strahlen als die aktuellen) steht. Und dann soll er abschließend in ein Salzbergwerk, welches über kurz oder lang zusammenbrechen wird, gesteckt werden. Wie toll wäre wohl eine radioaktiv verseuchte Elbe...
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Christian Bauer schrieb:
am 27. November 2011 um 18:13:18
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Castor
Ich bin so froh das wir aus dem ganzen "Atomzirkus" ausgestiegen sind.
Aber wann ist in den Köpfen dieser sogenannten
"Demonstranten" der letzte Brennstab endlich erloschen.
Ihr macht jedes Verständnis in der Bevolkerung kaputt mit Eurem "gundsätzlichen Dagegensein".
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paladin0505 schrieb:
am 27. November 2011 um 18:06:19
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Ergänzung
Es werden im Wendland Menschen eingekesselt, verhaftet und geschlagen, die Aktionen an Orten durchführen, die Meilenweit vom
eigentlichen Geschehen entfernt sind. Es tut mir leid, das es mir da schwer fällt, von bösen Demonstranten zu sprechen. Desweiteren gibt es etliche fundierte Erklärungen warum Gorleben ungeeignet ist, um dort Atommüll zu lagern. Die Befürworter verstecken sich hinter Phrasen, die lächerlich sind. Wie kann man nach Asse noch behaupten, dies seien alles Spinner???
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